Peroxisomal – Definition und Bedeutung
Peroxisomal bezeichnet alles, was die Peroxisomen betrifft – kleine Zellorganellen, die am Fettsäureabbau und am Schutz vor oxidativem Stress beteiligt sind.
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Peroxisomal bezeichnet alles, was die Peroxisomen betrifft – kleine Zellorganellen, die am Fettsäureabbau und am Schutz vor oxidativem Stress beteiligt sind.
Was bedeutet peroxisomal?
Der Begriff peroxisomal ist ein Adjektiv und beschreibt alles, was mit den Peroxisomen in Zusammenhang steht. Peroxisomen sind kleine, membranumhüllte Zellorganellen, die in nahezu allen eukaryotischen Zellen vorkommen – also in Zellen von Tieren, Pflanzen und Pilzen. Sie spielen eine zentrale Rolle bei verschiedenen Stoffwechselprozessen und sind essenziell für die Gesundheit des menschlichen Organismus.
Aufbau und Funktion der Peroxisomen
Peroxisomen sind kugelförmige Organellen mit einem Durchmesser von etwa 0,1 bis 1,0 Mikrometern. Sie enthalten eine Vielzahl von Enzymen, die biochemische Reaktionen katalysieren. Zu den wichtigsten Funktionen peroxisomaler Prozesse gehören:
- Beta-Oxidation von Fettsäuren: Insbesondere sehr langkettige Fettsäuren (VLCFA) werden in den Peroxisomen abgebaut, bevor das Ergebnis in den Mitochondrien weiterverarbeitet wird.
- Synthese von Plasmalogens: Peroxisomen sind an der Herstellung bestimmter Phospholipide beteiligt, die wichtig für die Funktion von Nervenzellen und Herzmuskelzellen sind.
- Entgiftung von Wasserstoffperoxid: Peroxisomen erzeugen und neutralisieren gleichzeitig Wasserstoffperoxid (H2O2) mithilfe des Enzyms Katalase, um Zellschäden durch reaktive Sauerstoffspezies zu verhindern.
- Cholesterin- und Gallensäuremetabolismus: Peroxisomen sind an der Biosynthese von Gallensäuren sowie an der Verarbeitung von Cholesterin beteiligt.
Peroxisomale Erkrankungen
Störungen in der Funktion oder Bildung von Peroxisomen führen zu sogenannten peroxisomalen Erkrankungen (auch: peroxisomale Biogenesestörungen oder peroxisomale Stoffwechselerkrankungen). Diese sind meist genetisch bedingt und betreffen vor allem das Nervensystem, die Leber und die Nieren.
Peroxisomale Biogenesestörungen
Bei diesen Erkrankungen ist die Bildung funktionsfähiger Peroxisomen insgesamt gestört. Das bekannteste Beispiel ist das Zellweger-Syndrom, das bereits im Säuglingsalter schwere neurologische Defizite, Muskelschwäche und Leberprobleme verursacht. Es gehört zum Zellweger-Spektrum, das auch die neonatale adrenoleukodystrophie und den infantilen Refsum-Krankheit umfasst.
Peroxisomale Einzelenzymdefekte
Hier ist die Funktion eines einzelnen peroxisomalen Enzyms gestört. Ein bekanntes Beispiel ist die X-chromosomale Adrenoleukodystrophie (X-ALD), bei der sehr langkettige Fettsäuren nicht abgebaut werden können und sich im Nervensystem und in den Nebennieren anreichern.
Diagnose peroxisomaler Erkrankungen
Die Diagnose erfolgt meist durch eine Kombination aus:
- Blutuntersuchungen (z. B. erhöhte Spiegel sehr langkettiger Fettsäuren)
- Bildgebenden Verfahren wie MRT des Gehirns
- Molekulargenetischen Tests zur Identifikation von Genmutationen
- Enzymatischen Tests in spezialisierten Laboratorien
Behandlung peroxisomaler Erkrankungen
Eine ursächliche Behandlung ist bislang nur in begrenztem Umfang möglich. Therapeutische Ansätze umfassen:
- Diätetische Maßnahmen: Einschränkung der Zufuhr sehr langkettiger Fettsäuren sowie Supplementierung mit Lorenzooel (ein Gemisch aus Glyceryl-trioleat und Glyceryl-trieruchat) bei X-ALD.
- Stammzelltransplantation: Bei bestimmten Formen der X-ALD kann eine Knochenmarktransplantation das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen.
- Symptomatische Therapie: Physiotherapie, Logopädie, Ernährungsunterstützung und Behandlung von Nebenniererinsuffizienz.
- Gentherapie: Neuere Forschungsansätze zielen auf eine genetische Korrektur defekter Peroxisomengene ab.
Quellen
- Wanders RJ, Waterham HR. Biochemistry of mammalian peroxisomes revisited. Annual Review of Biochemistry, 2006;75:295-332.
- Braverman NE et al. Peroxisome biogenesis disorders in the Zellweger spectrum: An overview of current diagnosis, clinical manifestations, and treatment guidelines. Molecular Genetics and Metabolism, 2016;117(3):313-321.
- Online Mendelian Inheritance in Man (OMIM). Peroxisomal Disorders. Johns Hopkins University. Verfügbar unter: https://www.omim.org
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