Kanüle: Definition, Arten und Anwendung
Eine Kanüle ist ein dünnes, hohles Röhrchen aus Metall oder Kunststoff, das in medizinischen Verfahren zur Verabreichung von Medikamenten, zur Blutentnahme oder zur Drainage eingesetzt wird.
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Eine Kanüle ist ein dünnes, hohles Röhrchen aus Metall oder Kunststoff, das in medizinischen Verfahren zur Verabreichung von Medikamenten, zur Blutentnahme oder zur Drainage eingesetzt wird.
Was ist eine Kanüle?
Eine Kanüle ist ein dünnes, hohles Röhrchen, das in der Medizin für verschiedene Zwecke eingesetzt wird. Sie besteht meist aus medizinischem Stahl oder Kunststoff und wird verwendet, um Flüssigkeiten in den Körper einzuführen oder aus ihm abzuleiten. Kanülen sind ein grundlegendes Instrument in der modernen Medizin und kommen täglich in Kliniken, Arztpraxen und bei der häuslichen Pflege zum Einsatz.
Arten von Kanülen
Je nach Anwendungsgebiet gibt es verschiedene Typen von Kanülen:
- Injektionskanüle: Wird zusammen mit einer Spritze verwendet, um Medikamente unter die Haut (subkutan), in den Muskel (intramuskulär) oder in eine Vene (intravenös) zu injizieren.
- Venenverweilkanüle (IV-Kanüle): Eine Kanüle, die für eine längere Zeit in einer Vene verbleibt, um kontinuierliche Infusionen oder wiederholte Medikamentengaben zu ermöglichen.
- Blutentnahmekanüle: Wird zur Entnahme von Blutproben aus einer Vene verwendet.
- Trachealkanüle: Ein spezieller Kanülentyp, der nach einer Tracheotomie (operativer Öffnung der Luftröhre) eingesetzt wird, um die Atemwege freizuhalten.
- Drainagekanüle: Dient der Ableitung von Flüssigkeiten, Blut oder Eiter aus Körperhöhlen oder Wunden.
- Spinalkanüle: Wird bei der Lumbalpunktion oder Spinalanästhesie eingesetzt, um Zugang zum Liquorraum zu erhalten.
Aufbau einer Kanüle
Eine Standardkanüle besteht aus folgenden Teilen:
- Kanülenschaft: Das hohle Röhrchen, das in das Gewebe eingeführt wird.
- Schliff (Spitze): Das angeschrägte, spitze Ende, das das Eindringen in Gewebe oder Gefäße erleichtert.
- Ansatz (Konus): Das breitere Ende, das mit einer Spritze, einem Infusionssystem oder einem anderen Zubehör verbunden wird.
Größen und Klassifizierung
Kanülen werden nach ihrem Außendurchmesser klassifiziert. Die Größenangabe erfolgt in der Regel in Gauge (G) – je höher die Gauge-Zahl, desto dünner die Kanüle. Übliche Größen reichen von 14G (sehr dick, z. B. für schnelle Infusionen) bis 30G (sehr dünn, z. B. für Insulininjektionen). Eine weitere Klassifizierung erfolgt nach der Farbe des Ansatzes, die international standardisiert ist, um eine schnelle Erkennung der Größe zu ermöglichen.
Anwendungsgebiete
Kanülen werden in zahlreichen medizinischen Bereichen eingesetzt:
- Verabreichung von Medikamenten und Infusionslösungen
- Blutentnahme und Bluttransfusionen
- Impfungen
- Anästhesie (örtliche und allgemeine Betäubung)
- Intensivmedizin und Notfallmedizin
- Dialyse
- Atemwegssicherung (Trachealkanüle)
- Kosmetische Eingriffe (z. B. Filler-Injektionen)
Sicherheit und Hygiene
Kanülen sind in der Regel Einweginstrumente und dürfen aus hygienischen und sicherheitstechnischen Gründen nur einmal verwendet werden. Die Wiederverwendung birgt ein erhöhtes Infektionsrisiko und kann zur Übertragung von Krankheitserregern führen. Nach der Verwendung müssen Kanülen sicher in speziellen Behältern (sogenannten Sharps-Containern oder Kanüleneimern) entsorgt werden, um Stichverletzungen zu vermeiden. Sogenannte Sicherheitskanülen besitzen einen Mechanismus, der die Nadel nach dem Gebrauch automatisch abdeckt, und schützen so das medizinische Personal vor Nadelstichverletzungen.
Mögliche Risiken und Komplikationen
Obwohl Kanülen in der Regel sicher sind, können bei ihrer Verwendung folgende Komplikationen auftreten:
- Hämatom: Bluterguss durch Verletzung eines Blutgefäßes
- Infektion: Eindringen von Keimen an der Einstichstelle
- Phlebitis: Entzündung einer Vene durch eine Venenverweilkanüle
- Paravasation: Austritt von Infusionslösung ins umliegende Gewebe bei Fehllage der Kanüle
- Nadelstichverletzung: Verletzung des medizinischen Personals durch unvorsichtigen Umgang
Quellen
- Larsen, R. - Anästhesie und Intensivmedizin für die Fachpflege. Springer, 2016.
- World Health Organization (WHO) - Best practices for injections and related procedures toolkit. WHO Press, 2010. Verfügbar unter: https://www.who.int
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, 267. Auflage, 2023.
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