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K57.9 - Divertikulose des Dickdarms | ICD-10

K57.9 ist der ICD-10-Code für Divertikulose des Dickdarms ohne Perforation oder Abszess. Hierbei bilden sich kleine Ausstuelp ungen in der Darmwand.

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Wissenswertes über "K57.9"

K57.9 ist der ICD-10-Code für Divertikulose des Dickdarms ohne Perforation oder Abszess. Hierbei bilden sich kleine Ausstuelpungen in der Darmwand.

Was bedeutet der ICD-10-Code K57.9?

Der ICD-10-Code K57.9 steht für Divertikulose des Dickdarms (Kolon) ohne Angabe einer Perforation (Durchbruch) oder eines Abszesses (Eiteransammlung). Der Begriff Divertikulose beschreibt das Vorhandensein mehrerer kleiner, sackförmiger Ausstuelp ungen (sogenannter Divertikel) in der Wand des Dickdarms. Diese können sich entzünden, was dann als Divertikulitis bezeichnet wird.

Ursachen

Die genauen Ursachen der Divertikulose sind nicht vollständig geklärt. Als wesentliche Risikofaktoren gelten:

  • Ballaststoffarme Ernährung: Eine Ernährung mit wenig Ballaststoffen erhöht den Druck im Dickdarm und begünstigt die Bildung von Divertikeln.
  • Zunehmendes Alter: Mit dem Alter nimmt die Elastizität der Darmwand ab. Ab dem 60. Lebensjahr ist die Divertikulose weit verbreitet.
  • Bewegungsmangel: Körperliche Inaktivität kann die Darmpassage verlangsamen.
  • Genetische Veranlagung: Eine familiäre Häufung wird beobachtet.
  • Adipositas (Fettleibigkeit): Übergewicht gilt als weiterer Risikofaktor.

Symptome

Die unkomplizierte Divertikulose (K57.9) verläuft häufig ohne Beschwerden und wird oft zufällig bei einer Darmspiegelung (Koloskopie) entdeckt. Mögliche Beschwerden sind:

  • Dumpfe Bauchschmerzen, häufig im linken Unterbauch
  • Blutungen aus dem Darm (seltener)
  • Veränderter Stuhlgang (Durchfall oder Verstopfung)
  • Blähungen und Unwohlsein

Bei einer Entzündung der Divertikel (Divertikulitis) treten zusätzlich Fieber, starke Schmerzen und ein druckempfindlicher Bauch auf.

Diagnose

Die Diagnose einer Divertikulose erfolgt in der Regel durch folgende Untersuchungen:

  • Koloskopie (Darmspiegelung): Goldstandard zur direkten Visualisierung der Divertikel
  • CT-Abdomen (Computertomographie): Besonders bei Verdacht auf Komplikationen wie Divertikulitis
  • Ultraschall des Bauches: Als erste Orientierung bei Beschwerden
  • Röntgen-Kontrastuntersuchung (Kolon-Kontrasteinlauf): Wird heute seltener eingesetzt

Behandlung

Asymptomatische Divertikulose

Besteht keine Entzündung, ist in der Regel keine spezifische Therapie notwendig. Ernährungsumstellungen können jedoch vorbeugend wirken:

  • Erhöhung der Ballaststoffzufuhr (Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte)
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mind. 1,5–2 Liter Wasser pro Tag)
  • Regelmäßige körperliche Aktivität

Divertikulitis (Entzündung)

Bei einer Entzündung der Divertikel kann eine Behandlung mit Antibiotika oder bei schweren Fällen eine stationäre Therapie notwendig sein. In seltenen Fällen bei Komplikationen (z. B. Perforation oder Abszess) ist ein operativer Eingriff erforderlich.

Prognose

Die Prognose der unkomplizierten Divertikulose (K57.9) ist in der Regel gut. Die meisten Betroffenen bleiben symptomfrei. Durch eine ballaststoffreiche Ernährung und einen gesunden Lebensstil kann das Risiko für Komplikationen deutlich gesenkt werden.

Quellen

  1. Leifeld L. et al. - S2k-Leitlinie Divertikelkrankheit/Divertikulitis, AWMF-Registernummer 021-020, 2022. Verfügbar unter: www.awmf.org
  2. World Gastroenterology Organisation (WGO) - Global Guidelines: Diverticular Disease, 2007. Verfügbar unter: www.worldgastroenterology.org
  3. Strate LL, Morris AM. - Epidemiology, Pathophysiology, and Treatment of Diverticulitis. Gastroenterology. 2019;156(5):1282-1298. doi:10.1053/j.gastro.2018.12.033

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