Kalziumresorptionsstörung – Ursachen & Therapie
Eine Kalziumresorptionsstörung beschreibt die verminderte Aufnahme von Kalzium im Darm. Sie kann zu Knochenschwund, Muskelkrämpfen und weiteren Beschwerden führen.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Kalziumresorptionsstörung"
Eine Kalziumresorptionsstörung beschreibt die verminderte Aufnahme von Kalzium im Darm. Sie kann zu Knochenschwund, Muskelkrämpfen und weiteren Beschwerden führen.
Was ist eine Kalziumresorptionsstörung?
Eine Kalziumresorptionsstörung liegt vor, wenn der Darm nicht in der Lage ist, ausreichend Kalzium aus der Nahrung aufzunehmen. Kalzium ist ein lebenswichtiges Mineral, das für den Aufbau und den Erhalt von Knochen und Zähnen, die Muskel- und Nervenfunktion sowie die Blutgerinnung unverzichtbar ist. Wird es nicht ausreichend resorbiert, kann dies langfristig zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen.
Ursachen
Es gibt verschiedene Ursachen, die eine gestörte Kalziumresorption auslösen können:
- Vitamin-D-Mangel: Vitamin D ist essenziell für die Kalziumaufnahme im Darm. Ein Mangel führt direkt zu einer verminderten Resorption.
- Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts: Zöliakie, Morbus Crohn, Kurzdarmsyndrom oder eine Laktoseintoleranz können die Darmschleimhaut schädigen und die Resorption beeinträchtigen.
- Hypoparathyreoidismus: Ein Mangel an Parathormon (PTH) reduziert die Aktivierung von Vitamin D und damit die Kalziumaufnahme.
- Nierenerkrankungen: Die Nieren spielen eine wichtige Rolle bei der Aktivierung von Vitamin D; chronische Nierenerkrankungen können daher die Kalziumresorption beeinflussen.
- Medikamente: Bestimmte Arzneimittel wie Kortikosteroide, Protonenpumpenhemmer oder antiepileptische Medikamente können die Kalziumaufnahme hemmen.
- Alter: Mit zunehmendem Alter nimmt die Effizienz der Kalziumresorption im Darm natürlicherweise ab.
- Hoher Oxalat- oder Phytatgehalt in der Nahrung: Diese Verbindungen können Kalzium im Darm binden und dessen Aufnahme verhindern.
Symptome
Eine Kalziumresorptionsstörung bleibt häufig lange Zeit unbemerkt. Wenn die Kalziumspiegel im Blut jedoch dauerhaft absinken (Hypokalzämie), können folgende Beschwerden auftreten:
- Muskelkrämpfe und -zuckungen (Tetanie)
- Kribbeln und Taubheitsgefühle, besonders in Händen, Füßen und um den Mund
- Knochenschmerzen und erhöhte Knochenbruchanfälligkeit (Osteoporose oder Osteomalazie)
- Müdigkeit und allgemeine Schwäche
- Herzrhythmusstörungen in schweren Fällen
- Depressive Verstimmungen und Konzentrationsschwäche
Diagnose
Die Diagnose einer Kalziumresorptionsstörung erfolgt durch verschiedene Untersuchungen:
- Blutuntersuchung: Messung des Kalziumspiegels, des Parathormons (PTH), von Vitamin D (25-OH-Vitamin-D) sowie weiterer relevanter Werte wie Phosphat und Magnesium.
- Urinuntersuchung: Bestimmung der Kalziumausscheidung im 24-Stunden-Urin.
- Knochendichtemessung (DXA): Zur Beurteilung möglicher Auswirkungen auf den Knochen.
- Darmdiagnostik: Bei Verdacht auf eine Grunderkrankung des Darms können Gastroskopie, Koloskopie oder Biopsien erforderlich sein.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Resorptionsstörung:
Behandlung der Grunderkrankung
Liegt eine Darmerkrankung wie Zöliakie zugrunde, steht die Behandlung dieser Erkrankung im Vordergrund, z. B. durch eine glutenfreie Ernährung.
Vitamin-D-Supplementierung
Da Vitamin D die Kalziumresorption entscheidend fördert, ist eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D oft der erste Schritt der Therapie. Dies kann durch Nahrungsergänzungsmittel oder bei schweren Mängeln durch medizinische Präparate erfolgen.
Kalziumsupplementierung
In vielen Fällen werden Kalziumpräparate verordnet, um den erhöhten Bedarf zu decken. Dabei ist auf die richtige Dosierung und Einnahmezeit zu achten, da zu hohe Dosen unerwünschte Nebenwirkungen haben können.
Ernährungsanpassung
Eine kalziumreiche Ernährung mit Lebensmitteln wie Milchprodukten, grünem Blattgemüse, Mandeln und kalziumreichem Mineralwasser kann unterstützend wirken. Gleichzeitig sollte der Konsum stark oxalat- oder phytathaltiger Lebensmittel in Kombination mit kalziumreichen Mahlzeiten reduziert werden.
Medikamentöse Therapie bei Osteoporose
Wenn bereits ein Knochenschwund eingetreten ist, können zusätzlich Bisphosphonate oder andere Osteoporose-Medikamente eingesetzt werden.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Kalzium. www.dge.de (2023).
- Peacock M. - Calcium metabolism in health and disease. Clinical Journal of the American Society of Nephrology, 5(Suppl 1):S23-S30 (2010). PubMed PMID: 20089499.
- Holick MF. - Vitamin D deficiency. New England Journal of Medicine, 357(3):266-281 (2007). PubMed PMID: 17634462.
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