Lactoferrinbioverfügbarkeit – Aufnahme und Wirkung
Lactoferrinbioverfügbarkeit beschreibt, wie gut Lactoferrin im Körper aufgenommen und genutzt wird. Sie ist entscheidend für die immunologische und antimikrobielle Wirksamkeit des Proteins.
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Lactoferrinbioverfügbarkeit beschreibt, wie gut Lactoferrin im Körper aufgenommen und genutzt wird. Sie ist entscheidend für die immunologische und antimikrobielle Wirksamkeit des Proteins.
Was ist Lactoferrinbioverfügbarkeit?
Lactoferrin ist ein eisenbindendes Glykoprotein, das natürlicherweise in der Muttermilch, im Speichel, in Tränen und in weiteren Körpersekreten vorkommt. Die Bioverfügbarkeit beschreibt den Anteil eines aufgenommenen Stoffes, der tatsächlich in den Blutkreislauf gelangt und am Wirkungsort biologisch aktiv ist. Die Lactoferrinbioverfügbarkeit gibt also an, wie effizient orales Lactoferrin nach der Einnahme im Magen-Darm-Trakt resorbiert wird und seine gesundheitlichen Wirkungen entfalten kann.
Faktoren, die die Bioverfügbarkeit beeinflussen
Die Bioverfügbarkeit von oral eingenommenem Lactoferrin wird von mehreren Faktoren beeinflusst:
- Magenazidität: Lactoferrin ist ein Protein und kann durch die Magensäure sowie durch Verdauungsenzyme wie Pepsin teilweise abgebaut werden. Der Grad des proteolytischen Abbaus bestimmt wesentlich, wie viel intaktes Lactoferrin den Dünndarm erreicht.
- Darstellung und Verarbeitungsform: Natives, undenaturiertes Lactoferrin besitzt eine höhere Stabilität als hitzbehandeltes Lactoferrin. Mikro- oder Nanoverkapselte Formulierungen können den Abbau im Magen reduzieren und die intestinale Aufnahme verbessern.
- Alter des Konsumenten: Säuglinge verfügen über spezifische Lactoferrinrezeptoren im Darm, die eine direkte und effiziente Aufnahme von intaktem Lactoferrin ermöglichen. Beim Erwachsenen ist diese Rezeptordichte deutlich geringer.
- Begleitnahrung: Die gleichzeitige Einnahme von Mahlzeiten kann die Magenpassage und damit den Abbau beeinflussen.
- Eisenstatus: Der Eisenstatus des Körpers kann die Bindungskapazität und das Verhalten von Lactoferrin im Verdauungstrakt modulieren.
Mechanismus der intestinalen Aufnahme
Im Dünndarm wird Lactoferrin über spezifische Lactoferrinrezeptoren (LfR) auf den Enterozyten erkannt und gebunden. Zusätzlich ermöglichen LRP1-Rezeptoren (Low-Density-Lipoprotein-Rezeptor-verwandte Proteine) sowie die Intelekin-vermittelte Transzytose eine transepitheliale Aufnahme. Auch proteolytische Spaltprodukte wie Lactoferricin und Lactoferrampin besitzen eigenständige biologische Aktivitäten und können nach dem Abbau des Mutterproteins im Darm weiterhin immunmodulatorische und antimikrobielle Effekte ausüben.
Biologische Wirksamkeit trotz begrenzter systemischer Absorption
Interessanterweise entfaltet Lactoferrin auch dann relevante biologische Wirkungen, wenn nur geringe Mengen intaktes Protein den Blutkreislauf erreichen. Ein großer Teil der Wirkungen findet lokal im Magen-Darm-Trakt statt, darunter:
- Hemmung pathogener Bakterien durch Eisenentzug
- Modulation der Darmflora (Mikrobiom)
- Stärkung der intestinalen Barrierefunktion
- Immunmodulation durch Interaktion mit Immunzellen der Darmschleimhaut
Zudem gelangen proteolytische Fragmente des Lactoferrins in den systemischen Kreislauf und können dort immunologische Prozesse beeinflussen.
Strategien zur Verbesserung der Bioverfügbarkeit
Verschiedene technologische Ansätze zielen darauf ab, die Bioverfügbarkeit von Lactoferrin zu verbessern:
- Verkapselungstechnologien: Liposomale oder polymere Verkapselung schützt das Protein vor dem sauren Magenmilieu und gibt es kontrolliert im Dünndarm frei.
- Magensaftresistente Formulierungen: Speziell beschichtete Kapseln oder Tabletten ermöglichen eine verzögerte Freisetzung im Dünndarm.
- Kombination mit Synergisten: Die Kombination mit Prebiotika oder bestimmten Proteinen kann die mukosale Bindung und Aufnahme verbessern.
- Nanopartikelformulierungen: Nanopartikel auf Proteinbasis können die Absorption an der Darmschleimhaut erhöhen.
Klinische Relevanz
Die Bioverfügbarkeit von Lactoferrin ist besonders relevant für den Einsatz in folgenden Bereichen:
- Nahrungsergänzungsmittel zur Immununterstützung
- Säuglingsnahrung als Ersatz für das in der Muttermilch enthaltene Lactoferrin
- Adjuvante Therapie bei Eisenmangel, da Lactoferrin die Eisenabsorption aus dem Darm fördern kann
- Prophylaxe und unterstützende Behandlung gastrointestinaler Infektionen
Quellen
- Lönnerdal B. - Nutritional and physiologic significance of human milk proteins. Am J Clin Nutr. 2003;77(6):1537S-1543S.
- Superti F. - Lactoferrin from Bovine Milk: A Protective Companion for Life. Nutrients. 2020;12(9):2932. doi:10.3390/nu12092932.
- European Food Safety Authority (EFSA) - Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to lactoferrin. EFSA Journal. 2012;10(7):2771.
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