Mobilisation – Definition, Methoden & Ziele
Mobilisation bezeichnet therapeutische Maßnahmen zur Wiederherstellung oder Verbesserung der körperlichen Beweglichkeit nach Verletzungen, Operationen oder Erkrankungen.
Wissenswertes über "Mobilisation"
Mobilisation bezeichnet therapeutische Maßnahmen zur Wiederherstellung oder Verbesserung der körperlichen Beweglichkeit nach Verletzungen, Operationen oder Erkrankungen.
Was ist Mobilisation?
Mobilisation (auch: Mobilisierung) bezeichnet im medizinischen Kontext alle therapeutischen Maßnahmen, die darauf abzielen, die körperliche Beweglichkeit und Funktionsfähigkeit eines Patienten zu erhalten oder wiederherzustellen. Sie spielt eine zentrale Rolle in der Rehabilitation, der Physiotherapie sowie in der postoperativen Versorgung und Intensivmedizin. Ziel ist es, Bewegungseinschränkungen zu überwinden, Muskelabbau zu verhindern und die Selbstständigkeit des Patienten zu fördern.
Anwendungsgebiete der Mobilisation
Mobilisation wird in verschiedenen medizinischen Bereichen eingesetzt:
- Postoperative Mobilisation: Frühzeitiges Aufstehen und Bewegen nach Operationen, um Komplikationen wie Thrombosen, Pneumonien und Druckgeschwüre zu vermeiden.
- Intensivmedizin: Gezielte Mobilisierung von Intensivpatienten zur Vorbeugung von Muskelschwund und ICU-erworbener Schwäche.
- Orthopädie und Unfallchirurgie: Wiederherstellung der Gelenkbeweglichkeit nach Frakturen, Gelenkersatz oder Bandverletzungen.
- Neurologie: Förderung motorischer Funktionen nach Schlaganfall oder Rückenmarksverletzungen.
- Geriatrie: Erhalt der Mobilität und Selbstständigkeit älterer Menschen zur Sturzprävention.
Methoden der Mobilisation
Passive Mobilisation
Bei der passiven Mobilisation führen Therapeuten oder Pflegepersonal die Bewegungen für den Patienten durch, ohne dass dieser aktiv mitmacht. Dies ist besonders bei bettlägerigen oder bewusstlosen Patienten wichtig, um Gelenke beweglich zu halten und Kontrakturen (Gelenkversteifungen) zu verhindern.
Aktiv-assistive Mobilisation
Bei der aktiv-assistiven Mobilisation unterstützt der Therapeut den Patienten bei der Bewegungsausführung. Der Patient bringt eigene Kraft ein, erhält jedoch gezielte Hilfestellung, wo seine Kraft nicht ausreicht.
Aktive Mobilisation
Die aktive Mobilisation führt der Patient eigenständig durch, geführt durch Anleitung des Therapeuten. Diese Form ist der Goldstandard in der Rehabilitation und fördert Muskelaufbau, Koordination und Ausdauer.
Manuelle Mobilisation
Die manuelle Mobilisation ist eine spezifische physiotherapeutische Technik, bei der gezielte Handgriffe eingesetzt werden, um eingeschränkte Gelenkbeweglichkeit wiederherzustellen. Sie wird häufig bei Rückenschmerzen, Nackenproblemen oder Gelenkblockierungen angewendet.
Ziele und Vorteile der Mobilisation
Eine frühzeitige und konsequente Mobilisation bietet zahlreiche Vorteile:
- Vorbeugung von Thrombosen und Lungenembolien
- Vermeidung von Druckgeschwüren (Dekubitus)
- Erhalt und Aufbau von Muskelmasse
- Verbesserung der Herz-Kreislauf-Funktion
- Förderung der Atemfunktion und Vorbeugung von Pneumonien
- Verbesserung der psychischen Verfassung und Lebensqualität
- Verkürzung von Krankenhausaufenthalten
Risiken und Kontraindikationen
Trotz der vielen Vorteile gibt es Situationen, in denen eine Mobilisation nur eingeschränkt oder gar nicht durchgeführt werden sollte. Dazu gehören:
- Akute Frakturen ohne ausreichende Stabilisierung
- Schwere Herz-Kreislauf-Instabilität
- Aktive Entzündungsprozesse oder Infektionen im betroffenen Bereich
- Frische Thrombosen (Gefahr der Embolie)
- Bestimmte Stadien von Tumorerkrankungen mit Knochenbefall
Die Mobilisation sollte stets unter ärztlicher Aufsicht und in Absprache mit dem therapeutischen Team erfolgen. Eine individuelle Anpassung an den Zustand des Patienten ist entscheidend für den Therapieerfolg.
Mobilisation in der Pflege
In der Pflege umfasst Mobilisation alle Maßnahmen, die dazu beitragen, die Bewegungsfähigkeit pflegebedürftiger Personen zu erhalten oder zu verbessern. Pflegepersonal wird speziell geschult, um Patienten sicher zu lagern, umzulagern und beim Aufstehen zu unterstützen. Hilfsmittel wie Rollstuhl, Gehrahmen, Hebebühnen oder Lagerungskissen spielen dabei eine wichtige Rolle.
Quellen
- Becker, B. E. et al. - Aquatic Physical Therapy, in: Archives of Physical Medicine and Rehabilitation (2009).
- Needham, D. M. - Mobilizing patients in the intensive care unit: improving neuromuscular weakness and physical function, in: JAMA 300(14), 2009, S. 1685–1690.
- World Health Organization (WHO) - Rehabilitation 2030: A Call for Action (2017). Verfügbar unter: https://www.who.int/initiatives/rehabilitation-2030
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