Stillen – Vorteile, Technik und Nährstoffbedarf
Stillen bezeichnet die Ernährung eines Säuglings mit Muttermilch direkt an der Brust. Es gilt als optimale Ernährungsform für Neugeborene und Kleinkinder.
Wissenswertes über "Stillen"
Stillen bezeichnet die Ernährung eines Säuglings mit Muttermilch direkt an der Brust. Es gilt als optimale Ernährungsform für Neugeborene und Kleinkinder.
Was ist Stillen?
Stillen bezeichnet den Vorgang, bei dem ein Säugling direkt an der mütterlichen Brust gefüttert wird und dabei Muttermilch aufnimmt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Babys in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich zu stillen und danach bis zum Alter von zwei Jahren oder darüber hinaus weiter zu stillen, begleitend zur Einführung geeigneter Beikost.
Muttermilch ist eine biologisch optimal zusammengesetzte Nahrung, die sich im Laufe der Stillzeit in ihrer Zusammensetzung dem wachsenden Bedarf des Kindes anpasst. Sie enthält Makronährstoffe wie Fette, Proteine und Kohlenhydrate sowie wichtige Mikronährstoffe, Antikörper, Enzyme und Wachstumsfaktoren.
Zusammensetzung der Muttermilch
Muttermilch verändert sich im Verlauf der Stillzeit:
- Kolostrum: Die erste Milch nach der Geburt, reich an Antikörpern (insbesondere Immunglobulin A / IgA), Leukozyten und Wachstumsfaktoren. Sie ist besonders wertvoll für den Aufbau des Immunsystems des Neugeborenen.
- Übergangsmilch: Wird in den ersten zwei Wochen nach der Geburt produziert und enthält mehr Fett und Kalorien als Kolostrum.
- Reife Muttermilch: Bildet sich ab etwa zwei Wochen nach der Geburt und enthält ein ausgewogenes Verhältnis aller Nährstoffe für das weitere Wachstum des Kindes.
Vorteile des Stillens für das Kind
Stillen bietet dem Kind zahlreiche gesundheitliche Vorteile:
- Schutz vor Infektionskrankheiten wie Mittelohrentzündung, Atemwegsinfektionen und Durchfallerkrankungen
- Unterstützung der Darmmikrobiota (Darmflora) durch Präbiotika wie Humane Milch-Oligosaccharide (HMO)
- Reduziertes Risiko für Allergien, Asthma und Neurodermitis
- Geringeres Risiko für plötzlichen Kindstod (SIDS)
- Förderung der kognitiven Entwicklung und Intelligenz
- Reduziertes Risiko für spätere Adipositas und Typ-2-Diabetes
Vorteile des Stillens für die Mutter
Auch die stillende Mutter profitiert gesundheitlich:
- Schnellere Rückbildung der Gebärmutter nach der Geburt durch Ausschüttung von Oxytocin
- Reduziertes Risiko für Brust- und Eierstockkrebs
- Unterstützung bei der Rückkehr zum Schwangerschaftsgewicht
- Verringertes Risiko für Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck
- Stärkung der emotionalen Bindung zwischen Mutter und Kind
Stillen: Technik und praktische Hinweise
Eine korrekte Anlegetechnik ist entscheidend für erfolgreiches Stillen und zur Vermeidung von Problemen wie wunden Brustwarzen. Das Baby sollte die gesamte Brustwarze und einen großen Teil des Warzenhofes (Areola) im Mund haben. Empfohlen wird, das Baby nach Bedarf zu stillen, also immer dann, wenn es Hunger- oder Suchzeichen zeigt.
Häufige Herausforderungen beim Stillen
- Wunde Brustwarzen: Häufig durch eine falsche Anlegetechnik verursacht; Beratung durch eine Stillberaterin (IBCLC) empfohlen.
- Milchstau und Brutentzündung (Mastitis): Auftreten von Schmerzen, Rötung und Schwellung der Brust; regelmäßiges Entleeren der Brust und ärztliche Konsultation notwendig.
- Zu wenig Milch: Häufiges Anlegen und ausreichende Flüssigkeitszufuhr können die Milchproduktion unterstützen.
Nährstoffbedarf während der Stillzeit
Stillende Mütter haben einen erhöhten Bedarf an bestimmten Nährstoffen:
- Jod: Wichtig für die Schilddrüsenfunktion und die kognitive Entwicklung des Kindes. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine Jodergänzung während der Stillzeit.
- Vitamin D: Da Muttermilch nur wenig Vitamin D enthält, sollte dem gestillten Säugling laut Empfehlung ein Vitamin-D-Präparat gegeben werden.
- Omega-3-Fettsäuren (DHA): Fördern die Gehirnentwicklung des Kindes; enthalten in fettem Fisch wie Lachs oder in algenbasierten Ergänzungsmitteln.
- Calcium, Eisen und B-Vitamine: Zusätzlicher Bedarf durch die Milchproduktion und die körperliche Erholung nach der Geburt.
Wann ist Stillen nicht möglich oder nicht empfohlen?
In bestimmten Situationen kann Stillen kontraindiziert sein:
- Bei bestimmten Infektionskrankheiten der Mutter (z. B. HIV in einigen Ländern, aktive Tuberkulose)
- Bei Einnahme bestimmter Medikamente, die in die Muttermilch übergehen und dem Kind schaden könnten
- Bei bestimmten Stoffwechselerkrankungen des Kindes (z. B. Galaktösämie)
- Bei schwerem Drogen- oder Alkoholmissbrauch der Mutter
Bei Unsicherheiten sollte immer ärztlicher oder hebammenkundlicher Rat eingeholt werden.
Quellen
- World Health Organization (WHO) - Infant and young child feeding (2023). Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/infant-and-young-child-feeding
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) - Stillen und Ernährung in der Stillzeit (2022). Verfügbar unter: https://www.dge.de
- Victora CG et al. - Breastfeeding in the 21st century: epidemiology, mechanisms, and lifelong effect. The Lancet, 2016; 387(10017): 475-490.
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