Eisenresorptionsrate – Definition & Einflussfaktoren
Die Eisenresorptionsrate beschreibt, wie viel des aufgenommenen Eisens der Körper tatsächlich aus der Nahrung aufnimmt. Sie variiert je nach Eisenform, Ernährung und individuellem Bedarf.
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Die Eisenresorptionsrate beschreibt, wie viel des aufgenommenen Eisens der Körper tatsächlich aus der Nahrung aufnimmt. Sie variiert je nach Eisenform, Ernährung und individuellem Bedarf.
Was ist die Eisenresorptionsrate?
Die Eisenresorptionsrate gibt an, welcher Anteil des mit der Nahrung aufgenommenen Eisens vom Körper tatsächlich in den Blutkreislauf aufgenommen wird. Da der menschliche Körper Eisen nicht selbst herstellen kann, ist er vollständig auf die Zufuhr über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel angewiesen. Wie viel Eisen dabei tatsächlich verwertet wird, hängt von zahlreichen Faktoren ab.
Formen von Eisen und ihre Resorptionsraten
Eisen kommt in der Nahrung in zwei grundlegend verschiedenen Formen vor, die sich stark in ihrer Bioverfügbarkeit unterscheiden:
- Hämeisen (Häm-Eisen): Diese Form ist ausschließlich in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Geflügel und Fisch enthalten. Die Resorptionsrate liegt bei 15 bis 35 % und wird kaum durch andere Nahrungsbestandteile beeinflusst.
- Nicht-Hämeisen: Diese Form kommt in pflanzlichen Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Nüssen und Samen sowie in Eiern und Milchprodukten vor. Die Resorptionsrate ist deutlich geringer und beträgt nur 2 bis 20 %. Sie wird stark durch begleitende Nahrungsbestandteile beeinflusst.
Einflussfaktoren auf die Eisenresorption
Resorptionsfördernde Faktoren
- Vitamin C (Ascorbinsäure): Wandelt dreiwertiges Eisen (Fe³⁺) in besser lösliches zweiwertiges Eisen (Fe²⁺) um und steigert die Resorption von Nicht-Hämeisen erheblich.
- Organische Säuren: Zitronensäure und andere organische Säuren in Früchten und Gemüse fördern die Eisenaufnahme.
- Fleisch, Fisch und Geflügel (MFP-Faktor): Bestimmte Proteine aus tierischen Quellen verbessern die Aufnahme von Nicht-Hämeisen.
- Eisenmangel: Bei niedrigen Eisenspeichern erhöht der Körper die Resorptionsrate automatisch, um den Bedarf zu decken.
Resorptionshemmende Faktoren
- Phytate: In Getreide, Hülsenfrüchten und Nüssen vorkommende Verbindungen, die Eisen binden und seine Aufnahme hemmen.
- Polyphenole und Tannine: Enthalten in Kaffee, Tee, Rotwein und bestimmten Gemüsesorten; sie reduzieren die Eisenabsorption deutlich.
- Kalzium: Hohe Kalziummengen aus Milchprodukten oder Supplementen können sowohl Häm- als auch Nicht-Hämeisen hemmen.
- Oxalate: In Spinat, Rhabarber und Schokolade enthalten; binden Eisen und verringern dessen Verfügbarkeit.
- Bestimmte Medikamente: Antazida, Protonenpumpenhemmer und einige Antibiotika können die Eisenresorption vermindern.
Regulierung der Eisenresorption im Körper
Der Körper reguliert die Eisenresorption über ein ausgeklügeltes System. Das in der Leber produzierte Hormon Hepcidin spielt dabei die zentrale Rolle: Bei vollen Eisenspeichern wird mehr Hepcidin ausgeschüttet, was die Resorption drosselt. Bei Eisenmangel oder erhöhtem Bedarf (z. B. in der Schwangerschaft oder bei Blutarmut) sinkt der Hepcidin-Spiegel und die Resorptionsrate steigt.
Die Aufnahme von Eisen findet hauptsächlich im Duodenum (Zwölffingerdarm) und im oberen Abschnitt des Dünndarms statt. Spezielle Transportproteine wie DMT-1 (Divalenter Metallionen-Transporter 1) schleusen das resorbierte Eisen in die Darmzellen.
Klinische Bedeutung
Eine verminderte Eisenresorptionsrate kann zu Eisenmangel und in weiterer Folge zu Eisenmangelanämie führen. Besonders gefährdet sind:
- Schwangere Frauen (erhöhter Bedarf)
- Veganer und Vegetarier (ausschließlich Nicht-Hämeisen aus der Nahrung)
- Personen mit Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts (z. B. Zöliakie, Morbus Crohn)
- Frauen im gebärfähigen Alter (Eisenverlust durch Menstruation)
- Leistungssportler
Bei einer Supplementierung mit Eisenpräparaten sollte auf die gleichzeitige Einnahme von Vitamin C geachtet werden, um die Resorptionsrate zu verbessern. Ebenso empfiehlt es sich, Eisen nicht zusammen mit Kaffee, Tee oder kalziumreichen Lebensmitteln einzunehmen.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Iron Deficiency Anaemia: Assessment, Prevention and Control. Geneva, 2001.
- Hurrell R, Egli I. Iron bioavailability and dietary reference values. American Journal of Clinical Nutrition. 2010;91(5):1461S-1467S.
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Eisen. Bonn, 2021.
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