Histaminfreisetzungstest – Ablauf & Bedeutung
Der Histaminfreisetzungstest ist ein Laborverfahren zur Diagnose von Allergien und Unverträglichkeiten, bei dem die Freisetzung von Histamin aus Blutzellen gemessen wird.
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Der Histaminfreisetzungstest ist ein Laborverfahren zur Diagnose von Allergien und Unverträglichkeiten, bei dem die Freisetzung von Histamin aus Blutzellen gemessen wird.
Was ist der Histaminfreisetzungstest?
Der Histaminfreisetzungstest (auch bekannt als Histamin-Freisetzungstest) ist ein diagnostisches Laborverfahren, das eingesetzt wird, um allergische Reaktionen und Überempfindlichkeiten zu identifizieren. Dabei wird untersucht, wie stark bestimmte Immunzellen im Blut – insbesondere Basophile Granulozyten und Mastzellen – auf den Kontakt mit einem Allergen oder einer verdächtigen Substanz reagieren, indem sie Histamin freisetzen. Histamin ist ein körpereigener Botenstoff, der bei allergischen Reaktionen eine zentrale Rolle spielt und typische Symptome wie Juckreiz, Hautrötungen oder Atemwegsreizungen auslöst.
Wie funktioniert der Test?
Für den Histaminfreisetzungstest wird dem Patienten eine Blutprobe entnommen. Im Labor werden die Blutzellen – vor allem die basophilen Granulozyten – gezielt mit verschiedenen Allergenen oder Substanzen in Kontakt gebracht. Reagieren die Zellen auf das jeweilige Allergen, setzen sie Histamin frei. Die freigesetzte Histaminmenge wird anschließend mithilfe geeigneter Analysemethoden (z. B. Fluorometrie oder ELISA) gemessen und ausgewertet.
Ablauf im Überblick
- Blutentnahme beim Patienten
- Isolation der basophilen Granulozyten aus dem Blut
- Inkubation der Zellen mit dem jeweiligen Testsubstanz oder Allergen
- Messung der freigesetzten Histaminmenge
- Auswertung und Interpretation der Ergebnisse durch den Arzt
Wann wird der Histaminfreisetzungstest eingesetzt?
Der Histaminfreisetzungstest kommt insbesondere dann zum Einsatz, wenn andere Allergietests – wie der Hautpricktest oder der klassische IgE-Bluttest – nicht eindeutige Ergebnisse liefern oder nicht durchführbar sind. Typische Anwendungsgebiete sind:
- Verdacht auf Nahrungsmittelallergien (z. B. auf Erdnüsse, Milch, Eier oder Weizen)
- Diagnose von Medikamentenallergien (z. B. auf Antibiotika oder Schmerzmittel)
- Abklärung von Insektengiftallergien (z. B. Bienen- oder Wespengift)
- Untersuchung bei Latex-Allergie
- Verdacht auf Histaminintoleranz
Vorteile und Grenzen des Tests
Ein wesentlicher Vorteil des Histaminfreisetzungstests gegenüber dem Hautpricktest ist, dass er in vitro (außerhalb des Körpers) durchgeführt wird und daher kein direktes allergisches Risiko für den Patienten besteht. Außerdem kann der Test auch bei Patienten angewendet werden, die Antihistaminika einnehmen oder an bestimmten Hauterkrankungen leiden, die einen Hauttest erschweren würden.
Allerdings hat der Test auch Grenzen: Die Qualität der Ergebnisse kann von der Frische der Blutprobe und der Stabilität der Basophilen abhängen. Zudem ist der Test technisch aufwendig und nicht in allen Laboren verfügbar. Eine abschließende Diagnose sollte daher stets durch einen Facharzt in Kombination mit weiteren klinischen Befunden gestellt werden.
Klinische Bedeutung und Interpretation
Die Ergebnisse des Histaminfreisetzungstests werden in der Regel als prozentualer Anteil der freigesetzten Histaminmenge angegeben. Ein hoher Wert deutet auf eine starke Reaktion der Immunzellen auf das getestete Allergen hin und kann auf eine klinisch relevante Allergie hinweisen. Die Interpretation der Ergebnisse muss jedoch stets im Kontext der klinischen Symptome und der Krankengeschichte des Patienten erfolgen.
Quellen
- Kleine-Tebbe J, Jakob T (Hrsg.) – Molekulare Allergiediagnostik. Springer Verlag, 2. Auflage, 2015.
- Lichtenstein LM, Osler AG – Studies on the mechanisms of hypersensitivity phenomena. Journal of Experimental Medicine, 1964. PubMed PMID: 14237839.
- World Allergy Organization (WAO) – White Book on Allergy, 2013. Verfügbar unter: https://www.worldallergy.org
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