Fluoridprophylaxe – Kariesschutz für Kinder und Erwachsene
Fluoridprophylaxe bezeichnet Maßnahmen zur Kariesvorbeugung durch Fluoride. Sie schützt Zähne bei Kindern und Erwachsenen wirksam.
Wissenswertes über "Fluoridprophylaxe"
Fluoridprophylaxe bezeichnet Maßnahmen zur Kariesvorbeugung durch Fluoride. Sie schützt Zähne bei Kindern und Erwachsenen wirksam.
Was ist Fluoridprophylaxe?
Die Fluoridprophylaxe umfasst alle gezielten Maßnahmen, bei denen Fluoride eingesetzt werden, um Karies (Zahnfäule) zu verhindern oder zu verlangsamen. Fluoride sind Verbindungen des chemischen Elements Fluor und kommen in geringen Mengen natürlich in Wasser, Boden und vielen Lebensmitteln vor. In der Zahnmedizin gelten sie seit Jahrzehnten als eines der wirksamsten Mittel zur Kariesprävention und sind von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie nationalen Fachgesellschaften empfohlen.
Wie wirkt Fluorid?
Fluoride schützen die Zähne durch mehrere Mechanismen:
- Remineralisation: Fluoride fördern die Wiedereinlagerung von Mineralien (vor allem Kalzium und Phosphat) in angegriffenen Zahnschmelz und machen ihn widerstandsfähiger gegen Säuren.
- Hemmung von Bakterien: Fluoride hemmen den Stoffwechsel kariesverursachender Bakterien (insbesondere Streptococcus mutans) und reduzieren die Säureproduktion im Mundraum.
- Bildung von Fluorapatit: Fluoride werden in den Zahnschmelz eingebaut und formen Fluorapatit, eine stabilere Verbindung als das natürlich vorkommende Hydroxylapatit. Fluorapatit ist weniger löslich gegenüber Säureangriffen.
Formen der Fluoridprophylaxe
Systemische Fluoridprophylaxe
Bei der systemischen Anwendung wird Fluorid über den Körper aufgenommen und wirkt während der Zahnentwicklung von innen heraus. Zu den Formen gehören:
- Fluoridtabletten: Werden vor allem Kleinkindern und Schulkindern gegeben, bei denen die Zähne noch im Wachstum sind. In Deutschland empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) die kombinierte Gabe von Fluoridtabletten und Vitamin D.
- Fluoridiertes Speisesalz: In Deutschland ist Speisesalz häufig mit Fluorid angereichert. Dies ist eine einfache und kosteneffektive Möglichkeit der Bevölkerungsprophylaxe.
- Fluoridiertes Trinkwasser: In einigen Ländern wird Trinkwasser gezielt mit Fluorid angereichert (z. B. in den USA). In Deutschland ist dies nicht üblich.
Lokale Fluoridprophylaxe
Bei der lokalen Anwendung wird Fluorid direkt auf die Zahnoberfläche aufgebracht. Dies ist die heute bevorzugte und am besten belegte Form der Fluoridprophylaxe:
- Fluoridzahnpasta: Die tägliche Verwendung einer fluoridhaltigen Zahnpasta ist die wichtigste und effektivste Maßnahme der lokalen Fluoridprophylaxe für alle Altersgruppen.
- Fluoridgele und -lacke: Werden vom Zahnarzt oder der Zahnärztin aufgetragen und enthalten höhere Fluoridkonzentrationen. Sie sind besonders für Risikogruppen geeignet.
- Fluoridspülungen: Mundspülungen mit Fluorid können zusätzlich eingesetzt werden, insbesondere bei erhöhtem Kariesrisiko.
Empfehlungen nach Altersgruppe
Die Dosierungsempfehlungen für Fluorid richten sich nach dem Alter:
- Säuglinge (ab dem Zahndurchbruch): Zweimal täglich Zähne mit einer reiskorngroßen Menge Kinderzahnpasta (500 ppm Fluorid) reinigen.
- Kinder (2–6 Jahre): Erbsengroße Menge Kinderzahnpasta (500–1000 ppm Fluorid), zweimal täglich.
- Kinder ab 6 Jahren und Erwachsene: Zahnpasta mit 1000–1500 ppm Fluorid, zweimal täglich.
Sicherheit und Risiken
Bei sachgemäßer Anwendung gilt Fluorid als sicher. Eine übermäßige Aufnahme von Fluorid kann jedoch zu Dentalfluorose führen – weissliche Flecken oder Verfärbungen des Zahnschmelzes, die vor allem entstehen, wenn Kleinkinder zu große Mengen Fluorid schlucken. Schwere systemische Vergiftungen (Fluorose des Knochens) sind bei den in der Prophylaxe verwendeten Mengen in Deutschland nicht zu erwarten. Eltern sollten dennoch darauf achten, dass Kinder fluoridhaltige Zahnpasta nicht verschlucken.
Bedeutung für die öffentliche Gesundheit
Die Fluoridprophylaxe hat maßgeblich dazu beigetragen, die Kariesprävalenz in Deutschland und weltweit in den letzten Jahrzehnten deutlich zu senken. Regelmäßige Zahnarztbesuche, gute Mundhygiene und eine ausgewogene Ernährung ergänzen die Wirkung der Fluoridprophylaxe.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK): Leitlinie zur Kariesprophylaxe mit Fluoriden (2021).
- Weltgesundheitsorganisation (WHO): Fluoride and Oral Health. WHO Technical Report Series, Genf.
- Pieper K, Momeni A: Grundlagen der Kariesprävention. Zahnmedizin up2date, Georg Thieme Verlag (2006).
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieElternberatung
Wahrnehmung
Muskeltonus
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: Fluoridprophylaxe