Osteomyelitis – Ursachen, Symptome & Behandlung
Osteomyelitis ist eine Entzündung des Knochens und Knochenmarks, meist durch bakterielle Infektionen ausgelöst. Sie kann akut oder chronisch verlaufen und erfordert rasche ärztliche Behandlung.
Wissenswertes über "Osteomyelitis"
Osteomyelitis ist eine Entzündung des Knochens und Knochenmarks, meist durch bakterielle Infektionen ausgelöst. Sie kann akut oder chronisch verlaufen und erfordert rasche ärztliche Behandlung.
Was ist Osteomyelitis?
Osteomyelitis bezeichnet eine Entzündung des Knochens (Osteo-) und des Knochenmarks (-myelitis), die in den meisten Fällen durch eine bakterielle Infektion verursacht wird. Seltener können auch Pilze oder andere Krankheitserreger verantwortlich sein. Die Erkrankung kann akut (plötzlich und stark) oder chronisch (langanhaltend) verlaufen und betrifft sowohl Kinder als auch Erwachsene.
Ursachen
Die häufigste Ursache der Osteomyelitis ist eine Infektion mit Bakterien. Diese können auf drei Wegen in den Knochen gelangen:
- Hämatogen (blutbahnartig): Bakterien gelangen über das Blut in den Knochen, häufig bei Kindern und älteren Menschen.
- Direkte Inokulation: Erreger dringen durch offene Frakturen, operative Eingriffe oder Traumata direkt in den Knochen ein.
- Fortgeleitete Infektion: Eine benachbarte Infektion (z. B. ein diabetischer Fuß, ein Dekubitus) breitet sich auf den Knochen aus.
Der häufigste Erreger ist Staphylococcus aureus. Bei Säuglingen und Kleinkindern spielen auch Streptokokken und gramnegative Keime eine Rolle. Bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem können auch ungewohnliche Erreger verantwortlich sein.
Risikofaktoren
- Diabetes mellitus
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
- Immunschwäche (z. B. HIV, immunsuppressive Therapie)
- Nierenversagen oder Dialysepflicht
- Kürzliche orthopädische Operationen oder implantierte Fremdmaterialien (Prothesen, Schrauben)
- Injektionsdrogenkonsum
- Sichelzellanämie (vor allem bei Kindern)
Symptome
Die Symptome der Osteomyelitis hängen davon ab, ob die Erkrankung akut oder chronisch verläuft:
Akute Osteomyelitis
- Plötzlich auftretende, starke Schmerzen im betroffenen Knochen
- Schwellung, Rötung und Wärme über dem betroffenen Bereich
- Fieber und Schüttelfrost
- Allgemeines Krankheitsgefühl, Müdigkeit
- Eingeschränkte Beweglichkeit des betroffenen Gliedmaßes
Chronische Osteomyelitis
- Anhaltende oder wiederkehrende Knochenschmerzen
- Fistelbildung (Eiterabfluss durch die Haut)
- Schlecht heilende Wunden im betroffenen Bereich
- Allgemeine Abgeschlagenheit
- Gelegentlich wenig ausgeprägtes Fieber
Diagnose
Die Diagnose der Osteomyelitis wird durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Laborparametern und bildgebenden Verfahren gestellt:
- Blutuntersuchung: Erhöhte Entzündungsmarker wie CRP (C-reaktives Protein), BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit) und Leukozyten (weiße Blutkörperchen).
- Blutkultur: Nachweis von Bakterien im Blut.
- Röntgenaufnahme: Im Frühstadium oft unauffällig; später sichtbare Knochenveränderungen.
- MRT (Magnetresonanztomographie): Goldstandard für die frühzeitige Erkennung von Knochen- und Weichteilentzündungen.
- CT (Computertomographie): Zur Beurteilung von Knochenzerstörung und Sequesterbildung.
- Knochenszintigraphie: Nachweis erhöhter Stoffwechselaktivität im Knochen.
- Knochenbiopsie: Sicherung des Erregers durch Gewebsprobenentnahme; wichtig für die gezielte Antibiotikatherapie.
Behandlung
Die Behandlung der Osteomyelitis richtet sich nach dem Schweregrad, der Ursache und dem Erreger. Sie umfasst in der Regel eine Kombination aus medikamentöser und ggf. chirurgischer Therapie.
Antibiotikatherapie
Die Antibiotikatherapie ist die Basis der Behandlung. Sie wird idealerweise nach Erregernachweis und Resistenzprüfung (Antibiogramm) eingeleitet. Bei der akuten Osteomyelitis erfolgt zunächst eine intravenöse (i.v.) Gabe, gefolgt von einer oralen Weiterbehandlung. Die Gesamtdauer beträgt meist 4 bis 6 Wochen, bei chronischen Verläufen auch länger.
Chirurgische Therapie
Bei chronischer Osteomyelitis, Abszessbildung oder Knochen-/Gewebezerstörung ist häufig ein operativer Eingriff notwendig. Ziele der Operation sind:
- Entfernung von abgestorbenem Knochen- und Weichgewebe (Debridement)
- Drainage von Abszessen (Eiteransammlungen)
- Entfernung infizierter Implantate oder Prothesen
- Knochenrekonstruktion bei ausgedehntem Defekt
Unterstützende Maßnahmen
- Ruhigstellung des betroffenen Bereichs (z. B. Schiene, Gips)
- Schmerztherapie
- Optimierung von Grunderkrankungen (z. B. Blutzuckereinstellung bei Diabetes)
- Hyperbare Sauerstofftherapie als ergänzende Maßnahme in ausgewählten Fällen
Prognose
Bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Therapie ist die akute Osteomyelitis in den meisten Fällen heilbar. Die chronische Osteomyelitis hingegen ist schwieriger zu behandeln und neigt zu Rückfällen. Komplikationen wie Wachstumsstörungen (bei Kindern), pathologische Frakturen, Sepsis oder eine dauerhafte Gelenkschädigung können auftreten.
Quellen
- Lew, D.P. & Waldvogel, F.A. (2004): Osteomyelitis. In: The Lancet, 364(9431), S. 369–379. DOI: 10.1016/S0140-6736(04)16727-5
- Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU): S2k-Leitlinie Osteomyelitis. AWMF-Registernummer 012-033.
- World Health Organization (WHO): Antimicrobial resistance and bone infections. Geneva, WHO Press.
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieFraktur
Osteomyelitis
LWS-Syndrom
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: Osteomyelitis