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Die 6-Phosphogluconolactonase ist ein Enzym des Pentosephosphatwegs, das die Hydrolyse von 6-Phosphogluconolacton zu 6-Phosphogluconat katalysiert.
Die 6-Phosphogluconolactonase ist ein Enzym des Pentosephosphatwegs, das die Hydrolyse von 6-Phosphogluconolacton zu 6-Phosphogluconat katalysiert.
Die 6-Phosphogluconolactonase (kurz: 6PGL) ist ein Enzym, das eine zentrale Rolle im Pentosephosphatweg (auch Hexosemonophosphatweg genannt) spielt. Dieser Stoffwechselweg ist ein wichtiger Zweig des Kohlenhydratstoffwechsels und dient der Produktion von NADPH (ein energiereiches Reduktionsmittel) sowie von Ribose-5-Phosphat, das für die Biosynthese von Nukleotiden und Nukleinsäuren benötigt wird.
Das Enzym katalysiert die Hydrolyse von 6-Phospho-D-Glucono-1,5-Lacton zu 6-Phospho-D-Gluconat. Diese Reaktion stellt den zweiten Schritt des oxidativen Abschnitts des Pentosephosphatwegs dar und ist essenziell für den reibungslosen Ablauf dieses Stoffwechselwegs.
Die 6-Phosphogluconolactonase gehört zur Enzymklasse der Hydrolasen. Sie beschleunigt eine Reaktion, die auch spontan ablaufen kann, jedoch ohne das Enzym sehr langsam verliefe. Der genaue Mechanismus umfasst folgende Schritte:
Das bei dieser Reaktion entstehende Produkt 6-Phosphogluconat wird im weiteren Verlauf des Pentosephosphatwegs weiter abgebaut, wobei zusätzliches NADPH und letztlich Ribose-5-Phosphat entstehen.
Der Pentosephosphatweg, und damit auch die 6-Phosphogluconolactonase, hat mehrere wichtige biologische Funktionen:
Storungen im Pentosephosphatweg, insbesondere ein Mangel an Enzymen dieses Wegs, können zu klinisch relevanten Erkrankungen fuhren. Ein bekanntes Beispiel ist der Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (G6PD-Mangel), der das erste Enzym des Pentosephosphatwegs betrifft und zur häufigsten enzymopathischen Ursache hamolytischer Anämien weltweit zählt.
Obwohl ein isolierter Mangel der 6-Phosphogluconolactonase beim Menschen selten dokumentiert ist, wird das Enzym in der biochemischen Forschung intensiv untersucht. In einigen Krankheitserregern wie Plasmodium falciparum (dem Erreger der Malaria) ist die 6-Phosphogluconolactonase als potenzielles Wirkstoffziel (Drug Target) von Interesse, da Unterschiede zwischen dem menschlichen und dem parasitären Enzym genutzt werden konnten, um selektive Hemmstoffe zu entwickeln.
Die 6-Phosphogluconolactonase kommt in nahezu allen lebenden Organismen vor, darunter Menschen, Tiere, Pflanzen, Pilze und Mikroorganismen. Beim Menschen wird das Enzym durch das PGLS-Gen auf Chromosom 19 kodiert. Es ist in praktisch allen Geweben und Zelltypen aktiv, in denen der Pentosephosphatweg abläuft.
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