AA Index – Bedeutung, Messung & Optimierung
Der AA Index beschreibt das Verhältnis von Arachidonsäure zu EPA im Blut und gilt als wichtiger Marker für Entzündungsprozesse im Körper.
Wissenswertes über "AA Index"
Der AA Index beschreibt das Verhältnis von Arachidonsäure zu EPA im Blut und gilt als wichtiger Marker für Entzündungsprozesse im Körper.
Was ist der AA Index?
Der AA Index (auch AA/EPA-Quotient) ist ein labordiagnostischer Wert, der das Verhältnis der Fettsäure Arachidonsäure (AA) zur Fettsäure Eicosapentaensäure (EPA) im Blut beschreibt. Beide Fettsäuren gehören zur Gruppe der mehrfach ungesättigten Fettsäuren und haben gegensätzliche Wirkungen auf Entzündungsprozesse im Körper. Der AA Index wird verwendet, um das individuelle Entzündungsrisiko einer Person einzuschätzen.
Bedeutung der Arachidonsäure und EPA
Arachidonsäure (AA) ist eine Omega-6-Fettsäure, die im Körper als Ausgangssubstanz für entzündungsfördernde Botenstoffe (sogenannte Eicosanoide) dient. Ein hoher AA-Spiegel im Blut kann chronische Entzündungen begünstigen.
Eicosapentaensäure (EPA) hingegen ist eine Omega-3-Fettsäure, die entzündungshemmende Botenstoffe produziert und so als natürliches Gegengewicht zur Arachidonsäure wirkt. EPA wird hauptsächlich über fetten Seefisch oder Omega-3-Präparate zugeführt.
Berechnung des AA Index
Der AA Index errechnet sich aus dem Quotienten der Konzentration von Arachidonsäure und EPA in den roten Blutkörperchen oder im Blutplasma:
- Formel: AA Index = AA-Konzentration / EPA-Konzentration
- Ein niedriger Wert (z. B. unter 3) gilt als günstig und weist auf ein ausgewogenes Verhältnis hin.
- Ein hoher Wert (z. B. über 10–15) deutet auf ein erhöhtes Entzündungsrisiko hin.
Klinische Relevanz
Ein erhöhter AA Index wird mit verschiedenen chronischen Erkrankungen in Verbindung gebracht, darunter:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Arteriosklerose)
- Chronisch-entzündliche Erkrankungen wie Rheuma oder entzündliche Darmerkrankungen
- Metabolisches Syndrom und Typ-2-Diabetes
- Neurologische Erkrankungen und Depressionen
In der präventiven Medizin und in der Ernährungsmedizin wird der AA Index daher als wertvoller Biomarker eingesetzt, um das Risiko für chronische Entzündungen frühzeitig zu erkennen und therapeutische Maßnahmen einzuleiten.
Diagnose und Messung
Die Bestimmung des AA Index erfolgt durch eine Blutuntersuchung. Dabei wird die Fettsäurezusammensetzung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) oder des Blutplasmas analysiert. Die Messung kann in spezialisierten Labors durchgeführt werden und ist Teil erweiterter Fettsäureanalysen.
Behandlung und Optimierung
Ein erhöhter AA Index kann durch gezielte Ernährungs- und Lebensstiländerungen gesenkt werden:
- Erhöhung der Omega-3-Zufuhr: regelmäßiger Konsum von fettem Seefisch (Lachs, Makrele, Hering) oder Einnahme von Omega-3-Präparaten (EPA/DHA)
- Reduzierung der Omega-6-Zufuhr: weniger Sonnenblumenöl, Distelöl und stark verarbeitete Lebensmittel
- Entzündungshemmende Ernährung: mediterrane Diät mit viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Olivenöl
- Reguläre Kontrolle: Überwachung des AA Index im Verlauf einer ernährungsmedizinischen Therapie
Quellen
- Simopoulos, A.P. (2002). The importance of the ratio of omega-6/omega-3 essential fatty acids. Biomedicine & Pharmacotherapy, 56(8), 365–379.
- Calder, P.C. (2006). n-3 Polyunsaturated fatty acids, inflammation, and inflammatory diseases. The American Journal of Clinical Nutrition, 83(6), 1505S–1519S.
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Fettsäuren. Bonn, aktuelle Auflage.
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