AA/EPA-Quotient: Bedeutung & Normalwerte
Der AA/EPA-Quotient beschreibt das Verhältnis von Arachidonsäure zu Eicosapentaensäure im Blut und gilt als wichtiger Marker für das Entzündungsrisiko.
Wissenswertes über "AA/EPA-Quotient"
Der AA/EPA-Quotient beschreibt das Verhältnis von Arachidonsäure zu Eicosapentaensäure im Blut und gilt als wichtiger Marker für das Entzündungsrisiko.
Was ist der AA/EPA-Quotient?
Der AA/EPA-Quotient (auch AA/EPA-Ratio oder AA/EPA-Verhältnis genannt) ist ein Laborwert, der das Verhältnis zweier langkettiger Fettsäuren im Blut beschreibt: Arachidonsäure (AA) und Eicosapentaensäure (EPA). Beide Fettsäuren spielen eine zentrale Rolle im Entzündungsgeschehen des Körpers, wirken dabei jedoch entgegengesetzt.
Arachidonsäure ist eine Omega-6-Fettsäure, die aus tierischen Lebensmitteln stammt und im Körper entzündungsfördernde Botenstoffe (sogenannte Eicosanoide) bildet. Eicosapentaensäure hingegen ist eine Omega-3-Fettsäure, die vor allem in fettem Seefisch vorkommt und entzündungshemmend wirkt. Der Quotient aus beiden Werten liefert einen direkten Hinweis auf das Entzündungspotenzial des Organismus.
Klinische Bedeutung
Ein hoher AA/EPA-Quotient weist auf ein Übergewicht entzündungsfördernder Prozesse hin und wird mit einem erhöhten Risiko für verschiedene chronische Erkrankungen in Verbindung gebracht. Ein niedriger Quotient spricht für ein ausgeglicheneres Verhältnis und ein geringeres systemisches Entzündungsrisiko.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Ein erhöhter AA/EPA-Quotient gilt als Risikofaktor für Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall.
- Chronisch-entzündliche Erkrankungen: Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder Psoriasis gehen häufig mit einem erhöhten Quotienten einher.
- Metabolisches Syndrom: Übergewicht, Insulinresistenz und Diabetes mellitus Typ 2 stehen ebenfalls in Zusammenhang mit einem ungünstigen AA/EPA-Verhältnis.
- Psychische Gesundheit: Studien deuten auf Zusammenhänge zwischen einem hohen AA/EPA-Quotienten und dem Auftreten von Depressionen sowie kognitiven Einschränkungen hin.
Normwerte und Bewertung
In westlichen Industrieländern liegt der AA/EPA-Quotient im Blut häufig zwischen 10:1 und 20:1, was auf eine deutliche Dominanz der Arachidonsäure hinweist. Als gesundheitlich günstig gilt ein Wert von etwa 2,5:1 bis 5:1. In Japan, wo traditionell viel Fisch gegessen wird, werden Werte von etwa 1,5:1 bis 3:1 gemessen.
Die Messung erfolgt üblicherweise aus dem nüchternen Vollblut oder aus Blutplasma. Es handelt sich um einen spezialisierten Labortest, der nicht zur Routinediagnostik gehört, aber im Rahmen präventivmedizinischer Untersuchungen oder bei erhöhtem kardiomaskulärem Risiko eingesetzt werden kann.
Einflussfaktoren und Ernährung
Der AA/EPA-Quotient wird maßgeblich durch die Ernährung beeinflusst. Wichtige Einflussfaktoren sind:
- Hoher Konsum von Omega-6-reichen Lebensmitteln (z. B. Sonnenblumenöl, Fleisch, Fast Food) erhöht den AA-Anteil und damit den Quotienten.
- Regelmäßiger Verzehr von fettem Seefisch (z. B. Lachs, Hering, Makrele) oder die Einnahme von Omega-3-Präparaten (Fischöl, Algenöl) erhöht den EPA-Anteil und senkt den Quotienten.
- Lebensstil: Bewegungsmangel, chronischer Stress und Rauchen können den Quotienten zusätzlich negativ beeinflussen.
Therapie und Optimierung
Zur Senkung eines erhöhten AA/EPA-Quotienten empfehlen sich folgende Maßnahmen:
- Erhöhung des Fischkonsums (mindestens 2 Portionen fetter Seefisch pro Woche gemäß Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung)
- Einnahme von hochwertigen Omega-3-Ergänzungsmitteln (EPA und DHA), insbesondere bei veganer oder vegetarischer Ernährung
- Reduktion des Konsums von Omega-6-reichen Ölen und stark verarbeiteten Lebensmitteln
- Mediterrane Ernährungsweise als langfristig entzündungshemmende Diätstrategie
- Regelmäßige Bewegung und Stressreduktion
Eine Änderung des AA/EPA-Quotienten durch Ernährungsanpassung ist messbar und kann bereits nach einigen Wochen bis Monaten eintreten.
Quellen
- Simopoulos, A.P. (2002): The importance of the ratio of omega-6/omega-3 essential fatty acids. In: Biomedicine & Pharmacotherapy, 56(8), S. 365-379. PubMed PMID: 12442909.
- Deutche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr - Fettsäuren. www.dge.de
- Calder, P.C. (2015): Marine omega-3 fatty acids and inflammatory processes: Effects, mechanisms and clinical relevance. In: Biochimica et Biophysica Acta, 1851(4), S. 469-484. PubMed PMID: 25149823.
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