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Abortus incipiens bezeichnet einen bereits eingesetzten, nicht mehr aufzuhaltenden Fehlgeburt-Prozess in der Frühschwangerschaft mit Zervixöffnung und Blutung.
Abortus incipiens bezeichnet einen bereits eingesetzten, nicht mehr aufzuhaltenden Fehlgeburt-Prozess in der Frühschwangerschaft mit Zervixöffnung und Blutung.
Der Abortus incipiens (lateinisch: beginnende Fehlgeburt) bezeichnet einen Schwangerschaftsabbruch, der bereits unwiderruflich eingesetzt hat. Im Gegensatz zum drohenden Abort (Abortus imminens), bei dem die Schwangerschaft noch gerettet werden kann, ist beim Abortus incipiens der Abortvorgang nicht mehr aufzuhalten. Die Schwangerschaft befindet sich typischerweise im ersten Trimenon (bis zur 12. Schwangerschaftswoche).
Die Ursachen eines Abortus incipiens sind vielfältig. Häufig liegen chromosomale oder genetische Störungen des Embryos vor, die eine Weiterentwicklung unmöglich machen. Weitere mögliche Ursachen umfassen:
Das klinische Bild des Abortus incipiens ist charakteristisch und unterscheidet ihn von anderen Abortformen:
Die Diagnose des Abortus incipiens erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und apparativer Diagnostik:
Der geöffnete Muttermund ist das klinisch wegweisende Zeichen. Die Inspektion des Zervikalkanals und der Scheide gibt Aufschluss über den Abortfortschritt und mögliche Gewebereste.
Mit dem transvaginalen Ultraschall kann die Größe und Lage der Fruchtanlage beurteilt werden. Fehlende Herzaktionen des Embryos sowie eine unregelmäßige Fruchtblase bestätigen den Befund. Zudem kann beurteilt werden, ob Gewebereste in der Gebärmutterhöhle verblieben sind.
Das Hormon Beta-hCG (humanes Choriongonadotropin) wird im Blut bestimmt. Beim Abortus incipiens ist der Wert oft erniedrigt oder fällt im Verlauf ab. Zusätzlich werden Blutbild und Blutgruppe (inkl. Rhesus-Faktor) bestimmt.
Da der Abortvorgang nicht mehr aufzuhalten ist, zielt die Behandlung auf eine vollständige und komplikationsarme Entleerung der Gebärmutter sowie auf die Betreuung der betroffenen Frau.
Bei unkompliziertem Verlauf kann abgewartet werden, ob das Abortmaterial spontan vollständig ausgestoßen wird. Dies ist in vielen Fällen möglich, erfordert jedoch engmaschige Kontrolluntersuchungen.
Misoprostol (ein Prostaglandin-Analogon) kann eingesetzt werden, um die Uteruskontraktionen zu fördern und den Abortvorgang zu beschleunigen. Dies wird häufig angewendet, wenn der spontane Abgang ausbleibt oder unvollständig ist.
Bei starken Blutungen, Infektionszeichen oder unvollständigem Abort kann eine operative Intervention notwendig sein:
Bei Frauen mit Rh-negativer Blutgruppe muss nach einem Abort eine Anti-D-Prophylaxe verabreicht werden, um eine Sensibilisierung gegen Rh-positive Erythrozyten zu verhindern, die zukünftige Schwangerschaften gefährden könnte.
Eine Fehlgeburt stellt für betroffene Frauen und Paare häufig ein traumatisches Erlebnis dar. Psychologische Unterstützung, Beratungsgespräche und gegebenenfalls Trauerbegleitung sind ein wichtiger Bestandteil der ganzheitlichen Versorgung.
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