Acalabrutinib: BTK-Inhibitor bei CLL und Lymphom
Acalabrutinib ist ein zielgerichtetes Krebsmedikament aus der Gruppe der BTK-Inhibitoren, das zur Behandlung bestimmter B-Zell-Lymphome und der chronischen lymphatischen Leukämie eingesetzt wird.
Wissenswertes über "Acalabrutinib"
Acalabrutinib ist ein zielgerichtetes Krebsmedikament aus der Gruppe der BTK-Inhibitoren, das zur Behandlung bestimmter B-Zell-Lymphome und der chronischen lymphatischen Leukämie eingesetzt wird.
Was ist Acalabrutinib?
Acalabrutinib ist ein selektiver Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor (BTK-Inhibitor) der zweiten Generation, der zur Behandlung bestimmter Blutkrebserkrankungen zugelassen ist. Es handelt sich um einen zielgerichteten Wirkstoff, der gezielt in die Signalwege von bösartigen B-Lymphozyten eingreift und deren Wachstum und Überleben hemmt. Das Medikament wird unter dem Handelsnamen Calquence vermarktet und ist sowohl in der Europäischen Union als auch in den USA zugelassen.
Indikationen
Acalabrutinib ist für folgende Erkrankungen zugelassen:
- Chronische lymphatische Leukämie (CLL): sowohl als Erstlinientherapie als auch nach vorherigen Behandlungen
- Mantelzell-Lymphom (MCZ): bei Patienten, die mindestens eine vorherige Therapie erhalten haben
Wirkmechanismus
Acalabrutinib bindet irreversibel und hochselektiv an die Bruton-Tyrosinkinase (BTK), ein Enzym, das eine zentrale Rolle in der B-Zell-Rezeptor-Signalkette spielt. Durch die Hemmung der BTK wird die Proliferation (Vermehrung), das Überleben und die Migration von malignen B-Zellen blockiert. Im Vergleich zum Vorläuferwirkstoff Ibrutinib zeigt Acalabrutinib eine höhere Selektivität für BTK, was das Nebenwirkungsprofil verbessern soll.
Dosierung und Anwendung
Acalabrutinib wird in der Regel als Kapsel zu 100 mg oral zweimal täglich eingenommen. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Wichtig ist, dass die Kapseln nicht aufgebrochen oder gelöst werden sollten. Bei Patienten, die Magensäureblocker (Protonenpumpenhemmer) einnehmen, kann die Resorption beeinträchtigt sein, weshalb Abstandsregelungen zur Einnahme anderer Medikamente beachtet werden sollten.
Nebenwirkungen
Wie alle zielgerichteten Krebsmedikamente kann Acalabrutinib Nebenwirkungen verursachen. Zu den häufigen Nebenwirkungen zählen:
- Kopfschmerzen (insbesondere in den ersten Wochen der Behandlung)
- Blutungen (z. B. blaue Flecken, Nasenbluten)
- Durchfall und Übelkeit
- Infektionen (z. B. der oberen Atemwege)
- Muskel- und Gelenkschmerzen
- Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern)
- Blutbildveränderungen (z. B. Neutropenie, Thrombozytopenie)
Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen umfassen schwere Blutungsereignisse und opportunistische Infektionen. Patienten sollten ihren behandelnden Arzt sofort informieren, wenn ungewohnte Symptome auftreten.
Wechselwirkungen
Acalabrutinib wird hauptsächlich über das Enzym CYP3A4 in der Leber abgebaut. Daher können Medikamente, die dieses Enzym hemmen oder aktivieren, die Blutspiegel von Acalabrutinib beeinflussen. Starke CYP3A4-Hemmer (z. B. bestimmte Antimykotika oder HIV-Medikamente) können die Konzentration von Acalabrutinib erhöhen, während starke CYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin) sie senken können. Auch Blutverдünner wie Warfarin sollten mit Vorsicht kombiniert werden.
Behandlungskontext
Acalabrutinib kann als Monotherapie oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen, z. B. Obinutuzumab (einem Anti-CD20-Antikörper), eingesetzt werden. Die Therapie wird in der Regel so lange fortgeführt, bis die Erkrankung voranschreitet oder unerträgliche Nebenwirkungen auftreten. Regelmäßige Blutbildkontrollen und ärztliche Überwachung sind während der Behandlung essentiell.
Quellen
- European Medicines Agency (EMA): Calquence (Acalabrutinib) - Produktinformation. Verfügbar unter: https://www.ema.europa.eu
- Wang M. et al. - Acalabrutinib in relapsed or refractory mantle cell lymphoma. Journal of Hematology & Oncology, 2019.
- Sharman JP et al. - Acalabrutinib with or without obinutuzumab versus chlorambucil and obinutuzumab for treatment-naive chronic lymphocytic leukaemia (ELEVATE-TN). Lancet, 2020;395(10232):1278-1291.
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