Achillodynie: Ursachen, Symptome & Behandlung
Achillodynie bezeichnet Schmerzen im Bereich der Achillessehne. Sie entsteht häufig durch Überlastung und betrifft vor allem Sportler sowie aktive Menschen.
Wissenswertes über "Achillodynie"
Achillodynie bezeichnet Schmerzen im Bereich der Achillessehne. Sie entsteht häufig durch Überlastung und betrifft vor allem Sportler sowie aktive Menschen.
Was ist Achillodynie?
Die Achillodynie ist ein Sammelbegriff für Schmerzzustände im Bereich der Achillessehne, der stärksten Sehne des menschlichen Körpers. Sie verbindet die Wadenmuskulatur (Musculus gastrocnemius und Musculus soleus) mit dem Fersenbein (Calcaneus). Schmerzen in diesem Bereich können sowohl die Sehne selbst als auch das umliegende Gewebe betreffen und treten häufig als Folge von Überlastung oder Fehlbelastung auf.
Ursachen
Die Achillodynie hat meist mehrere Ursachen, die zusammenwirken:
- Überlastung: Intensives oder plötzlich gesteigertes Training, insbesondere beim Laufen
- Fehlstellung: Knicksenkfuß, Beinlängendifferenz oder eine gestörte Gangmechanik
- Ungenügendes Aufwärmen: Mangelnde Dehnung der Wadenmuskulatur vor sportlicher Belastung
- Ungeeignetes Schuhwerk: Zu harte oder schlecht passende Schuhe
- Stoffwechselerkrankungen: Zum Beispiel Gicht, Diabetes mellitus oder erhöhte Cholesterinwerte
- Medikamente: Bestimmte Antibiotika (z. B. Fluorchinolone) können die Sehne schädigen
- Altersbedingte Veränderungen: Mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität der Sehne ab
Symptome
Die typischen Beschwerden bei Achillodynie umfassen:
- Schmerzen im Bereich der Achillessehne, häufig 2–6 cm oberhalb des Fersenbeins
- Anlaufschmerz: Schmerzen zu Beginn einer Bewegung, die sich nach einigen Schritten bessern
- Schmerzen nach längerer Belastung oder am Abend
- Morgensteifigkeit und Schmerzen beim ersten Auftreten nach dem Schlafen
- Schwellung, Wärmegefühl oder tastbare Verdickung der Sehne
- Druckschmerz bei gezieltem Drücken auf die Sehne
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch eine klinische Untersuchung gestellt. Der Arzt befragt den Patienten zu Beschwerden, Sportgewohnheiten und Vorerkrankungen. Zur weiteren Abklärung kommen folgende Untersuchungen in Betracht:
- Ultraschall (Sonographie): Zur Darstellung von Veränderungen, Einrissen oder Verdickungen der Sehne
- MRT (Magnetresonanztomographie): Für eine detaillierte Beurteilung bei unklarem Befund
- Röntgen: Zum Ausschluss von Knochenveränderungen oder Verkalkungen
- Laboruntersuchungen: Bei Verdacht auf Stoffwechselerkrankungen oder entzündliche Erkrankungen
Behandlung
Konservative Therapie
Die meisten Fälle von Achillodynie sprechen gut auf konservative Maßnahmen an:
- Belastungsreduktion: Temporäre Schonung und Anpassung des Trainingsumfangs
- Exzentrisches Kräftigungstraining: Gezieltes Training der Wadenmuskulatur, das als wirksamste konservative Methode gilt (Alfredson-Programm)
- Physiotherapie: Dehnung, manuelle Therapie und Gangschule
- Orthopedie und Einlagen: Fersenkeile oder individuelle Einlagen zur Entlastung der Sehne
- Kühlung: Lokale Kälteanwendung zur Linderung von Schmerz und Schwellung
- Schmerzmedikamente: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen bei akuten Beschwerden
- Stosswellentherapie: Einsatz von Schallwellen zur Förderung der Gewebeheilung
Operative Therapie
Wenn konservative Methoden über mehrere Monate keinen Erfolg zeigen, kann ein operativer Eingriff notwendig werden. Dabei werden verändertes Sehnengewebe entfernt oder strukturelle Ursachen behoben.
Vorbeugung
Um einer Achillodynie vorzubeugen, empfehlen sich folgende Maßnahmen:
- Regelmäßiges Dehnen der Wadenmuskulatur
- Langsame Steigerung von Trainingsintensität und -umfang
- Geeignetes, gut gedämpftes Sportschuhwerk
- Muskulares Kräftigungstraining der unteren Extremitäten
- Ausreichende Regenerationszeiten zwischen intensiven Belastungen
Quellen
- Maffulli N, Wong J, Almekinders LC. Types and epidemiology of tendinopathy. Clinics in Sports Medicine. 2003;22(4):675–692.
- Alfredson H, Pietilä T, Jonsson P, Lorentzon R. Heavy-load eccentric calf muscle training for the treatment of chronic Achilles tendinosis. American Journal of Sports Medicine. 1998;26(3):360–366.
- Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). Leitlinie Achillessehnenerkrankungen. AWMF-Register. 2022.
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