ACPA – Antikörper bei rheumatoider Arthritis
ACPA (Anti-citrullinierte Protein-Antikörper) sind Blutmarker zur Frühdiagnose der rheumatoiden Arthritis. Ihr Nachweis gilt als hochspezifisch für diese Autoimmunerkrankung.
Wissenswertes über "ACPA"
ACPA (Anti-citrullinierte Protein-Antikörper) sind Blutmarker zur Frühdiagnose der rheumatoiden Arthritis. Ihr Nachweis gilt als hochspezifisch für diese Autoimmunerkrankung.
Was sind ACPA?
ACPA steht für Anti-citrullinierte Protein-Antikörper (englisch: Anti-Citrullinated Protein Antibodies). Dabei handelt es sich um Autoantikörper, die das Immunsystem irrtümlicherweise gegen körpereigene Eiweißstrukturen bildet, die den Baustein Citrullin enthalten. Citrullin entsteht durch eine chemische Veränderung (Citrullinierung) der Aminosäure Arginin in Körperproteinen. Im klinischen Alltag werden ACPA häufig über den sogenannten Anti-CCP-Test (Anti-Cyclic Citrullinated Peptide) nachgewiesen.
Klinische Bedeutung
ACPA sind einer der wichtigsten Biomarker zur Diagnose der rheumatoiden Arthritis (RA), einer chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankung. Ihr Nachweis im Blut ist hochspezifisch für die RA und kann bereits Jahre vor dem Auftreten klinischer Symptome positiv sein. Dies macht ACPA zu einem wertvollen Werkzeug in der Früherkennung.
- Spezifität für rheumatoide Arthritis: über 95 %
- Sensitivität: ca. 60–70 %
- ACPA-positive Patienten entwickeln häufig einen schwereren Krankheitsverlauf
Wie wird der ACPA-Test durchgeführt?
Die Bestimmung von ACPA erfolgt aus einer einfachen Blutprobe. Im Labor wird der Anti-CCP-Antikörper mittels eines immunologischen Testverfahrens (ELISA) gemessen. Die Ergebnisse werden in Einheiten pro Milliliter (U/ml) angegeben. Ein Wert über dem laborspezifischen Grenzwert gilt als positiv.
Diagnose der rheumatoiden Arthritis
Die ACPA-Bestimmung ist Bestandteil der ACR/EULAR-Klassifikationskriterien für die rheumatoide Arthritis (2010). Ein positiver ACPA-Befund zusammen mit klinischen Zeichen wie Gelenkschwellungen, Morgensteifigkeit und erhöhten Entzündungswerten (CRP, BSG) stützt die Diagnose erheblich.
Differenzierung: ACPA vs. Rheumafaktor
Neben ACPA wird bei Verdacht auf rheumatoide Arthritis häufig auch der Rheumafaktor (RF) bestimmt. ACPA gelten als spezifischer als der Rheumafaktor, da letzterer auch bei anderen Erkrankungen erhöht sein kann. Die Kombination beider Marker verbessert die diagnostische Aussagekraft.
Prognostische Bedeutung
Ein positiver ACPA-Befund hat nicht nur diagnostischen, sondern auch prognostischen Wert. ACPA-positive Patienten haben im Vergleich zu ACPA-negativen Patienten ein höheres Risiko für:
- Erosive Gelenkzerstörung
- Schwerwiegendere Krankheitsverläufe
- Geringeres Ansprechen auf bestimmte Therapien
Daher beeinflusst der ACPA-Status auch die Wahl der Therapie und die Einschätzung des Langzeitverlaufs.
Behandlungsrelevanz
Obwohl ACPA selbst keine direkte Therapie erfordern, helfen sie Ärzten dabei, frühzeitig eine gezielte Behandlung der rheumatoiden Arthritis einzuleiten. Zu den Therapieoptionen gehören krankheitsmodifizierende Medikamente (DMARDs) wie Methotrexat sowie Biologika, die gezielt in das Immunsystem eingreifen.
Quellen
- Aletaha D et al. - 2010 Rheumatoid Arthritis Classification Criteria: An American College of Rheumatology/European League Against Rheumatism Collaborative Initiative. Arthritis & Rheumatism, 2010.
- Schellekens GA et al. - The diagnostic properties of rheumatoid arthritis antibodies recognizing a cyclic citrullinated peptide. Arthritis & Rheumatism, 2000.
- Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) - Leitlinie zur Therapie der rheumatoiden Arthritis, 2019.
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