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ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) ist ein Körpereigenes Hormon der Hirnanhangdrüse, das die Nebennierenrinde zur Cortisol-Produktion anregt und eine zentrale Rolle im Stressreaktionssystem des Körpers spielt.
ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) ist ein Körpereigenes Hormon der Hirnanhangdrüse, das die Nebennierenrinde zur Cortisol-Produktion anregt und eine zentrale Rolle im Stressreaktionssystem des Körpers spielt.
ACTH steht für Adrenocorticotropes Hormon (auch Corticotropin oder Kortikotropin genannt). Es handelt sich um ein Peptidhormon, das in der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) – genauer im Hypophysenvorderlappen – gebildet und ins Blut ausgeschüttet wird. ACTH ist ein zentrales Element der sogenannten Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA-Achse), die die körperliche Stressreaktion steuert.
ACTH wird durch das Corticotropin-Releasing-Hormon (CRH) aus dem Hypothalamus stimuliert. Nach der Ausschüttung in den Blutkreislauf bindet ACTH an spezifische Rezeptoren in der Nebennierenrinde und löst dort die Produktion und Freisetzung von Cortisol (dem wichtigsten Stresshormon des Menschen) sowie von anderen Steroidhormonen aus. Cortisol wirkt wiederum hemmend auf die ACTH-Ausschüttung zurück – ein Mechanismus, der als negative Rückkopplung bezeichnet wird.
Die ACTH-Ausschüttung unterliegt einem natürlichen zirkadianen Rhythmus: Die höchsten Werte werden frühmorgens (ca. 6–8 Uhr) gemessen, die niedrigsten spätabends. Stress, Schlafmangel, Schmerzen und psychische Belastungen können die ACTH-Sekretion zusätzlich erhöhen.
In der klinischen Diagnostik wird häufig der ACTH-Stimulationstest (Synacthen-Test) eingesetzt. Dabei wird synthetisches ACTH injiziert und die anschließende Cortisol-Antwort der Nebennieren gemessen. Damit lässt sich beurteilen, ob die Nebennierenrinde ausreichend auf ACTH reagiert. Zusätzlich wird der basale ACTH-Blutspiegel bestimmt, um zwischen primärer (Nebenniere) und sekundärer (Hypophyse) Nebennierenrindeninsuffizienz zu unterscheiden.
Synthetisches ACTH (z.B. Tetracosactid) wird in der Medizin therapeutisch eingesetzt, zum Beispiel bei bestimmten Formen der Epilepsie im Kindesalter (West-Syndrom) sowie diagnostisch im Rahmen von Funktionstests der Nebenniere.
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