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Das Adaptationssyndrom beschreibt die dreiphasige Reaktion des Körpers auf anhaltenden Stress. Es wurde von Hans Selye entwickelt und ist ein Grundkonzept der Stressmedizin.
Das Adaptationssyndrom beschreibt die dreiphasige Reaktion des Körpers auf anhaltenden Stress. Es wurde von Hans Selye entwickelt und ist ein Grundkonzept der Stressmedizin.
Das Allgemeine Adaptationssyndrom (AAS), auch allgemeines Anpassungssyndrom genannt, ist ein von dem Endokrinologen Hans Selye in den 1930er Jahren entwickeltes Konzept. Es beschreibt die unspezifische, biologische Reaktion des menschlichen Körpers auf anhaltende Stressoren – also auf Reize, die das innere Gleichgewicht (die Homöostase) stören. Das Konzept bildet die Grundlage der modernen Stressforschung und ist bis heute klinisch relevant.
Selye unterschied drei aufeinanderfolgende Phasen, die der Körper bei lang andauerndem Stress durchläuft:
In der ersten Phase reagiert der Körper unmittelbar auf den Stressor. Das sympathische Nervensystem wird aktiviert, und die Nebennieren schütten vermehrt Adrenalin und Noradrenalin aus. Typische Zeichen sind erhöhter Herzschlag, gesteigerter Blutdruck, erweiterte Pupillen und erhöhte Muskelspannung – die sogenannte Kampf-oder-Flucht-Reaktion. Gleichzeitig steigt der Cortisolspiegel im Blut an.
Hält der Stressor an, versucht der Körper, sich an die neue Belastung anzupassen. Die akuten Alarmzeichen klingen ab, doch der Organismus arbeitet weiterhin auf erhöhtem Aktivierungsniveau. Kortisol bleibt dauerhaft erhöht, was kurzfristig die Leistungsfähigkeit steigert, langfristig aber Organe und das Immunsystem belastet. Der Körper verbraucht in dieser Phase erhebliche Energiereserven.
Überschreitet der Stress die Anpassungskapazität des Organismus, tritt die Erschöpfungsphase ein. Die körperlichen Reserven sind aufgebraucht, das Immunsystem ist geschwächt, und es können stressbedingte Erkrankungen entstehen. Dazu zählen unter anderem Burnout, Herzerkrankungen, Magengeschwüre, Schlafstörungen und Depressionen.
Das Adaptationssyndrom kann durch eine Vielzahl von Stressoren ausgelöst werden, darunter:
Das Adaptationssyndrom basiert auf der Aktivierung der sogenannten Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA-Achse). Der Hypothalamus schüttet das Corticotropin-Releasing-Hormon (CRH) aus, das die Hypophyse zur Freisetzung von ACTH (adrenocorticotropes Hormon) anregt. ACTH wiederum stimuliert die Nebennierenrinde zur Produktion von Kortisol. Dieser Regelkreis ist zentral für die Stressantwort des Körpers.
Ein dauerhaft aktiviertes Adaptationssyndrom – also chronischer Stress – ist mit einer Reihe von gesundheitlichen Risiken verbunden:
Die Diagnose eines chronischen Stresszustands oder einer Erschöpfungsphase im Rahmen des Adaptationssyndroms erfolgt durch eine ärztliche Anamnese, Laboruntersuchungen (z. B. Kortisol im Speichel oder Blut) sowie psychologische Fragebögen. Die Behandlung zielt auf die Reduktion der Stressbelastung ab und umfasst:
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