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Adenoma sebaceum bezeichnet gutartige Hautveränderungen im Gesicht, die typischerweise bei tuberöser Sklerose auftreten. Es handelt sich um Angiofibrome, keine echten Adenome.
Adenoma sebaceum bezeichnet gutartige Hautveränderungen im Gesicht, die typischerweise bei tuberöser Sklerose auftreten. Es handelt sich um Angiofibrome, keine echten Adenome.
Adenoma sebaceum ist ein historisch geprägter Begriff für gutartige Hautveränderungen, die vorwiegend im Gesicht auftreten. Trotz des Namens handelt es sich nicht um echte Adenome (Drüsengeschwülste) der Talgdrüsen, sondern um faziale Angiofibrome – gutartige Wucherungen aus Blutgefäßen und Bindegewebe der Haut. Der Begriff wird heute hauptsächlich im klinischen Kontext der tuberösen Sklerose (Morbus Bourneville-Pringle) verwendet.
Adenoma sebaceum tritt fast ausschließlich als Symptom der tuberösen Sklerose auf, einer seltenen genetischen Erkrankung, die durch Mutationen in den Genen TSC1 (Chromosom 9) oder TSC2 (Chromosom 16) verursacht wird. Diese Gene kodieren die Proteine Hamartin und Tuberin, die gemeinsam als Tumorsuppressoren wirken. Ein Funktionsverlust führt zur unkontrollierten Zellproliferation und zur Entstehung von Hamartomen in verschiedenen Organen, einschließlich der Haut.
Die Hautveränderungen erscheinen typischerweise im Kindesalter zwischen dem 2. und 5. Lebensjahr und nehmen mit der Pubertät zu. Sie präsentieren sich als:
Weitere Hautzeichen der tuberösen Sklerose umfassen Schagreenflecken (bindegewebige Plaques am Rücken), hypopigmentierte Flecken (Eschenlaubflecken) und periunguale Fibrome (Fibrome an den Nägeln).
Die Diagnose erfolgt in erster Linie klinisch durch das charakteristische Erscheinungsbild und den Zusammenhang mit weiteren Symptomen der tuberösen Sklerose. Zur Diagnosesicherung werden folgende Maßnahmen eingesetzt:
Die Diagnose der tuberösen Sklerose basiert auf den Consensuskriterien der Internationalen Tuberöse-Sklerose-Konferenz (2012).
Adenoma sebaceum selbst ist gutartig und erfordert keine medizinisch notwendige Therapie. Aufgrund der erheblichen kosmetischen Beeinträchtigung stehen jedoch verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung:
Die Laserablation (z. B. CO2-Laser, Nd:YAG-Laser oder gepulster Farbstofflaser) gilt als Therapie der Wahl. Sie ermöglicht eine schonende Entfernung der Angiofibrome mit guten kosmetischen Ergebnissen, jedoch sind Rezidive häufig.
Seit einigen Jahren steht die topische Anwendung von Sirolimus (Rapamycin) als Creme zur Verfügung. Da die tuberöse Sklerose auf einer Überaktivierung des mTOR-Signalwegs beruht, kann die lokale Hemmung dieses Weges das Wachstum der Angiofibrome stoppen oder rückgängig machen. Studien belegen eine signifikante Verbesserung des Hautbefunds.
Bei schweren systemischen Manifestationen der tuberösen Sklerose (z. B. Nierenangiolipome, subependymale Riesenzellastrozytome) werden systemische mTOR-Inhibitoren wie Everolimus oder Sirolimus eingesetzt.
Adenoma sebaceum selbst ist gutartig und lebensbedrohlich nicht relevant. Die Prognose der Gesamterkrankung (tuberöse Sklerose) hängt von der Schwere der systemischen Beteiligung ab, insbesondere von neurologischen Manifestationen wie Epilepsie und kognitiven Einschränkungen sowie von renalen Komplikationen.
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