Aderlassprophylaxe: Definition & Maßnahmen
Die Aderlassprophylaxe bezeichnet vorbeugende Maßnahmen, um therapeutische Aderlass-Eingriffe zu vermeiden oder deren Notwendigkeit zu reduzieren. Sie spielt vor allem bei Erkrankungen wie Hämochromatose eine Rolle.
Wissenswertes über "Aderlassprophylaxe"
Die Aderlassprophylaxe bezeichnet vorbeugende Maßnahmen, um therapeutische Aderlass-Eingriffe zu vermeiden oder deren Notwendigkeit zu reduzieren. Sie spielt vor allem bei Erkrankungen wie Hämochromatose eine Rolle.
Was ist die Aderlassprophylaxe?
Der Begriff Aderlassprophylaxe bezeichnet präventive Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen, den therapeutischen Aderlass (ärztliche Blutentnahme zur Behandlung) zu verhindern oder zu verzögern. Der Aderlass selbst ist ein medizinisches Verfahren, bei dem dem Patienten gezielt eine bestimmte Menge Blut entnommen wird, um den Körper zu entlasten. Die Prophylaxe richtet sich vor allem an Personen mit erhöhtem Risiko für Erkrankungen, bei denen regelmäßige Aderlässe notwendig werden könnten.
Wann ist eine Aderlassprophylaxe notwendig?
Die Aderlassprophylaxe ist besonders bei folgenden Erkrankungen und Zuständen relevant:
- Hämochromatose: Eine Erkrankung, bei der sich zu viel Eisen im Körper ansammelt. Durch frühzeitige diätetische und medikamentöse Maßnahmen kann der regelmäßige Aderlass hinausgezögert oder reduziert werden.
- Polycythaemia vera: Eine Erkrankung, bei der das Knochenmark zu viele rote Blutkörperchen produziert. Prophylaktische Ansätze können helfen, die Häufigkeit notwendiger Aderlässe zu senken.
- Chronische Lebererkrankungen: Bei bestimmten Lebererkrankungen kann eine erhöhte Eisenbelastung auftreten, die präventiv behandelt werden sollte.
- Porphyria cutanea tarda: Eine Stoffwechselerkrankung, bei der Aderlässe zur Behandlung eingesetzt werden und deren Prophylaxe das Fortschreiten verlangsamen kann.
Maßnahmen der Aderlassprophylaxe
Diätetische Maßnahmen
Eine gezielte Ernährungsumstellung kann dazu beitragen, die Eisenaufnahme zu reduzieren. Dazu gehören:
- Vermeidung von rotem Fleisch und inneren Organen (hoher Häm-Eisengehalt)
- Reduzierung des Konsums von Vitamin-C-reichen Lebensmitteln zusammen mit eisenhaltigen Speisen, da Vitamin C die Eisenresorption erhöht
- Erhöhter Verzehr von Lebensmitteln, die die Eisenaufnahme hemmen, wie Tee, Kaffee oder kalziumreiche Produkte
- Verzicht auf Alkohol, da Alkohol die Eisenspeicherung in der Leber begünstigt
Medikamentöse Maßnahmen
In bestimmten Fällen können Medikamente eingesetzt werden, um die Notwendigkeit von Aderlässen zu verringern. Bei der Polycythaemia vera etwa werden zytoreduktive Medikamente wie Hydroxycarbamid oder Interferon-alpha eingesetzt, um die übermäßige Blutzellenproduktion zu dämpfen. Eisenchelatoren können bei bestimmten Eisenspeicherkrankheiten zur Anwendung kommen.
Regelmäßige medizinische Überwachung
Regelmäßige Blutuntersuchungen und ärztliche Kontrollen sind essenziell, um den Verlauf der Grunderkrankung zu beobachten und frühzeitig einzugreifen. Wichtige Laborwerte sind dabei:
- Ferritin: Eisenspeicherprotein im Blut
- Transferrinsättigung: Maß für die Eisenbeladung des Transportproteins
- Hämatokrit und Hämoglobin: Werte zur Beurteilung der roten Blutkörperchen
Genetische Beratung und Prävention
Da einige Erkrankungen, die zu regelmäßigen Aderlässen führen, genetisch bedingt sind (z. B. hereditäre Hämochromatose), kann eine genetische Beratung für Betroffene und deren Familienangehörige sinnvoll sein. Frühzeitige Diagnose und prophylaktische Maßnahmen können Organschäden verhindern.
Quellen
- Bacon BR et al. - Diagnosis and Management of Hemochromatosis: 2011 Practice Guideline by the American Association for the Study of Liver Diseases. Hepatology, 2011.
- Barbui T et al. - Philadelphia chromosome-negative classical myeloproliferative neoplasms: revised management recommendations from European LeukemiaNet. Leukemia, 2018.
- Deutsches Ärzteblatt - Leitlinien zur Diagnose und Therapie der hereditären Hämochromatose, AWMF-Leitlinienregister.
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