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Aerob bezeichnet Prozesse oder Organismen, die Sauerstoff benötigen. In der Medizin beschreibt aerober Stoffwechsel die Energiegewinnung des Körpers unter Sauerstoffverbrauch.
Aerob bezeichnet Prozesse oder Organismen, die Sauerstoff benötigen. In der Medizin beschreibt aerober Stoffwechsel die Energiegewinnung des Körpers unter Sauerstoffverbrauch.
Der Begriff aerob stammt aus dem Griechischen (aer = Luft, bios = Leben) und bedeutet wörtlich sauerstoffabhängig. In der Biologie und Medizin bezeichnet aerob alle Vorgänge, Organismen oder Zellen, die für ihr Funktionieren zwingend auf Sauerstoff (O₂) angewiesen sind. Das Gegenteil ist anaerob, also sauerstoffunabhängig.
Der aerobe Stoffwechsel ist der wichtigste Prozess der Energiegewinnung im menschlichen Körper. Dabei werden Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße unter Verbrauch von Sauerstoff vollständig zu Kohlendioxid (CO₂) und Wasser (H₂O) abgebaut. Dabei entsteht der Energieträger ATP (Adenosintriphosphat), der die Zellen mit Energie versorgt.
Die aerobe Energiegewinnung findet hauptsächlich in den Mitochondrien statt, den sogenannten Kraftwerken der Zelle. Sie ist deutlich effizienter als der anaerobe Stoffwechsel: Aus einem Glukosemolekül entstehen aerob bis zu 36-38 ATP-Moleküle, anaerob nur 2.
In der Mikrobiologie werden Bakterien nach ihrem Sauerstoffbedarf klassifiziert. Aerobe Bakterien benötigen Sauerstoff zum Wachstum und zur Vermehrung. Klinisch relevant sind z. B.:
Im Gegensatz dazu können obligat anaerobe Bakterien in Gegenwart von Sauerstoff nicht überleben. Fakultativ anaerobe Bakterien können sowohl aerob als auch anaerob existieren.
In der Sportmedizin und Trainingslehre bezeichnet aerobe Belastung körperliche Aktivitäten, bei denen die Energiebereitstellung überwiegend durch den aeroben Stoffwechsel erfolgt. Dies ist bei moderater, länger andauernder körperlicher Aktivität der Fall, z. B. beim Laufen, Radfahren oder Schwimmen.
Bei aerobem Training wird die Ausdauerleistung des Herz-Kreislauf-Systems verbessert. Die sogenannte aerobe Schwelle beschreibt die Belastungsintensität, bis zu der der Körper den Energiebedarf vollständig aerob decken kann, ohne dass sich Laktat (Milchsäure) anreichert.
Das Verständnis aerober und anaerober Prozesse ist in der Medizin von großer Bedeutung. Bei Ischämie (Sauerstoffmangel im Gewebe, z. B. bei einem Herzinfarkt) bricht der aerobe Stoffwechsel zusammen und die Zellen müssen auf die weniger effiziente anaerobe Energiegewinnung umschalten. Dies führt zur Anhäufung von Laktat und kann bei anhaltender Sauerstoffunterversorgung zum Zelltod führen.
Auch in der Intensivmedizin spielt die Unterscheidung zwischen aeroben und anaeroben Bedingungen eine zentrale Rolle, z. B. bei der Beurteilung des Schweregrads eines Schocks oder einer Sepsis.
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