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Aktinomykose ist eine seltene bakterielle Infektionskrankheit, verursacht durch Actinomyces-Bakterien. Sie befällt vor allem Kiefer, Lunge oder Bauch und bildet typische Abszesse.
Aktinomykose ist eine seltene bakterielle Infektionskrankheit, verursacht durch Actinomyces-Bakterien. Sie befällt vor allem Kiefer, Lunge oder Bauch und bildet typische Abszesse.
Aktinomykose ist eine seltene, chronisch verlaufende bakterielle Infektionskrankheit, die durch Bakterien der Gattung Actinomyces verursacht wird. Diese Bakterien gehören zur normalen Mundflora und zum Mikrobiom des Magen-Darm-Trakts sowie des Urogenitaltrakts des Menschen. Sie werden erst dann krankheitserregend, wenn sie durch Verletzungen oder Schleimhautdefekte in tieferes Gewebe eindringen. Die Erkrankung verläuft schleichend und wird häufig erst spät erkannt.
Actinomyces-Bakterien sind anaerobe oder fakultativ anaerobe Stäbchenbakterien, das heißt, sie gedeihen bevorzugt in sauerstoffarmen Umgebungen. Zu den häufigsten auslösenden Faktoren zählen:
Je nach betroffener Körperregion unterscheidet man verschiedene klinische Formen:
Dies ist die häufigste Form und betrifft den Kiefer- und Halsbereich. Es kommt zu langsam wachsenden, derben Schwellungen, die sich zu Abszessen entwickeln und häufig in die Haut einbrechen (Fistelbildung). Charakteristisch sind sogenannte Schwefelkörnchen (gelbliche Bakterienkolonien) im Eiter.
Diese Form betrifft die Lunge und den Brustkorb. Sie äußert sich in Husten, Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust und kann Lungentumoren oder Tuberkulose imitieren, was die Diagnose erschwert.
Die abdominale Form betrifft den Bauchraum und entsteht häufig nach Appendizitis oder Darmoperationen. Sie kann sich als Abszess oder tumorähnliche Masse im Bauch manifestieren.
Diese Form tritt vor allem bei Frauen mit einem Intrauterinpessar (IUP) auf und betrifft Gebärmutter, Eileiter oder Beckenorgane.
Die Symptome der Aktinomykose sind vielfältig und hängen von der betroffenen Körperregion ab. Allgemeine Hinweiszeichen sind:
Die Diagnose der Aktinomykose ist oft eine Herausforderung, da die Erkrankung selten ist und andere Krankheiten imitieren kann. Folgende diagnostische Maßnahmen werden eingesetzt:
Aktinomykose spricht gut auf eine langfristige Antibiotikatherapie an. Das Mittel der ersten Wahl ist Penicillin G bzw. orales Amoxicillin. Da die Bakterien tief im Gewebe liegen, muss die Therapie über einen langen Zeitraum erfolgen:
Bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung ist die Prognose der Aktinomykose gut. Unbehandelt kann die Erkrankung jedoch zu schwerwiegenden Komplikationen wie der Ausbreitung in benachbarte Strukturen oder einer Sepsis führen.
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