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Akutschmerztherapie – Definition & Behandlung

Die Akutschmerztherapie umfasst alle Maßnahmen zur schnellen Linderung plötzlich auftretender Schmerzen. Sie ist essenziell nach Operationen, Verletzungen oder bei akuten Erkrankungen.

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Wissenswertes über "Akutschmerztherapie"

Die Akutschmerztherapie umfasst alle Maßnahmen zur schnellen Linderung plötzlich auftretender Schmerzen. Sie ist essenziell nach Operationen, Verletzungen oder bei akuten Erkrankungen.

Was ist Akutschmerztherapie?

Die Akutschmerztherapie bezeichnet alle medizinischen Maßnahmen, die darauf abzielen, plötzlich auftretende oder kurzfristig starke Schmerzen schnell und wirksam zu behandeln. Im Gegensatz zur chronischen Schmerztherapie, die langfristige Schmerzerkrankungen behandelt, richtet sich die Akutschmerztherapie an Patientinnen und Patienten, die unter akuten Schmerzen leiden – etwa nach Operationen, Verletzungen, Unfällen oder im Rahmen akuter Erkrankungen wie einem Herzinfarkt oder einer Nierenkolik.

Eine effektive Akutschmerztherapie ist nicht nur aus humanitären Gründen wichtig: Unbehandelter Akutschmerz kann zu einer Schmerzchronifizierung führen, bei der das Nervensystem dauerhaft sensibilisiert wird und aus einem vorübergehenden Schmerz ein dauerhaftes Problem entsteht.

Ursachen und Auslöser von Akutschmerz

Akutschmerzen entstehen durch eine direkte Gewebeschädigung oder Reizung von Schmerzrezeptoren (sogenannten Nozizeptoren). Typische Auslöser sind:

  • Operationen und chirurgische Eingriffe
  • Traumata und Verletzungen (z. B. Knochenbrüche, Verbrennungen, Wunden)
  • Akute internistische Erkrankungen (z. B. Herzinfarkt, Lungenembolie, Pankreatitis)
  • Koliken (Nieren-, Gallen-, Darmkolik)
  • Infektionen und Entzündungen (z. B. Appendizitis)
  • Geburtswehen

Ziele der Akutschmerztherapie

Die wichtigsten Ziele der Akutschmerztherapie sind:

  • Schnelle und effektive Schmerzlinderung
  • Erhalt oder Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit des Patienten
  • Vermeidung einer Schmerzchronifizierung
  • Verkürzung des Krankenhausaufenthalts und Förderung der Genesung
  • Reduktion von stressbedingten Komplikationen (z. B. erhöhter Blutdruck, Tachykardie)

Methoden und Behandlungsoptionen

Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Behandlung folgt häufig dem WHO-Stufenschema, das eine schrittweise Eskalation der Schmerztherapie vorsieht:

  • Stufe 1 – Nicht-Opioid-Analgetika: Paracetamol, Metamizol, nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs) wie Ibuprofen oder Diclofenac
  • Stufe 2 – Schwache Opioide: Tramadol, Codein (in Kombination mit Nicht-Opioid-Analgetika)
  • Stufe 3 – Starke Opioide: Morphin, Oxycodon, Fentanyl (bei starken bis sehr starken Schmerzen)

Zusätzlich können Koanalgetika eingesetzt werden, zum Beispiel Kortikosteroide bei entzündungsbedingten Schmerzen oder Spasmolytika bei Koliken.

Regionalanästhesie und Nervenblockaden

Bei bestimmten Schmerzzuständen, insbesondere nach Operationen, bieten regionale Verfahren eine sehr wirksame Schmerzausschaltung ohne die systemischen Nebenwirkungen starker Schmerzmittel:

  • Peridural- bzw. Epiduralanästhesie: Ein Lokalanästhetikum wird in den Periduralraum der Wirbelsäule injiziert und blockiert die Schmerzleitung aus einem größeren Körperareal.
  • Periphere Nervenblockaden: Gezieltes Betäuben einzelner Nerven oder Nervengeflechte (z. B. Plexusblockade beim Schultereingriff)
  • Lokalanästhesie: Direkte Infiltration des Operationsgebiets mit einem Lokalanästhetikum

Patientenkontrollierte Analgesie (PCA)

Bei der patientenkontrollierten Analgesie (PCA) kann der Patient selbst über eine spezielle Pumpe kleine Dosen eines Schmerzmittels (meist ein Opioid) abrufen. Dieses Verfahren wird häufig nach großen Operationen eingesetzt und ermöglicht eine individuelle Dosisanpassung. Eine Sicherheitssperre verhindert eine Überdosierung.

Nicht-medikamentöse Maßnahmen

Ergänzend zur medikamentösen Therapie können nicht-medikamentöse Maßnahmen die Schmerzlinderung unterstützen:

  • Kühlung oder Wärme (je nach Art der Verletzung)
  • Ruhigstellung und Hochlagern verletzter Extremitäten
  • Ablenkung und psychologische Unterstützung
  • Physiotherapie und frühzeitige Mobilisation

Schmerzerfassung und Monitoring

Ein zentrales Element der Akutschmerztherapie ist die regelmäßige Schmerzmessung. Häufig verwendete Instrumente sind:

  • Numerische Rating-Skala (NRS): Der Patient bewertet seinen Schmerz auf einer Skala von 0 (kein Schmerz) bis 10 (stärkster vorstellbarer Schmerz).
  • Visuelle Analogskala (VAS): Eine Linie, auf der der Patient seinen Schmerz markiert.
  • Verbale Ratingskala (VRS): Beschreibung des Schmerzes mit Worten (kein, leicht, mäßig, stark, sehr stark).

Ziel ist ein Schmerzwert unter 3–4 auf der NRS im Ruhezustand, um eine ausreichende Schmerzfreiheit zu gewährleisten.

Besonderheiten und Risikogruppen

Bei bestimmten Patientengruppen erfordert die Akutschmerztherapie besondere Vorsicht und Anpassung:

  • Kinder und Säuglinge: Dosierung und Präparatwahl müssen altersgerecht erfolgen; Schmerzmessung erfolgt oft über Beobachtungsskalen.
  • Ältere Patienten: Veränderte Nieren- und Leberfunktion erfordert oft eine Dosisreduktion; Sturzrisiko durch sedierende Analgetika beachten.
  • Schwangere: Viele Analgetika sind in der Schwangerschaft kontraindiziert; Paracetamol gilt als Mittel der ersten Wahl.
  • Patienten mit Niereninsuffizienz oder Lebererkrankungen: Anpassung der Dosierung und Auswahl verträglicher Wirkstoffe notwendig.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI): S3-Leitlinie Behandlung akuter perioperativer und posttraumatischer Schmerzen (2009, aktualisierte Fassung).
  2. World Health Organization (WHO): Cancer Pain Relief – With a Guide to Opioid Availability. 2. Auflage. Genf: WHO Press, 1996.
  3. Pogatzki-Zahn E. et al.: Postoperative Schmerztherapie. In: Der Anaesthesist, Springer Medizin, 2017.

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