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Die Alkylphosphatintoxikation ist eine lebensbedrohliche Vergiftung durch organische Phosphorverbindungen, die das Nervensystem stark beeinträchtigt.
Die Alkylphosphatintoxikation ist eine lebensbedrohliche Vergiftung durch organische Phosphorverbindungen, die das Nervensystem stark beeinträchtigt.
Die Alkylphosphatintoxikation bezeichnet eine Vergiftung durch Alkylphosphate (auch Organophosphate genannt), eine Gruppe chemischer Verbindungen, die vor allem in Pestiziden (z. B. Insektiziden) sowie in chemischen Kampfstoffen (z. B. Nervenkampfstoffen wie Sarin oder VX) vorkommen. Diese Vergiftung zählt zu den medizinischen Notfällen und erfordert eine sofortige Behandlung, da sie lebensbedrohlich sein kann.
Eine Alkylphosphatintoxikation kann auf verschiedenen Wegen entstehen:
Alkylphosphate hemmen das Enzym Acetylcholinesterase. Dieses Enzym ist normalerweise dafür zuständig, den Neurotransmitter Acetylcholin im synaptischen Spalt abzubauen. Wird das Enzym gehemmt, reichert sich Acetylcholin an den Nervenendigungen an. Dies führt zu einer Dauerreizung sowohl des parasympathischen Nervensystems (muskarinerge Effekte) als auch des nikotinergen Systems (Muskeln und sympathische Ganglien) sowie des zentralen Nervensystems.
Die Symptome einer Alkylphosphatintoxikation werden klassisch in drei Gruppen eingeteilt:
Die Diagnose erfolgt klinisch anhand der typischen Symptomkonstellation sowie der Anamnese (Expositionsquelle). Labordiagnostisch kann die Hemmung der Acetylcholinesterase-Aktivität im Blut (Erythrozyten-Cholinesterase und Plasma-Cholinesterase) nachgewiesen werden. Erniedrigte Werte bestätigen die Verdachtsdiagnose. Weitere Untersuchungen dienen der Überwachung von Organfunktionen (z. B. Blutgasanalyse, EKG, Nierenfunktion).
Die Alkylphosphatintoxikation ist ein medizinischer Notfall. Die Behandlung umfasst folgende Maßnahmen:
Die Prognose hängt wesentlich von der aufgenommenen Dosis, der Art des Alkylphosphats und dem Zeitintervall bis zur Behandlung ab. Bei frühzeitiger und adäquater Therapie ist eine vollständige Erholung möglich. Schwere Vergiftungen können jedoch zu dauerhaften neurologischen Schäden oder zum Tod führen. Eine Langzeitfolge ist das sogenannte Intermediate Syndrome, das 24 bis 96 Stunden nach der akuten Vergiftung auftreten kann und sich durch proximale Muskelschwäche und Atemlähmung äußert.
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