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Allergentoleranz bezeichnet die Fähigkeit des Immunsystems, auf harmlose Substanzen nicht mit einer überschießenden Abwehrreaktion zu reagieren. Sie ist Grundlage moderner Therapieansätze wie der Allergen-Immuntherapie.
Allergentoleranz bezeichnet die Fähigkeit des Immunsystems, auf harmlose Substanzen nicht mit einer überschießenden Abwehrreaktion zu reagieren. Sie ist Grundlage moderner Therapieansätze wie der Allergen-Immuntherapie.
Allergentoleranz beschreibt den Zustand, in dem das Immunsystem eines Menschen auf bestimmte Substanzen – sogenannte Allergene – keine übermäßige Abwehrreaktion auslöst. Bei gesunden Menschen besteht gegenüber den meisten Umwelt- und Nahrungsstoffen eine natürliche Toleranz. Bei Allergikern ist diese Toleranz gestört, sodass das Immunsystem selbst harmlose Stoffe wie Pollen, Tierhaare oder Nahrungsmittel als Bedrohung einstuft und mit einer allergischen Reaktion antwortet.
Die Allergentoleranz beruht auf komplexen Mechanismen des Immunsystems. Zentrale Rollen spielen dabei:
Warum manche Menschen eine Allergie entwickeln und andere nicht, ist noch nicht vollständig geklärt. Bekannte Einflussfaktoren sind:
Ein besonders wichtiger Teilbereich ist die orale Toleranz – die Fähigkeit des Immunsystems, auf Nahrungsmittelbestandteile nicht mit einer allergischen Reaktion zu antworten. Sie entsteht vor allem in früher Kindheit durch die wiederholte Aufnahme von Nahrungsproteinen über den Magen-Darm-Trakt. Wird diese Toleranz nicht aufgebaut, kann sich eine Nahrungsmittelallergie entwickeln.
Die wichtigste medizinische Methode zur gezielten Förderung der Allergentoleranz ist die Allergen-Immuntherapie (AIT), auch bekannt als Hyposensibilisierung. Dabei wird dem Patienten das auslösende Allergen in schrittweise steigenden Dosen verabreicht, um das Immunsystem an die Substanz zu gewöhnen und eine dauerhafte Toleranz aufzubauen. Es gibt folgende Formen:
Eine erfolgreiche Immuntherapie kann die Symptome dauerhaft reduzieren und im besten Fall eine vollständige Toleranz gegenüber dem Allergen bewirken.
Zur Beurteilung der Allergentoleranz stehen verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung:
Das Verständnis der Allergentoleranz hat große Bedeutung für die Allergieprävention. Neuere Studien zeigen, dass eine frühzeitige Exposition gegenüber bestimmten Allergenen – insbesondere bei Säuglingen – die Entwicklung von Nahrungsmittelallergien verhindern kann. So empfehlen aktuelle Leitlinien die frühzeitige Einführung von Erdnuss- und Eiprodukten bei Hochrisikokindern zur Förderung der oralen Toleranz.
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