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Allergiediagnostik – Tests & Verfahren erklärt

Die Allergiediagnostik umfasst medizinische Tests zur Erkennung von Allergien. Sie hilft, Auslöser allergischer Reaktionen gezielt zu identifizieren und eine passende Therapie einzuleiten.

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Wissenswertes über "Allergiediagnostik"

Die Allergiediagnostik umfasst medizinische Tests zur Erkennung von Allergien. Sie hilft, Auslöser allergischer Reaktionen gezielt zu identifizieren und eine passende Therapie einzuleiten.

Was ist Allergiediagnostik?

Die Allergiediagnostik bezeichnet die Gesamtheit aller medizinischen Untersuchungen und Testverfahren, die dazu dienen, Allergien zu erkennen, zu bestätigen und deren Auslöser – sogenannte Allergene – zu identifizieren. Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Substanzen wie Pollen, Tierhaare, Nahrungsmittel oder Insektengifte. Eine präzise Diagnostik ist die Grundlage für eine wirksame Behandlung und ermöglicht es Betroffenen, relevante Allergene gezielt zu meiden.

Wann ist eine Allergiediagnostik sinnvoll?

Eine allergologische Abklärung wird empfohlen, wenn folgende Symptome wiederholt oder saisonal auftreten:

  • Häufiges Niesen, laufende oder verstopfte Nase (allergische Rhinitis)
  • Juckende, gerötete oder tränende Augen (allergische Konjunktivitis)
  • Hautausschläge, Nesselsucht oder Ekzeme
  • Atemnot, Husten oder pfeifendes Atemgeräusch (Asthma)
  • Magen-Darm-Beschwerden nach dem Essen
  • Schwellungen im Gesicht, an Lippen oder Zunge (Angioödem)

Besonders wichtig ist eine Diagnostik nach schweren allergischen Reaktionen, wie einem anaphylaktischen Schock, um das auslösende Allergen sicher zu identifizieren.

Methoden der Allergiediagnostik

Anamnese

Der erste und wichtigste Schritt ist das ausführliche Arztgespräch (Anamnese). Der Arzt erfragt dabei Symptome, deren zeitliches Auftreten, familiäre Vorbelastungen sowie mögliche Auslöser. Oft liefert die Anamnese bereits entscheidende Hinweise auf das verdächtige Allergen.

Hauttests

Hauttests gehören zu den am häufigsten eingesetzten Verfahren in der Allergiediagnostik:

  • Prick-Test: Kleine Mengen verschiedener Allergenlösungen werden auf die Haut des Unterarms getropft und leicht eingeritzt. Eine Rötung oder Quaddel nach etwa 15–20 Minuten zeigt eine allergische Sensibilisierung an.
  • Intrakutantest: Eine geringe Menge Allergen wird direkt unter die Haut injiziert. Dieser Test ist empfindlicher als der Prick-Test und wird bei Verdacht auf Insektengift- oder Medikamentenallergien eingesetzt.
  • Epikutantest (Pflastertest): Allergene werden auf Pflaster aufgetragen und für 48 Stunden auf der Haut belassen. Dieser Test dient vor allem zur Diagnose von Kontaktallergien, z. B. auf Nickel oder Duftstoffe.

Bluttests

Bluttests ermöglichen die Messung spezifischer Immunglobulin-E-Antikörper (IgE) im Blut, die das Immunsystem als Reaktion auf bestimmte Allergene bildet:

  • Gesamt-IgE: Gibt einen allgemeinen Hinweis auf eine allergische Bereitschaft des Immunsystems.
  • Spezifisches IgE (RAST/ImmunoCAP): Weist Antikörper gegen einzelne Allergene nach, z. B. Baumpollen, Erdnuss oder Hausstaubmilben. Dieser Test ist besonders nützlich, wenn Hauttests nicht möglich sind.
  • Molekulare Allergiediagnostik (Komponentendiagnostik): Identifiziert einzelne allergene Proteine und ermöglicht eine noch genauere Einschätzung des Allergierisikos und der Kreuzreaktivität.

Provokationstests

Bei einem Provokationstest wird das verdächtige Allergen unter kontrollierten Bedingungen direkt am Zielorgan appliziert, z. B. nasal, bronchial oder oral. Diese Tests werden durchgeführt, wenn andere Methoden keine eindeutigen Ergebnisse liefern, und müssen wegen möglicher starker Reaktionen stets unter ärztlicher Aufsicht stattfinden.

Ablauf einer allergologischen Untersuchung

In der Regel beginnt die Allergiediagnostik mit einem ausführlichen Arztgespräch, gefolgt von einem oder mehreren Hauttests. Bei unklaren Befunden oder wenn Hauttests kontraindiziert sind (z. B. bei starkem Ekzem oder Einnahme von Antihistaminika), werden ergänzend Bluttests durchgeführt. Provokationstests kommen als letztes Mittel zum Einsatz, wenn die Diagnose weiterhin unklar bleibt.

Ergebnisse und nächste Schritte

Ein positives Testergebnis bedeutet nicht zwingend, dass eine klinisch relevante Allergie vorliegt – es kann auch eine bloße Sensibilisierung ohne Symptome anzeigen. Die Ergebnisse müssen daher immer im Zusammenhang mit der Krankengeschichte und den Symptomen des Patienten bewertet werden. Auf Basis der Diagnostik können folgende Maßnahmen eingeleitet werden:

  • Gezieltes Meiden des identifizierten Allergens
  • Medikamentöse Behandlung (z. B. Antihistaminika, Kortikosteroide)
  • Allergen-Immuntherapie (Hyposensibilisierung): Eine langfristige Behandlung, bei der das Immunsystem schrittweise an das Allergen gewöhnt wird

Quellen

  1. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI): Allergiediagnostik, AWMF-Register Nr. 061-001 (2021).
  2. Merk H.F., Fuchs T., Geier J. et al. - Allergologie: Klinik, Diagnostik und Therapie. Springer Verlag, 5. Auflage (2020).
  3. World Allergy Organization (WAO): White Book on Allergy, WAO Publications (2013, aktualisiert 2020). Verfügbar unter: www.worldallergy.org

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