Allurarot (E129): Farbstoff, Verwendung & Gesundheit
Allurarot ist ein synthetischer roter Lebensmittelfarbstoff (E129), der in Getränken, Süßigkeiten und Fertigprodukten eingesetzt wird. Er gehört zur Gruppe der Azofarbstoffe.
Wissenswertes über "Allurarot"
Allurarot ist ein synthetischer roter Lebensmittelfarbstoff (E129), der in Getränken, Süßigkeiten und Fertigprodukten eingesetzt wird. Er gehört zur Gruppe der Azofarbstoffe.
Was ist Allurarot?
Allurarot (auch bekannt als Allura Rot AC oder E129) ist ein synthetischer Azofarbstoff, der Lebensmitteln eine kräftige rote bis orangerote Färbung verleiht. Er wird aus petrochemischen Ausgangsstoffen hergestellt und gehört zu den am häufigsten verwendeten künstlichen Lebensmittelfarbstoffen weltweit.
Verwendung und Vorkommen
Allurarot wird in zahlreichen verarbeiteten Lebensmitteln und Getränken eingesetzt, um eine ansprechende Farbe zu erzielen. Typische Produkte, die E129 enthalten können, sind:
- Limonaden und Erfrischungsgetränke
- Süßigkeiten, Gummibärchen und Fruchtgummis
- Desserts, Gelees und Eis
- Fertigsaßen und Dressings
- Cerealien und Snackprodukte
- Einige Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel (als Färbemittel)
Zulassung und gesetzliche Regelungen
In der Europäischen Union ist Allurarot unter der Bezeichnung E129 zugelassen, jedoch mit einer Kennzeichnungspflicht verbunden. Produkte, die E129 enthalten, müssen gemäß der EU-Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 den Hinweis tragen: "Kann die Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen." Diese Regelung basiert auf einer Studie der Universität Southampton aus dem Jahr 2007, die einen Zusammenhang zwischen bestimmten Azofarbstoffen und Hyperaktivität bei Kindern untersuchte.
In den USA ist Allurarot unter der Bezeichnung Red 40 (FD&C Red No. 40) weit verbreitet und wird von der Food and Drug Administration (FDA) als sicher eingestuft (GRAS-Status). In einigen anderen Ländern, darunter Norwegen, ist der Farbstoff hingegen nicht zugelassen.
Gesundheitliche Aspekte und Diskussion
Hyperaktivität bei Kindern
Die sogenannte Southampton-Studie (McCann et al., 2007) untersuchte den Zusammenhang zwischen einer Mischung aus sechs Lebensmittelfarbstoffen (darunter Allurarot) und Natriumbenzoat mit Hyperaktivität bei Kindern. Die Studie stellte fest, dass diese Farbstoffmischung die Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern möglicherweise negativ beeinflussen kann. Aufgrund dieser Ergebnisse hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die Bewertung dieser Farbstoffe überprüft.
Allergische Reaktionen
Bei empfindlichen Personen, insbesondere bei Menschen mit einer Aspirinunverträglichkeit oder bestehenden Allergien, kann Allurarot allergische Reaktionen auslösen. Zu den möglichen Symptomen gehören Hautreaktionen wie Nesselsucht (Urtikaria) sowie in seltenen Fällen Atembeschwerden.
Aktuelle Sicherheitsbewertung
Die EFSA hat Allurarot (E129) zuletzt im Jahr 2009 bewertet und einen akzeptablen täglichen Aufnahmewert (ADI) von 7 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag festgelegt. Eine erneute umfassende Neubewertung aller Lebensmittelfarbstoffe ist im Rahmen des laufenden EFSA-Re-evaluation-Programms vorgesehen. Im Jahr 2023 veröffentlichte die EFSA zusätzliche Bedenken bezüglich möglicher neurologischer Effekte und forderte weitere Forschung.
Erkennung auf Produktetiketten
Verbraucher können Allurarot auf Zutatenlisten an folgenden Bezeichnungen erkennen:
- E129
- Allurarot AC
- Red 40 (vor allem auf US-amerikanischen Produkten)
- FD&C Red No. 40
Tipps für Verbraucher
Eltern, die die Aufnahme von künstlichen Farbstoffen bei ihren Kindern reduzieren möchten, sollten Zutatenlisten sorgfältig lesen und bevorzugt Produkte mit natürlichen Farbstoffen wie Betanin (E162) aus roten Rüben oder Paprikaextrakt (E160c) wählen. Personen mit bekannten Lebensmittelunverträglichkeiten sollten Azofarbstoffe generell meiden und bei Unsicherheiten einen Arzt oder Ernährungsberater aufsuchen.
Quellen
- McCann D. et al. (2007): Food additives and hyperactive behaviour in 3-year-old and 8/9-year-old children in the community: a randomised, double-blinded, placebo-controlled trial. The Lancet, 370(9598):1560-1567.
- Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): Scientific Opinion on the re-evaluation of Allura Red AC (E 129) as a food additive. EFSA Journal, 2009.
- Europäisches Parlament und Rat: Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 über Lebensmittelzusatzstoffe. Amtsblatt der Europäischen Union, 2008.
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