Aluminiumsulfat (E 520) – Wirkung und Sicherheit
Aluminiumsulfat ist eine anorganische Aluminiumverbindung mit vielfältigen Anwendungen in Medizin, Lebensmittelindustrie und Wasseraufbereitung.
Wissenswertes über "Aluminiumsulfat"
Aluminiumsulfat ist eine anorganische Aluminiumverbindung mit vielfältigen Anwendungen in Medizin, Lebensmittelindustrie und Wasseraufbereitung.
Was ist Aluminiumsulfat?
Aluminiumsulfat (chemische Formel: Al2(SO4)3) ist ein anorganisches Salz, das aus Aluminium und Schwefelsäure besteht. Es liegt meist als weißes bis farbloses kristallines Pulver vor und ist gut in Wasser löslich. Die wässrige Lösung reagiert sauer, da Aluminiumionen mit Wasser reagieren und dabei Wasserstoffionen freisetzen.
Die Verbindung ist unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt, darunter Alaun (in bestimmten hydratisierten Formen) oder der englische Begriff Alum. In der Lebensmittelindustrie der Europäischen Union ist Aluminiumsulfat als Lebensmittelzusatzstoff unter der Kennung E 520 zugelassen.
Vorkommen und Herstellung
Aluminiumsulfat kommt in geringen Mengen natürlich in bestimmten Mineralien und saurem Boden vor. Industriell wird es durch die Reaktion von Aluminiumhydroxid oder Aluminiumoxid mit Schwefelsäure hergestellt. Je nach Wassergehalt unterscheidet man zwischen wasserfreiem Aluminiumsulfat und verschiedenen hydratisierten Formen (z. B. Aluminiumsulfat-Octadecahydrat).
Anwendungsgebiete
Wasseraufbereitung
Das wichtigste technische Einsatzgebiet von Aluminiumsulfat ist die Trinkwasser- und Abwasseraufbereitung. Als sogenanntes Flällungsmittel oder Koagulationsmittel bindet es feine Schwebstoffe, Kolloide und organische Verunreinigungen im Wasser. Die dabei entstehenden Aluminium-Hydroxid-Flocken setzen sich ab und können leicht herausgefiltert werden. Dieser Prozess wird als Flockung bezeichnet.
Lebensmittelindustrie (E 520)
In der Lebensmittelverarbeitung wird Aluminiumsulfat als Festigungsmittel und Säurereguler eingesetzt. Es findet Verwendung bei der Herstellung von eingelegtem Gemüse (z. B. Gurken), Backtriebmitteln sowie bestimmten Mehlprodukten. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die Verwendung unter festgelegten Höchstmengen bewertet. Aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Gesamtaluminiumaufnahme wurden die zulässigen Mengen in den letzten Jahren verschärft reguliert.
Medizin und Pharmazie
In medizinischen Anwendungen wird Aluminiumsulfat vor allem als adstringierendes Mittel genutzt. Es zieht Gewebe zusammen, verringert Überschussabsonderungen und kann leichte Blutungen (z. B. nach Rasur oder kleinen Wunden) stoppen. Bekannte Produkte sind sogenannte Blutstillstifte, die Aluminiumsulfat oder verwandte Aluminiumverbindungen enthalten. Darüber hinaus findet es Verwendung in bestimmten Antitranspirantien sowie als Hilfsstoff in einigen Impfstoffen (als Adjuvans).
Weitere industrielle Anwendungen
Außerhalb von Medizin und Lebensmittelbereich wird Aluminiumsulfat in der Papierherstellung, der Textilindustrie (als Beize beim Färben) sowie in der Kosmetik und im Gartenbau (zur Bodenansäuerung für säureliebende Pflanzen wie Rhododendren) eingesetzt.
Gesundheitliche Bewertung und Sicherheit
Die gesundheitliche Bewertung von Aluminiumsulfat ist eng verknüpft mit der allgemeinen Frage der Aluminiumbelastung des menschlichen Körpers. Aluminium wird in geringen Mengen über Lebensmittel, Trinkwasser, Kosmetika und Medikamente aufgenommen. Der Großteil wird über die Nieren ausgeschieden.
Bei gesunden Erwachsenen gilt eine moderate Aluminiumaufnahme im Rahmen der von der EFSA festgelegten tolerierbaren wöchentlichen Aufnahmemenge (TWI: 1 mg/kg Körpergewicht pro Woche) als unbedenklich. Problematisch kann eine erhöhte Aluminiumexposition jedoch für folgende Personengruppen sein:
- Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion
- Frühgeborene und Säuglinge
- Personen mit hoher beruflicher Aluminiumexposition
Eine chronisch übermäßige Aluminiumaufnahme wird in der wissenschaftlichen Diskussion mit neurologischen Veränderungen in Verbindung gebracht, ein eindeutiger kausaler Zusammenhang zum Beispiel mit der Alzheimer-Erkrankung ist wissenschaftlich jedoch nicht abschließend belegt.
Wechselwirkungen und Hinweise
Aluminiumsulfat kann die Aufnahme bestimmter Mineralstoffe wie Phosphat, Fluor und Eisen im Verdauungstrakt beeinflussen. Bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten, insbesondere bestimmten Antibiotika (Tetracycline, Fluorchinolone) oder Schilddrüsenhormonen, kann Aluminium deren Resorption vermindern. Patienten sollten derartige Mittel zeitversetzt einnehmen.
Quellen
- Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): Reassessment of aluminium sulphates (E 520-523) and sodium aluminium silicate (E 554) as food additives. EFSA Journal, 2018.
- World Health Organization (WHO): Aluminium in Drinking-water. Background document for development of WHO Guidelines for Drinking-water Quality. WHO, Geneva, 2010.
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Aluminiumhaltige Lebensmittelzusatzstoffe – Stellungnahme Nr. 008/2019. Berlin, 2019.
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieAlendronat
Schnappfinger
Knochenbildungsmarker
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: Aluminiumsulfat