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Alveolarknochen – Funktion, Aufbau & Erkrankungen

Der Alveolarknochen ist der Kieferknochen, der die Zahnwurzeln umgibt und hält. Er ist ein wesentlicher Bestandteil des Zahnhalteapparats.

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Wissenswertes über "Alveolarknochen"

Der Alveolarknochen ist der Kieferknochen, der die Zahnwurzeln umgibt und hält. Er ist ein wesentlicher Bestandteil des Zahnhalteapparats.

Was ist der Alveolarknochen?

Der Alveolarknochen (lateinisch: os alveolare) ist ein spezialisierter Teil des Ober- und Unterkiefers, der die knöchernen Zahnfächer – sogenannte Alveolen – bildet. In diesen Alveolen sind die Zahnwurzeln über das Parodontium (Zahnhalteapparat) verankert. Der Alveolarknochen gehört damit zu den wichtigsten Strukturen für die Stabilität und Funktion der Zähne.

Aufbau des Alveolarknochens

Der Alveolarknochen besteht aus zwei Hauptanteilen:

  • Kortikale Knochenplatte: Die äußere, harte Schicht, die den Knochen nach außen hin begrenzt.
  • Spongiöser Knochen (Spongiosa): Das innere, schwämmerartige Knochennetz, das Stabilität und Elastizität bietet.

Die innerste Schicht, die direkt an die Zahnwurzel angrenzt, wird als Lamina dura bezeichnet und ist im Röntgenbild als helle Linie erkennbar. Über feine Bindegewebsfasern – die sogenannten Sharpey-Fasern – ist der Alveolarknochen mit dem Wurzelzement des Zahns verbunden.

Funktion des Alveolarknochens

Der Alveolarknochen erfüllt mehrere wichtige Aufgaben:

  • Verankerung und Stabilisierung der Zähne im Kieferknochen
  • Weiterleitung und Abpufferung von Kaukräften
  • Schutz der Zahnwurzeln vor mechanischen Einwirkungen
  • Unterstützung der Kaufunktion und Sprachbildung

Erkrankungen des Alveolarknochens

Der Alveolarknochen kann durch verschiedene Erkrankungen und Faktoren geschädigt werden:

Parodontitis

Die häufigste Ursache für den Abbau von Alveolarknochen ist die Parodontitis, eine bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparats. Dabei bauen Bakterien und die körpereigene Immunreaktion den Knochen schrittweise ab, was langfristig zur Zahnlockerung und zum Zahnverlust führen kann.

Knochenschwund nach Zahnverlust

Nach dem Verlust eines Zahns baut sich der angrenzende Alveolarknochen mangels mechanischer Belastung ab. Dieser Prozess wird als Knochenatrophie bezeichnet und kann die spätere Versorgung mit einem Zahnimplantat erschweren.

Weitere Ursachen

  • Traumata (Verletzungen im Kieferbereich)
  • Stoffwechselerkrankungen wie Osteoporose
  • Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich
  • Chronische Entzündungen

Diagnose

Die Beurteilung des Alveolarknochens erfolgt hauptsächlich durch bildgebende Verfahren:

  • Röntgenaufnahmen (z. B. Panoramaschichtaufnahme, digitale Volumentomografie – DVT): Sie ermöglichen die Darstellung des Knochenniveaus und die Erkennung von Knochenabbau.
  • Parodontalstatus: Messung der Zahntaschentiefe zur indirekten Beurteilung des Knochenstands.

Behandlung und Knochenaufbau

Je nach Ausmaß des Knochenschwunds stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:

  • Parodontitistherapie: Professionelle Zahnreinigung und subgingivales Débridement zur Beseitigung der Entzündungsursache.
  • Knochenaufbau (Augmentation): Einbringen von Knochenersatzmaterialien oder eigenem Knochenmaterial zur Wiederherstellung des Alveolarknochens vor oder im Rahmen einer Implantatversorgung.
  • Gesteuerte Knochenregeneration (GBR): Einsatz von Membranen, die das Knochenwachstum fördern und die Einheilung von Ersatzmaterialien unterstützen.
  • Implantologie: Einsetzen von Titanimplantaten in ausreichend vorhandenem oder aufgebautem Alveolarknochen.

Quellen

  1. Rateitschak, K.H. et al. – Parodontologie. Thieme Verlag, Stuttgart, 4. Auflage, 2012.
  2. Wolf, H.F., Rateitschak, E.M., Rateitschak, K.H. – Farbatlanten der Zahnmedizin: Parodontologie. Thieme Verlag, Stuttgart, 2004.
  3. Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO) – S3-Leitlinie zur Behandlung von Parodontitis Stadium I-III. AWMF, 2020. Verfügbar unter: www.awmf.org

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