Amalgamfüllung – Definition, Risiken & Alternativen
Eine Amalgamfüllung ist eine Zahnfüllung aus einer Metalllegierung, die Quecksilber enthält. Sie zählt zu den ältesten und langlebigsten Zahnfüllmaterialien in der Zahnmedizin.
Wissenswertes über "Amalgamfüllung"
Eine Amalgamfüllung ist eine Zahnfüllung aus einer Metalllegierung, die Quecksilber enthält. Sie zählt zu den ältesten und langlebigsten Zahnfüllmaterialien in der Zahnmedizin.
Was ist eine Amalgamfüllung?
Eine Amalgamfüllung (auch als Amalgampleombe bekannt) ist eine Zahnfüllung, die aus einer Legierung verschiedener Metalle besteht. Der Hauptbestandteil ist Quecksilber, das mit anderen Metallen wie Silber, Zinn und Kupfer vermischt wird. Diese Mischung ergibt eine formbare Masse, die nach dem Einbringen in den präparierten Zahn aushärtet und eine stabile Füllung bildet. Amalgamfüllungen werden seit über 150 Jahren in der Zahnmedizin eingesetzt und galten lange Zeit als Standardmaterial für die Behandlung von Karies.
Zusammensetzung von Zahnamalgam
Dentales Amalgam besteht typischerweise aus folgenden Metallen:
- Quecksilber (Hg): ca. 50 % des Gesamtgewichts
- Silber (Ag): ca. 22–32 %
- Zinn (Sn): ca. 14 %
- Kupfer (Cu): ca. 8 %
- Geringe Mengen anderer Metalle wie Zink oder Indium
Im ausгehärteten Zustand ist das Quecksilber chemisch gebunden und gibt nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen nur geringe Mengen an Quecksilberdampf ab.
Anwendungsbereiche
Amalgamfüllungen werden hauptsächlich zur Versorgung von Kariesdefekten an Seitenzähnen (Prämolaren und Molaren) eingesetzt, da diese Bereiche hohen Kaukräften ausgesetzt sind. Das Material ist besonders widerstandsfähig gegenüber mechanischer Belastung.
Vorteile der Amalgamfüllung
- Langlebigkeit: Amalgamfüllungen können 10–20 Jahre oder länger halten.
- Festigkeit: Sehr hohe mechanische Belastbarkeit, geeignet für Kauflächen.
- Einfache Verarbeitung: Weniger feuchtigkeitsempfindlich als manche Alternativen.
- Kosteneffizienz: In vielen Ländern kostengünstiger als Kompositfüllungen.
Nachteile und Risiken
- Ästhetik: Die silber-graue Farbe ist sichtbar und unnatürlich.
- Quecksilbergehalt: Gesundheitliche Bedenken durch die Freisetzung geringer Quecksilbermengen, insbesondere beim Kauen oder Schleifen.
- Umweltbelastung: Amalgam gilt als Umweltgift; die fachgerechte Entsorgung ist gesetzlich geregelt.
- Allergien: In seltenen Fällen können Kontaktallergien gegen Bestandteile des Amalgams auftreten.
Gesundheitliche Bewertung und aktuelle Regelungen
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und zahlreiche Zahnmedizinverbände bewerten Amalgamfüllungen bei der Mehrheit der Bevölkerung als gesundheitlich unbedenklich. Die freigesetzten Quecksilbermengen liegen bei gesunden Erwachsenen unterhalb der gesundheitsschädlichen Grenzwerte. Dennoch empfehlen Behörden, bei bestimmten Risikogruppen auf Alternativen zu verzichten:
- Schwangere und stillende Mütter
- Kinder unter 15 Jahren
- Personen mit Nierenerkrankungen
- Personen mit bekannter Quecksilberallergie
Im Jahr 2024 hat die Europäische Union beschlossen, die Verwendung von Dentalamalgam ab 2025 vollständig zu verbieten, um die Umweltbelastung durch Quecksilber zu reduzieren. Dieses Verbot basiert auf dem Minamata-Übereinkommen, einem internationalen Umweltvertrag zur Reduktion von Quecksilberemissionen.
Alternativen zur Amalgamfüllung
Moderne Alternativen umfassen:
- Kompositfüllungen (Kunststofffüllungen): Zahnfarbene Füllungen aus Kunstharz, ästhetisch und gut verträglich.
- Keramikinlays: Hochwertige, langlebige und zahnfarbene Restaurationen.
- Glasionomerzement: Geeignet für kleinere Füllungen, gibt Fluorid ab.
Entfernung von Amalgamfüllungen
Die Entfernung einer intakten Amalgamfüllung wird von medizinischen Fachgesellschaften nicht generell empfohlen, da beim Herausschleifen mehr Quecksilber freigesetzt wird als bei einer liegenden Füllung. Ist eine Entfernung aus medizinischen oder ästhetischen Gründen gewünscht, sollte dies unter speziellen Schutzmaßnahmen durch einen erfahrenen Zahnarzt erfolgen.
Quellen
- World Health Organization (WHO) – Dental amalgam and human health. Geneva: WHO Press, 2021. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/mercury-and-health
- Europäische Kommission – Verordnung (EU) zur Beschränkung und schrittweisen Abschaffung von Dentalamalgam, 2024. Verfügbar unter: https://ec.europa.eu/environment/chemicals/mercury/
- Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) – Stellungnahme zu Amalgam in der Zahnmedizin. DGZMK, 2022. Verfügbar unter: https://www.dgzmk.de
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieDysgnathiechirurgie
Risedronat
Segmentfraktur
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: Amalgamfüllung