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Amöbendysenterie – Ursachen, Symptome & Behandlung

Amöbendysenterie ist eine durch den Parasiten Entamoeba histolytica verursachte Darminfektion mit blutigen Durchfällen und Bauchschmerzen.

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Wissenswertes über "Amöbendysenterie"

Amöbendysenterie ist eine durch den Parasiten Entamoeba histolytica verursachte Darminfektion mit blutigen Durchfällen und Bauchschmerzen.

Was ist Amöbendysenterie?

Die Amöbendysenterie, auch als Amöbenruhr bekannt, ist eine infektiöse Darmerkrankung, die durch den einzelligen Parasiten Entamoeba histolytica verursacht wird. Sie zählt zu den wichtigsten parasitären Durchfallerkrankungen weltweit und betrifft vorwiegend Menschen in tropischen und subtropischen Regionen mit eingeschränktem Zugang zu sauberem Trinkwasser und hygienischen Sanitäranlagen.

Ursachen und Übertragung

Der Erreger Entamoeba histolytica wird über fäkal-orale Übertragungswege aufgenommen. Dies geschieht häufig durch:

  • Trinken von kontaminiertem Wasser
  • Verzehr von verunreinigten Lebensmitteln (z. B. rohes Obst und Gemüse)
  • Mangelnde Handhygiene, insbesondere nach dem Toilettengang
  • Direkten Kontakt mit infizierten Personen

Die Parasiten gelangen als widerstandsfähige Zysten in den Verdauungstrakt, wandeln sich dort in aktive Trophozoiten um und befallen die Darmwand, wo sie Geschwüre und Entzündungen verursachen.

Symptome

Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 1 bis 4 Wochen. Typische Symptome der Amöbendysenterie umfassen:

  • Blutiger oder schleimiger Durchfall (mehrmals täglich)
  • Starke, krampfartige Bauchschmerzen
  • Schmerzhafter Stuhldrang (Tenesmen)
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Leichtes Fieber
  • Allgemeines Krankheitsgefühl und Schwäche

In schweren Fällen kann die Infektion auf andere Organe übergreifen. Besonders gefürchtet ist der Amöbenleberabszess, bei dem sich Eiter im Lebergewebe ansammelt und zu Fieber sowie starken Schmerzen im rechten Oberbauch führt.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch verschiedene Untersuchungsmethoden:

  • Stuhluntersuchung: Mikroskopischer Nachweis von Zysten oder Trophozoiten im Stuhl
  • Antigentest: Nachweis von Entamoeba-histolytica-Antigenen im Stuhl mittels ELISA
  • Serologie: Bluttest zum Nachweis von Antikörpern gegen den Erreger, besonders bei extraintestinalem Befall
  • PCR-Diagnostik: Molekularbiologischer Nachweis des Erregers im Stuhl
  • Bildgebung: Ultraschall oder CT zur Erkennung eines Leberabszesses

Behandlung

Die Behandlung der Amöbendysenterie richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung:

Medikamentöse Therapie

  • Metronidazol oder Tinidazol: Mittel der ersten Wahl zur Behandlung der aktiven, invasiven Amöbeninfektion im Darm und in der Leber
  • Paromomycin oder Diloxanidfuroat: Zur Elimination der Zysten im Darm nach abgeschlossener Behandlung mit Metronidazol

Supportive Maßnahmen

  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr zum Ausgleich von Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten
  • Bei schwerem Verlauf stationäre Aufnahme und intravenöse Flüssigkeitsgabe

Prävention

Zur Vorbeugung einer Amöbendysenterie empfehlen sich folgende Maßnahmen, insbesondere bei Reisen in Risikogebiete:

  • Konsum von nur abgekochtem oder abgefülltem Wasser
  • Meiden von rohem Obst und Gemüse, das nicht selbst geschält oder gewaschen wurde
  • Regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife
  • Vermeidung von Straßenessen in Regionen mit mangelhafter Hygiene

Quellen

  1. World Health Organization (WHO): Amoebiasis. WHO Fact Sheet. Genf, 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int
  2. Fauci AS, Kasper DL et al.: Harrison's Principles of Internal Medicine. 21. Auflage. McGraw-Hill Education, 2022.
  3. Robert Koch-Institut (RKI): Steckbriefe seltener und importierter Infektionskrankheiten – Amöbiasis. Berlin, 2023. Verfügbar unter: https://www.rki.de

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