Amoksicilin: Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen
Amoksicilin ist ein Breitband-Antibiotikum aus der Gruppe der Penicilline, das bei bakteriellen Infektionen eingesetzt wird. Es wirkt gegen eine Vielzahl von Bakterien und ist eines der am häufigsten verschriebenen Antibiotika weltweit.
Wissenswertes über "Amoksicilin"
Amoksicilin ist ein Breitband-Antibiotikum aus der Gruppe der Penicilline, das bei bakteriellen Infektionen eingesetzt wird. Es wirkt gegen eine Vielzahl von Bakterien und ist eines der am häufigsten verschriebenen Antibiotika weltweit.
Was ist Amoksicilin?
Amoksicilin (auch: Amoxicillin) ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Aminopenicilline und gehört damit zur übergeordneten Klasse der Beta-Laktam-Antibiotika. Es wirkt gegen ein breites Spektrum an gramnegativen und grampositiven Bakterien und ist in der medizinischen Praxis eines der weltweit am häufigsten eingesetzten Antibiotika. Es ist verschreibungspflichtig und wird sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen angewendet.
Anwendungsgebiete
Amoksicilin wird bei einer Vielzahl von bakteriellen Infektionskrankheiten eingesetzt, darunter:
- Atemwegsinfektionen: z. B. Bronchitis, Lungenentzündung (Pneumonie), Sinusitis
- Hals-Nasen-Ohren-Infektionen: z. B. Mandelentzündung (Tonsillitis), Mittelohrentzündung (Otitis media)
- Harnwegsinfektionen: z. B. Blasenentzündung (Zystitis)
- Hautinfektionen: bakterielle Haut- und Weichteilentzündungen
- Mageninfektionen: in Kombination mit anderen Medikamenten zur Behandlung von Helicobacter pylori
- Lyme-Borreliose: frühzeitige Behandlung der Borreliose nach Zeckenbiss
Wirkmechanismus
Amoksicilin hemmt die Biosynthese der bakteriellen Zellwand. Es bindet an sogenannte Penicillin-bindende Proteine (PBP), die für den Aufbau und die Stabilisierung der Zellwand von Bakterien verantwortlich sind. Durch diese Bindung wird die Zellwandsynthese unterbrochen, was zur Lyse (Auflösung) der Bakterienzelle und damit zu deren Absterben führt. Das Mittel wirkt damit bakterizid, also abtotötend auf Bakterien.
Wichtig: Amoksicilin wirkt ausschließlich gegen Bakterien und ist bei viralen Infektionen (z. B. Erkältung, Grippe) wirkungslos.
Dosierung und Anwendung
Die Dosierung von Amoksicilin hängt von der Art der Infektion, dem Alter und dem Körpergewicht des Patienten sowie dem behandelnden Arzt ab. Typische Dosierungen sind:
- Erwachsene: meist 500 mg bis 1.000 mg, 2- bis 3-mal täglich
- Kinder: Dosierung nach Körpergewicht, häufig als Saft oder Suspension
Amoksicilin ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich: Tabletten, Kapseln, Granulat zur Herstellung einer Suspension sowie als Injektionslösung für den stationären Einsatz. Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel 5 bis 10 Tage und sollte stets vollständig abgeschlossen werden, auch wenn die Symptome früher nachlassen.
Nebenwirkungen
Wie alle Antibiotika kann Amoksicilin Nebenwirkungen verursachen. Zu den häufigsten zählen:
- Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen
- Hautausschlag oder Juckreiz
- Veränderungen der Darmflora
Seltener, aber schwerwiegend, können auftreten:
- Allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock (bei bekannter Penicillinallergie unbedingt vorher den Arzt informieren)
- Pseudomembranöse Kolitis (schwere Darmentzündung durch Überwucherung mit Clostridioides difficile)
- Leberwertveränderungen
Wechselwirkungen
Amoksicilin kann Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln eingehen. Besonders zu beachten sind:
- Antikoagulanzien (z. B. Warfarin): erhöhte Blutungsneigung möglich
- Methotrexat: verzögerte Ausscheidung und erhöhte Toxizität möglich
- Orale Kontrazeptiva: möglicherweise verringerte Wirksamkeit (Diskussion in der Fachliteratur)
- Allopurinol: erhöhtes Risiko für Hautausschlag
Resistenzen und Kombination mit Clavulansäure
Manche Bakterien produzieren Enzyme (sogenannte Beta-Laktamasen), die Amoksicilin inaktivieren können. Um diesem Problem zu begegnen, wird Amoksicilin häufig in Kombination mit Clavulansäure eingesetzt (bekannt als Amoxicillin/Clavulansäure oder Augmentin). Clavulansäure hemmt die Beta-Laktamasen und erweitert so das Wirkspektrum des Antibiotikums.
Kontraindikationen
Amoksicilin sollte nicht angewendet werden bei:
- Bekannter Allergie gegen Penicilline oder andere Beta-Laktam-Antibiotika
- Infektiöser Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber), da es in diesem Fall häufig zu Hautausschlag kommt
Quellen
- World Health Organization (WHO): WHO Model List of Essential Medicines, 23rd edition, 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/WHO-MHP-HPS-EML-2023.02
- European Medicines Agency (EMA): Amoxicillin - Summary of Product Characteristics. Verfügbar unter: https://www.ema.europa.eu
- Mutschler, E. et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen - Pharmakologie, Klinische Pharmakologie, Toxikologie. 11. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2023.
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