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Amphotericin B ist ein antimykotisches Medikament, das zur Behandlung schwerer Pilzinfektionen eingesetzt wird. Es gehört zu den wirksamsten Antimykotika und wird vor allem bei lebensbedrohlichen Infektionen angewendet.
Amphotericin B ist ein antimykotisches Medikament, das zur Behandlung schwerer Pilzinfektionen eingesetzt wird. Es gehört zu den wirksamsten Antimykotika und wird vor allem bei lebensbedrohlichen Infektionen angewendet.
Amphotericin B ist ein Antimykotikum (pilzbekämpfendes Medikament) aus der Gruppe der Polyene. Es wird seit den 1950er-Jahren in der Medizin eingesetzt und gilt bis heute als eines der wichtigsten Mittel zur Behandlung schwerer, systemischer Pilzinfektionen. Der Wirkstoff wird aus dem Bodenbakterium Streptomyces nodosus gewonnen und wirkt gegen eine Vielzahl von Pilzerregern sowie gegen bestimmte Parasiten.
Amphotericin B wird vorrangig bei schweren, lebensbedrohlichen Pilzinfektionen eingesetzt, die durch andere Antimykotika nicht ausreichend behandelt werden können. Typische Anwendungsgebiete sind:
Der Einsatz erfolgt hauptsächlich bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem, z. B. nach Organtransplantationen, bei HIV-Infektion oder während einer Chemotherapie.
Amphotericin B wirkt, indem es sich an Ergosterol bindet – einen wichtigen Bestandteil der Zellmembran von Pilzen. Durch diese Bindung entstehen Poren (Löcher) in der Pilzzellmembran, was zu einem unkontrollierten Austritt von Kalium- und anderen Ionen aus der Zelle führt. Dies stört den Zellstoffwechsel und führt zum Absterben der Pilzzellen (fungizide Wirkung). Da menschliche Zellen kein Ergosterol, sondern Cholesterin in ihrer Membran enthalten, wirkt der Wirkstoff selektiv gegen Pilze – allerdings kann er sich in höheren Konzentrationen auch an Cholesterin binden, was unerwünschte Nebenwirkungen erklären kann.
Amphotericin B ist in verschiedenen Formulierungen erhältlich, die sich in ihrer Verträglichkeit und ihrem Anwendungsgebiet unterscheiden:
Die Dosierung wird individuell vom behandelnden Arzt festgelegt und richtet sich nach Art und Schwere der Infektion, dem Körpergewicht sowie der Nierenfunktion des Patienten. Amphotericin B wird ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht im Krankenhausumfeld verabreicht.
Amphotericin B ist für seine erheblichen Nebenwirkungen bekannt, weshalb es als Reservemittel eingesetzt und streng medizinisch überwacht wird:
Liposomale Formulierungen verursachen deutlich weniger Nebenwirkungen, insbesondere eine geringere Nierenschädigung, und werden daher bevorzugt eingesetzt.
Amphotericin B kann mit verschiedenen anderen Medikamenten interagieren. Wichtige Wechselwirkungen umfassen:
Resistenzen gegen Amphotericin B sind selten, kommen aber vor. Sie entstehen meist durch Veränderungen im Ergosterol-Stoffwechsel des Pilzes. Da Resistenzen klinisch problematisch sind, wird der Einsatz von Amphotericin B auf schwere Infektionen beschränkt, um eine Resistenzentwicklung zu minimieren.
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