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Ampicillin – Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen

Ampicillin ist ein Breitband-Antibiotikum aus der Gruppe der Aminopenicilline, das zur Behandlung bakterieller Infektionen eingesetzt wird.

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Wissenswertes über "Ampicillin"

Ampicillin ist ein Breitband-Antibiotikum aus der Gruppe der Aminopenicilline, das zur Behandlung bakterieller Infektionen eingesetzt wird.

Was ist Ampicillin?

Ampicillin ist ein Breitband-Antibiotikum und gehört zur Gruppe der Aminopenicilline, einer Unterklasse der Betalaktam-Antibiotika. Es wurde in den 1960er Jahren entwickelt und zählt zu den am häufigsten verwendeten Antibiotika weltweit. Ampicillin wirkt gegen eine Vielzahl von gram-positiven und gram-negativen Bakterien und wird sowohl zur Behandlung als auch zur Vorbeugung verschiedener bakterieller Infektionen eingesetzt.

Indikationen – Wann wird Ampicillin eingesetzt?

Ampicillin wird zur Behandlung zahlreicher bakterieller Infektionen verwendet, darunter:

  • Atemwegsinfektionen wie Bronchitis, Lungenentzündung (Pneumonie) und Sinusitis
  • Harnwegsinfektionen wie Blasenentzündung (Zystitis) und Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)
  • Magen-Darm-Infektionen, unter anderem durch Salmonellen oder Shigellen
  • Meningitis (Hirnhautentzündung), insbesondere bei Neugeborenen und Kleinkindern
  • Endokarditis (Herzinnenhautentzündung), oft in Kombination mit anderen Antibiotika
  • Haut- und Weichteilinfektionen
  • Sepsis (Blutvergiftung) durch empfindliche Erreger

Wirkmechanismus

Ampicillin entfaltet seine antibakterielle Wirkung durch die Hemmung der bakteriellen Zellwandsynthese. Es bindet an sogenannte Penicillin-bindende Proteine (PBPs), die Enzyme, die für den Aufbau und die Stabilisierung der Bakterienzellwand verantwortlich sind. Durch diese Bindung wird die Vernetzung des Peptidoglykans – eines wichtigen Strukturbestandteils der Bakterienzellwand – blockiert. Ohne eine intakte Zellwand können Bakterien den osmotischen Druck nicht mehr aufrechterhalten und sterben ab. Ampicillin wirkt daher bakterizid, das heißt, es tötet Bakterien ab (anstatt sie nur am Wachstum zu hindern).

Anwendung und Dosierung

Ampicillin kann oral (als Kapsel oder Tablette), intravenös (direkt in die Vene) oder intramuskulär (in den Muskel) verabreicht werden. Die genaue Dosierung richtet sich nach:

  • Art und Schwere der Infektion
  • Alter und Körpergewicht des Patienten
  • Nierenfunktion des Patienten
  • Dem verursachenden Erreger und dessen Empfindlichkeit

Typische Erwachsenendosen liegen zwischen 250 mg und 3 g alle 6 Stunden, abhängig von der klinischen Situation. Bei schweren Infektionen wie Meningitis können höhere Dosen erforderlich sein. Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel 5 bis 14 Tage. Die Dosierung sollte stets vom behandelnden Arzt festgelegt werden.

Nebenwirkungen

Wie alle Antibiotika kann Ampicillin Nebenwirkungen verursachen. Häufige und wichtige Nebenwirkungen sind:

  • Hautausschlag: Ein masernähnlicher, nicht-allergischer Hautausschlag tritt relativ häufig auf, besonders bei Patienten mit einer Mononukleose-Infektion (Pfeiffersches Drüsenfieber).
  • Allergische Reaktionen: Von leichten Hautreaktionen bis hin zur seltenen, aber lebensbedrohlichen Anaphylaxie. Personen mit bekannter Penicillin-Allergie sollten Ampicillin nicht einnehmen.
  • Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen sind möglich.
  • Störung der Darmflora: Ampicillin kann das natürliche Gleichgewicht der Darmflora stören und in seltenen Fällen eine Clostridium-difficile-assoziierte Kolitis auslösen.
  • Superinfektionen: Durch das breite Wirkspektrum können resistente Keime oder Pilze (z. B. Candida) überwuchern.

Resistenz und Betalaktamasen

Ein wesentliches klinisches Problem bei Ampicillin ist die zunehmende bakterielle Resistenz. Viele Bakterien produzieren Enzyme, sogenannte Betalaktamasen, die den Betalaktam-Ring des Ampicillins aufspalten und es dadurch unwirksam machen. Um diesem Problem entgegenzuwirken, wird Ampicillin häufig in Kombination mit einem Betalaktamase-Inhibitor wie Sulbactam verabreicht. Diese Kombination (Ampicillin-Sulbactam) erweitert das Wirkspektrum erheblich und überwindet viele Resistenzmechanismen.

Gegenanzeigen

Ampicillin sollte nicht eingenommen werden bei:

  • Bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Penicillinen oder anderen Betalaktam-Antibiotika
  • Gleichzeitig bestehender infektiöser Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber), da das Risiko eines schweren Hautausschlags stark erhöht ist
  • Schwerwiegender Nierenfunktionsstörung (erfordert Dosisanpassung)

Quellen

  1. World Health Organization (WHO) – Model List of Essential Medicines, 23rd Edition (2023). Verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/WHO-MHP-HPS-EML-2023.02
  2. Mutschler E. et al. – Mutschler Arzneimittelwirkungen: Pharmakologie, Klinische Pharmakologie, Toxikologie. 11. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2020.
  3. Lode H. et al. – Aminopenicillins in clinical practice. Clinical Microbiology and Infection, 2007. DOI: 10.1111/j.1469-0691.2007.01671.x

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