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Amyloid-Plaques sind Eiweißablagerungen im Gehirn und gelten als Hauptmerkmal der Alzheimer-Krankheit. Erfahre hier alles über Entstehung, Diagnosemethoden und neue Therapieansätze.
Amyloid-Plaques sind Eiweißablagerungen im Gehirn und gelten als Hauptmerkmal der Alzheimer-Krankheit. Erfahre hier alles über Entstehung, Diagnosemethoden und neue Therapieansätze.
Amyloid-Plaques sind unlösliche Ablagerungen eines fehlgefalteten Eiweißfragments namens Amyloid-β (Aβ) im Gehirn. Sie gelten als zentrales pathologisches Merkmal der Alzheimer-Krankheit und stehen im Verdacht, maßgeblich zur Zerstörung von Nervenzellen und Synapsen beizutragen. Die Bildung dieser Plaques beginnt oft viele Jahre vor dem Auftreten erster Symptome und spielt eine Schlüsselrolle bei der neurodegenerativen Entwicklung.
Amyloid-β entsteht durch die Spaltung des Amyloid-Vorläuferproteins (APP) in kleineren Fragmenten. Bei gesunden Menschen wird Aβ normalerweise abgebaut und aus dem Gehirn entfernt. Kommt es jedoch zu einer Überproduktion oder einem gestörten Abbau, lagern sich die Aβ-Fragmente zusammen und bilden extrazelluläre Plaques zwischen den Nervenzellen.
Diese Ablagerungen aktivieren entzündliche Prozesse im Gehirn, fördern oxidativen Stress und beeinträchtigen die Signalübertragung im synaptischen Spalt, was langfristig zum Absterben von Nervenzellen führt.
Amyloid-Plaques sind eines der beiden histopathologischen Hauptmerkmale der Alzheimer-Demenz – neben den Tau-Protein-Veränderungen im Zellinneren. Die sogenannte Amyloid-Kaskadenhypothese geht davon aus, dass die Aβ-Ablagerungen der erste Schritt im Krankheitsprozess sind, der nachgelagert zur Tau-Pathologie, Neuroinflammation und neuronalen Degeneration führt.
Allerdings ist der Zusammenhang nicht vollständig geklärt, da auch bei manchen kognitiv gesunden älteren Menschen Amyloid-Plaques nachweisbar sind. Dies weist auf eine komplexe multifaktorielle Krankheitsentstehung hin.
Amyloid-Plaques können diagnostisch über verschiedene Methoden nachgewiesen werden:
Liquoranalyse: Erniedrigter Aβ42-Spiegel im Nervenwasser gilt als Hinweis auf Plaquebildung
PET-Bildgebung: Spezielle Radiotracer (z. B. Florbetapir) ermöglichen den direkten Nachweis im lebenden Gehirn
Postmortale Gewebeanalyse: Histologischer Nachweis im Gehirn
Die gezielte Beeinflussung der Amyloidbildung steht im Fokus neuer Alzheimer-Therapien:
Monoklonale Antikörper (z. B. Lecanemab, Aducanumab) binden an Amyloid-Peptide und fördern deren Abbau
BACE-Inhibitoren sollen die Produktion von Amyloid-β verringern (mit bislang begrenztem Erfolg)
Lebensstilinterventionen wie Bewegung, gesunde Ernährung und kognitive Aktivität können präventiv wirken
Amyloid-Plaques sind zwar nicht die alleinige Ursache, aber ein wichtiger diagnostischer und therapeutischer Ansatzpunkt bei der Alzheimer-Erkrankung.
Literaturhinweise:
Selkoe, D. J. & Hardy, J. (2016). "The amyloid hypothesis of Alzheimer's disease at 25 years." EMBO Molecular Medicine.
Jack, C. R. et al. (2018). "NIA-AA Research Framework: Toward a biological definition of Alzheimer's disease." Alzheimer’s & Dementia.
Deutsche Alzheimer Gesellschaft (2023). "Biomarker in der Alzheimer-Diagnostik."
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