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Der Androgenrezeptor ist ein Proteinmolekül, das Androgene wie Testosteron bindet und dadurch die Expression zahlreicher Gene steuert.
Der Androgenrezeptor ist ein Proteinmolekül, das Androgene wie Testosteron bindet und dadurch die Expression zahlreicher Gene steuert.
Der Androgenrezeptor (AR) ist ein intrazelluläres Rezeptorprotein, das zur Superfamilie der nukleären Steroidhormonrezeptoren gehört. Er bindet männliche Geschlechtshormone – sogenannte Androgene – wie Testosteron und Dihydrotestosteron (DHT) und überträgt deren Signal in den Zellkern, wo er die Aktivität spezifischer Gene reguliert. Der Androgenrezeptor ist in nahezu allen Geweben des menschlichen Körpers vorhanden, besonders aber in Muskeln, Knochen, Haut, Hoden, Prostata und im Gehirn.
Das AR-Gen liegt auf dem X-Chromosom (Xq11-12) und kodiert ein Protein mit drei funktionellen Hauptdomänen:
Im inaktiven Zustand befindet sich der Androgenrezeptor im Zytoplasma der Zelle, gebunden an Hitzeschockproteine (z. B. HSP90), die ihn in einer empfangsbereit gehaltenen Konformation stabilisieren. Sobald ein Androgen an die Ligandenbindungsdomäne bindet, läuft folgende Signalkaskade ab:
Dieser klassische, genomische Signalweg führt zur Produktion von Proteinen, die Wachstum, Differenzierung und Funktion androgensensitiver Gewebe steuern. Daneben existieren auch nicht-genomische Signalwege, bei denen der AR direkt mit anderen Signalmolekülen im Zytoplasma interagiert und rasche zelluläre Antworten auslöst.
Der Androgenrezeptor spielt eine zentrale Rolle in zahlreichen physiologischen Prozessen:
Mutationen im AR-Gen können zu einer vollständigen oder partiellen Androgenresistenz führen, auch bekannt als Androgeninsensitivitätssyndrom (AIS). Betroffene Personen mit einem 46,XY-Karyotyp können trotz vorhandener Androgene keine normalen männlichen Geschlechtsmerkmale ausbilden. Die Ausprägung reicht von einem weiblichen Phänotyp (komplettes AIS) bis zu Formen mit gemischten Geschlechtsmerkmalen (partielles AIS).
Der Androgenrezeptor ist ein zentrales Zielmolekül beim Prostatakarzinom. Androgens stimulieren über den AR das Wachstum von Prostatakrebszellen. Die Androgendeprivationstherapie (ADT) – die medikamentöse oder operative Senkung des Androgenspiegels – ist daher eine Standardtherapie des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms. Bei kastrationsresistentem Prostatakarzinom (CRPC) bleibt der AR häufig trotz niedriger Androgenspiegel aktiv, etwa durch AR-Amplifikation, AR-Mutationen oder konstitutiv aktive AR-Spleißvarianten (z. B. AR-V7).
Überaktivität oder Überempfindlichkeit des AR kann zu Erkrankungen wie Akne, androgenetischer Alopezie (erblichem Haarausfall) und dem Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) beitragen.
Aufgrund seiner Schlüsselrolle in der Androgenbiologie ist der Androgenrezeptor ein wichtiges Ziel moderner Medikamente:
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