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Angiogenese – Neubildung von Blutgefäßen: Bedeutung für Heilung, Tumorwachstum und Therapie

Angiogenese ist die Neubildung von Blutgefäßen – zentral für Heilung, aber auch für Tumorwachstum. Erfahre mehr über physiologische Funktionen, pathologische Prozesse und therapeutische Ansätze.

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Wissenswertes über "Angiogenese"

Angiogenese ist die Neubildung von Blutgefäßen – zentral für Heilung, aber auch für Tumorwachstum. Erfahre mehr über physiologische Funktionen, pathologische Prozesse und therapeutische Ansätze.

Angiogenese bezeichnet die Neubildung von Blutgefäßen aus bereits bestehenden Gefäßen. Dieser physiologische Prozess ist essenziell für Wundheilung, Gewebeversorgung, Organentwicklung und Reproduktion. Gleichzeitig spielt die Angiogenese auch eine zentrale Rolle in pathologischen Prozessen, insbesondere beim Tumorwachstum, bei chronischen Entzündungen und Augenerkrankungen.

Physiologische Angiogenese

Im gesunden Körper wird die Angiogenese durch ein fein abgestimmtes Zusammenspiel von pro- und antiangiogenen Faktoren reguliert. Sie wird aktiviert bei:

  • Wundheilung

  • Menstruationszyklus

  • Embryonalentwicklung

  • Anpassung an Sauerstoffmangel (Hypoxie)

Wichtige proangiogene Faktoren sind:

  • VEGF (vascular endothelial growth factor)

  • FGF (fibroblast growth factor)

  • PDGF, TGF-β und Angiopoietine

Diese Signalmoleküle regen Endothelzellen zur Proliferation, Migration und Gefäßsprossung an.

Pathologische Angiogenese

Eine fehlregulierte oder übermäßige Angiogenese ist mit zahlreichen Erkrankungen verbunden:

  • Krebs: Tumore stimulieren die Angiogenese, um sich mit Nährstoffen zu versorgen (Tumorangiogenese)

  • Rheumatoide Arthritis: Entzündlich veränderte Gelenke bilden neue Gefäße

  • Diabetische Retinopathie & Makuladegeneration: krankhafte Gefäßneubildungen im Auge

  • Psoriasis: Gefäßwachstum im entzündeten Hautgewebe

Besonders in der Onkologie ist die Angiogenese von hoher Bedeutung, da Tumore ohne neue Blutgefäße nicht über ein bestimmtes Maß hinaus wachsen können.

Therapeutische Bedeutung

Angiogenese ist sowohl ein Ziel als auch ein Werkzeug der modernen Medizin:

1. Angiogenesehemmung (Anti-Angiogenese):

  • Ziel: Tumorwachstum stoppen, z. B. durch VEGF-Hemmer

  • Wirkstoffe: Bevacizumab, Sorafenib, Thalidomid

  • Anwendung bei Krebsarten wie kolorektalem Karzinom, Lungenkrebs, Nierenzellkarzinom

2. Angiogeneseförderung (Pro-Angiogenese):

  • Ziel: Heilung bei Durchblutungsstörungen (z. B. bei chronischen Wunden oder Herzinfarkt)

  • Forschung zu VEGF-Gentherapie oder Stammzelltherapie

In der TRAPTRAP-Studie wird ein anderer Weg gewählt: Mit dem Protein tTF-NGR wird gezielt die Tumorversorgung unterbrochen, indem die tumorassoziierte Angiogenese selektiv blockiert und verschlossen wird – ein neuer therapeutischer Ansatz, der die Angiogenese ausnutzt, um Tumore gezielt auszuhungern.

Literaturhinweise:

  • Folkman, J. (2007). "Angiogenesis: an organizing principle for drug discovery?" Nature Reviews Drug Discovery.

  • Carmeliet, P. (2005). "Angiogenesis in life, disease and medicine." Nature.

  • Ferrara, N. (2010). "VEGF and the quest for tumour angiogenesis factors." Nature Reviews Cancer.

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