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Anifrolumab – Wirkung, Anwendung & Nebenwirkungen

Anifrolumab ist ein monoklonaler Antikörper zur Behandlung von systemischem Lupus erythematodes (SLE). Er blockiert den Interferon-Typ-I-Rezeptor und reduziert so Entzündungsreaktionen.

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Wissenswertes über "Anifrolumab"

Anifrolumab ist ein monoklonaler Antikörper zur Behandlung von systemischem Lupus erythematodes (SLE). Er blockiert den Interferon-Typ-I-Rezeptor und reduziert so Entzündungsreaktionen.

Was ist Anifrolumab?

Anifrolumab ist ein monoklonaler Antikörper, der zur Behandlung von systemischem Lupus erythematodes (SLE) eingesetzt wird. SLE ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise körpereigenes Gewebe angreift. Anifrolumab wurde von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) und der US-amerikanischen FDA zugelassen und ist unter dem Handelsnamen Saphnelo bekannt.

Wirkmechanismus

Anifrolumab wirkt, indem es gezielt den Interferon-Typ-I-Rezeptor (IFNAR1) blockiert. Interferone vom Typ I – darunter Interferon-alpha und Interferon-beta – spielen bei SLE eine zentrale Rolle bei der Förderung von Entzündungsprozessen. Bei den meisten SLE-Patienten ist die Aktivität dieser Interferone erhöht. Durch die Blockade des Rezeptors verhindert Anifrolumab, dass diese Botenstoffe ihre entzündungsfördernde Wirkung entfalten können. Dies führt zu einer Reduktion der Krankheitsaktivität und einer Verbesserung der Symptome.

Indikation und Anwendung

Anifrolumab ist zugelassen für erwachsene Patienten mit mittelschwerem bis schwerem SLE, die trotz Standardtherapie (z. B. Hydroxychloroquin, Kortikosteroide, Immunsuppressiva) keine ausreichende Krankheitskontrolle erreichen. Es wird als Ergänzung zur bestehenden Therapie eingesetzt, nicht als Monotherapie.

Verabreichung

  • Anifrolumab wird als intravenöse Infusion (in die Vene) verabreicht.
  • Die empfohlene Dosis beträgt 300 mg alle 4 Wochen.
  • Die Infusion dauert in der Regel etwa 30 Minuten und wird in einer Arztpraxis oder Klinik durchgeführt.

Klinische Studien und Wirksamkeit

Die Zulassung von Anifrolumab basiert auf den TULIP-1- und TULIP-2-Studien, zwei großen, randomisierten, placebokontrollierten Phase-III-Studien. In diesen Studien zeigte Anifrolumab eine signifikante Reduktion der Krankheitsaktivität im Vergleich zu Placebo. Darüber hinaus konnte die Kortikosteroiddosis bei einem Teil der Patienten reduziert werden, was langfristige Nebenwirkungen der Steroidtherapie vermindert.

Nebenwirkungen

Wie alle Medikamente kann Anifrolumab Nebenwirkungen verursachen. Zu den häufigsten gehören:

  • Infusionsbedingte Reaktionen (z. B. Kopfschmerzen, Schwindel, Hautreaktionen)
  • Infektionen der oberen Atemwege (z. B. Bronchitis, Nasopharyngitis)
  • Herpesinfektionen (z. B. Herpes zoster, Gürtelrose)
  • Erhöhte Anfälligkeit für andere Infektionen aufgrund der Immunmodulation

Schwerwiegende Nebenwirkungen sind selten, können aber auftreten. Patienten sollten bei Zeichen einer schweren Infektion sofort ärztliche Hilfe suchen.

Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen

  • Anifrolumab darf nicht bei aktiven, schweren Infektionen angewendet werden.
  • Lebendimpfstoffe sollten während der Therapie nicht verabreicht werden.
  • Die Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit sollte nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Arzt erfolgen.
  • Eine regelmäßige ärztliche Überwachung ist während der gesamten Behandlung erforderlich.

Quellen

  1. European Medicines Agency (EMA): Saphnelo (Anifrolumab) – Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels. Verfügbar unter: https://www.ema.europa.eu (abgerufen 2024).
  2. Morand EF et al. – Trial of Anifrolumab in Active Systemic Lupus Erythematosus (TULIP-2). New England Journal of Medicine, 2020; 382(3):211–221.
  3. Furie RA et al. – Type I Interferon Inhibitor Anifrolumab in Active Systemic Lupus Erythematosus (TULIP-1): a randomised, controlled, phase 3 trial. The Lancet Rheumatology, 2019; 1(4):e208–e219.

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