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Anthelminthika sind Arzneimittel, die zur Behandlung von Wurminfektionen (Helminthiasis) eingesetzt werden. Sie wirken gezielt gegen parasitäre Würmer im menschlichen Körper.
Anthelminthika sind Arzneimittel, die zur Behandlung von Wurminfektionen (Helminthiasis) eingesetzt werden. Sie wirken gezielt gegen parasitäre Würmer im menschlichen Körper.
Ein Anthelminthikum (Plural: Anthelminthika) ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung von Infektionen durch parasitäre Würmer, sogenannte Helminten, eingesetzt wird. Solche Wurminfektionen werden medizinisch als Helminthiasis bezeichnet. Anthelminthika sind weltweit von großer Bedeutung, da Wurminfektionen zu den häufigsten parasitären Erkrankungen des Menschen zählen – insbesondere in tropischen und subtropischen Regionen.
Anthelminthika werden gegen eine Vielzahl von parasitären Würmern eingesetzt, darunter:
Je nach Wirkstoff greifen Anthelminthika auf unterschiedliche Weise in den Stoffwechsel oder die Motorik der Parasiten ein:
Benzimidazole wie Mebendazol und Albendazol binden an das Tubulin der Parasiten und hemmen die Polymerisation der Mikrotubuli. Dadurch wird die Glukoseaufnahme des Wurms blockiert, was zu einem Energiemangel und letztlich zum Absterben des Parasiten führt.
Pyrantel wirkt als cholinerger Agonist und bewirkt eine spastische Lähmung der Wurmmuskulatur, sodass der Parasit den Darmtrakt nicht mehr festhalten kann und ausgeschieden wird.
Piperazin hingegen verursacht eine schlaffe Lähmung der Wurmmuskulatur durch Hyperpolarisation der Nervenmembranen.
Ivermectin erhöht die Durchlässigkeit der Zellmembranen für Chloridionen, was zu einer dauerhaften Lähmung und zum Tod der Parasiten führt. Es ist besonders wirksam gegen Fadenwürmer (Filarien) und andere Nematoden.
Praziquantel, das Mittel der Wahl bei Bandwurm- und Saugwurminfektionen, erhöht die Kalziumpermeabilität der Wurmzellmembranen. Dies führt zu Muskelkontraktionen, Paralyse und schließlich zum Absterben des Parasiten.
Die Dosierung von Anthelminthika richtet sich nach der Art des Parasiten, dem Körpergewicht des Patienten sowie Alter und Begleiterkrankungen. Viele Anthelminthika werden als Einmaldosis oder im Rahmen einer kurzen Behandlungsdauer eingenommen. Bei bestimmten Infektionen (z. B. Echinokokkose) kann eine langfristige Therapie erforderlich sein. Die Einnahme erfolgt meist oral in Tablettenform.
Anthelminthika sind in der Regel gut verträglich, können jedoch folgende Nebenwirkungen verursachen:
Die meisten Anthelminthika sollten in der Schwangerschaft, insbesondere im ersten Trimester, nicht angewendet werden, da potenzielle teratogene Effekte (Schädigung des Ungeborenen) nicht ausgeschlossen werden können. Die Anwendung während der Schwangerschaft sollte stets mit einem Arzt oder einer Ärztin abgestimmt werden.
Wie bei vielen Antiparasitika ist auch bei Anthelminthika die Entstehung von Resistenzen – insbesondere bei Benzimidazolen in der Veterinärmedizin – ein wachsendes Problem. In der Humanmedizin werden Resistenzen zunehmend bei der Behandlung von Hakenwürmern beobachtet. Ein verantwortungsvoller Einsatz dieser Medikamente ist daher wichtig.
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