Anti-CCP-Antikörper – Diagnose der Rheumatoiden Arthritis
Anti-CCP-Antikörper sind Blutmarker zur Früherkennung der rheumatoiden Arthritis. Sie gelten als hochspezifischer Laborwert und helfen, die Erkrankung frühzeitig zu diagnostizieren.
Wissenswertes über "Anti-CCP-Antikörper"
Anti-CCP-Antikörper sind Blutmarker zur Früherkennung der rheumatoiden Arthritis. Sie gelten als hochspezifischer Laborwert und helfen, die Erkrankung frühzeitig zu diagnostizieren.
Was sind Anti-CCP-Antikörper?
Anti-CCP-Antikörper (Antikörper gegen cyclische citrullinierte Peptide, auch ACPA genannt) sind Autoantikörper, die vom Immunsystem gegen körpereigene Eiweißstrukturen gebildet werden. Dabei richten sie sich gezielt gegen citrullinierte Proteine – also Proteine, bei denen die Aminosäure Arginin in Citrullin umgewandelt wurde. Sie zählen zu den wichtigsten Labormarkern für die rheumatoide Arthritis (RA).
Klinische Bedeutung
Anti-CCP-Antikörper sind ein entscheidendes diagnostisches Hilfsmittel, da sie bereits Jahre vor dem klinischen Ausbruch der rheumatoiden Arthritis im Blut nachweisbar sein können. Im Vergleich zum Rheumafaktor weisen sie eine deutlich höhere Spezifität für die RA auf.
- Sensitivität: ca. 60–75 % für die rheumatoide Arthritis
- Spezifität: über 95 % für die rheumatoide Arthritis
- Ein positiver Befund bei gleichzeitig positivem Rheumafaktor erhöht die diagnostische Sicherheit erheblich
- Positive Anti-CCP-Antikörper können auf einen aggressiveren Krankheitsverlauf und ein erhöhtes Risiko für Gelenkzerstörungen hinweisen
Entstehung und Wirkmechanismus
Bei der rheumatoiden Arthritis werden körpereigene Proteine durch das Enzym Peptidylarginin-Deiminase (PAD) citrulliniert. Das Immunsystem erkennt diese veränderten Strukturen als fremd und bildet dagegen Anti-CCP-Antikörper. Diese Antikörper tragen zur Entzündungsreaktion in den Gelenken bei und fördern die Synovitis (Gelenkinnenhautentzündung), die für die RA typisch ist.
Diagnose: Wie wird der Test durchgeführt?
Der Nachweis von Anti-CCP-Antikörpern erfolgt aus einer einfachen Blutprobe. Das Serum wird mittels ELISA (Enzyme-linked Immunosorbent Assay) oder chemilumineszenzbasierter Immunassays untersucht. Die Ergebnisse werden in Einheiten (U/ml) angegeben, wobei labortypische Referenzwerte gelten.
Referenzwerte (Richtwerte)
- Negativ: unter 7 U/ml (laborabhängig)
- Positiv: über 10 U/ml (laborabhängig)
- Grenzwertige Befunde sollten immer im klinischen Kontext interpretiert werden
Wann wird der Test angeordnet?
Der Test auf Anti-CCP-Antikörper wird häufig bei folgenden Beschwerden oder Situationen angeordnet:
- Anhaltende Gelenkschmerzen oder Gelenkschwellungen, insbesondere an den kleinen Gelenken von Händen und Füßen
- Verdacht auf frühzeitige rheumatoide Arthritis
- Abklärung bei familiärer Vorbelastung
- Verlaufskontrolle und Risikoeinschätzung bei bereits diagnostizierter RA
- Differenzialdiagnose gegenüber anderen Gelenkerkrankungen
Anti-CCP-Antikörper und Krankheitsverlauf
Patienten mit positiven Anti-CCP-Antikörpern haben ein statistisch höheres Risiko für einen erosiven Krankheitsverlauf, also für bleibende Gelenkschäden. Eine frühzeitige Diagnose und der rechtzeitige Beginn einer krankheitsmodifizierenden Therapie (DMARD-Therapie) können diesen Verlauf positiv beeinflussen. Anti-CCP-positive Patienten sprechen häufig gut auf Biologika, insbesondere B-Zell-depletierende Medikamente wie Rituximab, an.
Abgrenzung zu anderen Autoantikörpern
In der Rheumadiagnostik werden Anti-CCP-Antikörper oft gemeinsam mit dem Rheumafaktor (RF) bestimmt. Während der Rheumafaktor auch bei anderen Erkrankungen positiv sein kann (z. B. Sjogren-Syndrom, Hepatitis), sind Anti-CCP-Antikörper deutlich spezifischer für die RA. Bei einem seronegativen Verlauf der RA können beide Marker negativ sein, ohne dass dies die Diagnose ausschließt.
Quellen
- Nishimura K et al. - Meta-analysis: diagnostic accuracy of anti-cyclic citrullinated peptide antibody and rheumatoid factor for rheumatoid arthritis. Annals of Internal Medicine, 2007.
- Smolen JS et al. - EULAR recommendations for the management of rheumatoid arthritis with synthetic and biological disease-modifying antirheumatic drugs. Annals of the Rheumatic Diseases, 2020.
- Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) - Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der frühen rheumatoiden Arthritis, 2019.
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