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Anti-dsDNA-Antikörper sind Autoantikörper, die sich gegen die eigene DNA richten. Sie gelten als wichtiger Labormarker für den systemischen Lupus erythematodes (SLE).
Anti-dsDNA-Antikörper sind Autoantikörper, die sich gegen die eigene DNA richten. Sie gelten als wichtiger Labormarker für den systemischen Lupus erythematodes (SLE).
Anti-dsDNA-Antikörper (Antikörper gegen doppelsträngige DNA) sind Autoantikörper – das heißt, Antikörper, die das Immunsystem irrtümlich gegen körpereigene Strukturen bildet. In diesem Fall richten sie sich gegen die doppelsträngige Desoxyribonukleinsäure (dsDNA), den grundlegenden Baustein der menschlichen Erbsubstanz. Ihr Nachweis im Blut ist ein bedeutsamer diagnostischer Hinweis auf bestimmte Autoimmunerkrankungen, insbesondere den systemischen Lupus erythematodes (SLE).
Anti-dsDNA-Antikörper zählen zu den wichtigsten Laborparametern in der Rheumatologie und Immunologie. Sie sind in die offiziellen Klassifikationskriterien des SLE aufgenommen (ACR/EULAR-Kriterien). Ihre Bestimmung dient sowohl der Diagnosestellung als auch der Verlaufskontrolle der Erkrankung.
Bei einer gestörten Immunregulation erkennt das Immunsystem die körpereigene DNA nicht mehr als "selbst" und bildet Antikörper dagegen. Diese Antikörper können zusammen mit DNA-Fragmenten sogenannte Immunkomplexe bilden, die sich in Geweben – besonders in den Nieren, Gelenken und Blutgefäßen – ablagern und Entzündungsreaktionen ausLösen. Die genauen Ursachen für diese Fehlfunktion des Immunsystems sind noch nicht vollständig geklärt; genetische Faktoren, Hormoneinflüsse und Umwelttrigger (z. B. UV-Licht, Infektionen) spielen eine Rolle.
Der Nachweis von Anti-dsDNA-Antikörpern erfolgt aus einer einfachen Blutprobe. Es stehen verschiedene Testverfahren zur Verfügung:
Die Ergebnisse werden als positiv oder negativ sowie quantitativ als Titer oder in internationalen Einheiten (IU/ml) angegeben. Die genaue Interpretation sollte stets im klinischen Kontext und in Zusammenschau mit anderen Laborwerten (z. B. Komplement C3/C4, ANA) erfolgen.
Obwohl Anti-dsDNA-Antikörper als hochspezifisch für SLE gelten, können sie in niedrigen Titern auch bei anderen Erkrankungen nachgewiesen werden, darunter:
Anti-dsDNA-Antikörper selbst werden nicht direkt behandelt. Die Therapie richtet sich gegen die zugrundeliegende Erkrankung, also den SLE. Zu den eingesetzten Medikamenten gehören Hydroxychloroquin, Kortikosteroide, Immunsuppressiva (z. B. Azathioprin, Mycophenolat-Mofetil) sowie bei schweren Verläufen Biologika wie Belimumab. Regelmäßige Kontrollen des Antikörpertiters helfen, Krankheitsschübe frühzeitig zu erkennen und die Therapie anzupassen.
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