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Ein Antibiogramm ist ein Labortest, der zeigt, welche Antibiotika gegen einen bestimmten Krankheitserreger wirksam sind. Es hilft Ärzten, die gezielte Antibiotikatherapie auszuwählen.
Ein Antibiogramm ist ein Labortest, der zeigt, welche Antibiotika gegen einen bestimmten Krankheitserreger wirksam sind. Es hilft Ärzten, die gezielte Antibiotikatherapie auszuwählen.
Ein Antibiogramm ist ein mikrobiologisches Testverfahren, das die Empfindlichkeit eines isolierten Krankheitserregers – meist Bakterien – gegenüber verschiedenen Antibiotika bestimmt. Das Ergebnis gibt an, welche Antibiotika gegen den nachgewiesenen Erreger wirksam (sensibel), eingeschränkt wirksam (intermediär) oder unwirksam (resistent) sind. Das Antibiogramm ist ein unverzichtbares Werkzeug der modernen Infektionsmedizin und Grundlage einer rationalen, gezielten Antibiotikatherapie.
Ein Antibiogramm wird immer dann angefordert, wenn bei einem Patienten eine bakterielle Infektion vermutet oder nachgewiesen wird und eine Antibiotikabehandlung notwendig ist. Typische Anlässe sind:
Die Durchführung eines Antibiogramms erfolgt in mehreren Schritten im mikrobiologischen Labor:
Zunächst wird eine Probe aus dem Infektionsherd entnommen. Je nach Infektionsort kann dies Urin, Blut, Sputum (Auswurf), ein Abstrich oder Wundsekret sein. Die Probe muss unter sterilen Bedingungen gewonnen werden, um Verunreinigungen zu vermeiden.
Im Labor wird die Probe auf speziellen Nährböden kultiviert, sodass die vorhandenen Bakterien wachsen können. Anschließend wird der Erreger mithilfe biochemischer oder molekularer Methoden identifiziert.
Der isolierte Erreger wird dann auf seine Empfindlichkeit gegenüber verschiedenen Antibiotika getestet. Die gängigsten Methoden sind:
Die Ergebnisse werden anhand festgelegter Grenzwerte (sog. Breakpoints) bewertet, die von Fachgesellschaften wie dem EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) definiert werden. Die Einstufung erfolgt in drei Kategorien:
Das Antibiogramm ermöglicht eine gezielte Antibiotikatherapie (auch kalkulierte Therapie genannt), anstatt ein Breitspektrum-Antibiotikum einzusetzen, das viele verschiedene Keime abtötet. Dies hat mehrere Vorteile:
Da die Erstellung eines Antibiogramms in der Regel 24 bis 72 Stunden dauert, beginnen Ärzte bei schweren Infektionen häufig zunächst mit einer empirischen Breitspektrum-Therapie, die nach Vorliegen des Antibiogramms auf ein gezieltes, schmaleres Antibiotikum umgestellt wird (sog. Deeskalation).
Ein zunehmendes Problem in der modernen Medizin sind multiresistente Erreger, die gegen viele oder nahezu alle verfügbaren Antibiotika resistent sind. Bekannte Beispiele sind MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus), VRE (Vancomycin-resistente Enterokokken) oder multiresistente gramnegative Bakterien. Das Antibiogramm ist in diesen Fällen besonders wichtig, da es oft die einzige Möglichkeit ist, noch wirksame Therapieoptionen zu identifizieren.
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