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Eine Aortenbogenanomalie ist eine angeborene Fehlbildung des Aortenbogens, die Herz, Gefäße und umliegende Strukturen beeinträchtigen kann.
Eine Aortenbogenanomalie ist eine angeborene Fehlbildung des Aortenbogens, die Herz, Gefäße und umliegende Strukturen beeinträchtigen kann.
Eine Aortenbogenanomalie bezeichnet eine angeborene Fehlbildung im Bereich des Aortenbogens – dem Teil der Hauptschlagader (Aorta), der sich bogenförmig vom Herzen nach oben und dann nach unten in den Körper erstreckt. Diese Fehlbildungen entstehen während der embryonalen Entwicklung, wenn sich die Blutgefäßanlagen nicht korrekt ausbilden oder zurückbilden. Je nach Art der Anomalie können umliegende Strukturen wie die Luftröhre (Trachea), die Speiseröhre (Ösophagus) oder große Nervenstränge eingeengt oder verlagert werden.
Aortenbogenanomalien entstehen durch Störungen in der embryonalen Gefäßentwicklung, meist zwischen der 4. und 8. Schwangerschaftswoche. In dieser Phase bildet sich aus mehreren Gefäßbögen (sogenannten Kiemenbögen) das endgültige Gefäßsystem. Bleibt ein Gefäßbogen bestehen, der normalerweise zurückgebildet wird, oder bildet sich ein notwendiger Bogen nicht aus, entstehen verschiedene Anomalien.
Beim doppelten Aortenbogen bestehen zwei vollständige Aortenbögen, die zusammen einen Gefäßring um Luftröhre und Speiseröhre bilden. Dies ist die häufigste symptomatische Aortenbogenanomalie und kann zu Schluckbeschwerden und Atemwegsproblemen führen.
Normalerweise verläuft der Aortenbogen nach links. Bei einem rechtsläufigen Aortenbogen verläuft er nach rechts. Je nach Begleitgefäßen kann auch hier ein Gefäßring entstehen.
Eine aberrante (fehlverlaufende) Arteria subclavia – insbesondere die Arteria lusoria (aberrante rechte Arteria subclavia) – verläuft hinter der Speiseröhre und kann diese einengen. Dies ist eine der häufigsten Aortenbogenanomalien (ca. 0,5–1 % der Bevölkerung).
Bei dieser seltenen Fehlbildung entspringt die linke Pulmonalarterie aus der rechten und verläuft zwischen Luftröhre und Speiseröhre, was zu schwerer Atemwegskompression führen kann.
Die Symptome hängen stark von der Art und dem Ausmaß der Anomalie ab. Viele Betroffene haben keine oder nur geringe Beschwerden, während andere bereits im Säuglings- oder Kindesalter auffällig werden.
Die Diagnose einer Aortenbogenanomalie erfolgt durch verschiedene bildgebende Verfahren:
Nicht alle Aortenbogenanomalien erfordern eine Behandlung. Asymptomatische Befunde werden häufig beobachtet. Bei klinisch relevanten Beschwerden ist jedoch meist eine operative Korrektur notwendig.
Die chirurgische Behandlung ist die Methode der Wahl bei symptomatischen Anomalien. Ziel ist die Beseitigung des Gefäßrings oder die Korrektur der Gefäßfehlanlage. Der Eingriff erfolgt in der Regel im Kindesalter, oft im Säuglingsalter, und hat in spezialisierten Zentren sehr gute Erfolgsraten. Je nach Art der Anomalie kommen folgende Verfahren zum Einsatz:
In bestimmten Fällen können minimalinvasive Katheterverfahren eingesetzt werden. Konservative Maßnahmen (z. B. Ernährungsanpassung bei milden Schluckbeschwerden) dienen der Symptomlinderung, beheben jedoch nicht die zugrundeliegende Fehlbildung.
Die Prognose nach operativer Korrektur ist bei den meisten Aortenbogenanomalien sehr gut. Viele Kinder sind nach dem Eingriff vollständig beschwerdefrei. Bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung sind bleibende Schäden an Luftröhre oder Speiseröhre in der Regel vermeidbar. Begleitende Herzfehler oder genetische Syndrome können die Prognose beeinflussen.
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