Apfelsäure – Wirkung, Vorkommen & Anwendung
Apfelsäure ist eine natürlich vorkommende organische Säure, die in vielen Früchten vorkommt und im Körper eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel spielt.
Wissenswertes über "Apfelsäure"
Apfelsäure ist eine natürlich vorkommende organische Säure, die in vielen Früchten vorkommt und im Körper eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel spielt.
Was ist Apfelsäure?
Apfelsäure (chemische Bezeichnung: 2-Hydroxybernsteinsäure, englisch: Malic Acid) ist eine natürlich vorkommende organische Säure aus der Gruppe der Hydroxycarbonsäuren. Sie kommt in vielen Obst- und Gemüsesorten vor, besonders in Äpfeln, und ist verantwortlich für deren charakteristisch säuerlichen Geschmack. In der Lebensmittelindustrie wird Apfelsäure als Lebensmittelzusatzstoff unter der Bezeichnung E 296 eingesetzt.
Vorkommen und Quellen
Apfelsäure ist in zahlreichen natürlichen Lebensmitteln enthalten. Besonders reich an Apfelsäure sind:
- Äpfel (höchster natürlicher Gehalt)
- Kirschen, Pflaumen und Weintrauben
- Stachelbeeren und Johannisbeeren
- Tomaten und Karotten
- Rhabarber
- Weißwein und Apfelsäfte
In der Lebensmittelindustrie wird Apfelsäure auch synthetisch hergestellt und als Säuerungsmittel in Getränken, Süßigkeiten, Desserts und anderen verarbeiteten Lebensmitteln verwendet.
Biologische Funktionen und Wirkmechanismus
Im menschlichen Körper erfüllt Apfelsäure mehrere wichtige physiologische Aufgaben:
- Citratzyklus (Krebszyklus): Apfelsäure ist ein Zwischenprodukt des Citratzyklus, einem zentralen Stoffwechselweg zur Energiegewinnung in den Zellen. Sie trägt zur Produktion von ATP (Adenosintriphosphat), dem universellen Energieträger der Zellen, bei.
- Unterstützung der Entgiftung: Apfelsäure wird diskutiert als Unterstützung bei der Ausleitung von Schwermetallen wie Aluminium aus dem Körper.
- Speichelproduktion: Apfelsäure kann die Speichelsekretion anregen, was die Mundhygiene unterstützen kann.
- Muskelenergie: Im Sport wird Apfelsäure häufig in Kombination mit Magnesium als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt, um Erschöpfung zu reduzieren und die Muskelleistung zu unterstützen.
Medizinische und therapeutische Anwendung
Apfelsäure wird in verschiedenen medizinischen und para-medizinischen Bereichen eingesetzt:
Fibromyalgie
Einige Studien haben untersucht, ob die Kombination aus Apfelsäure und Magnesium bei Fibromyalgie – einer chronischen Schmerzerkrankung – Schmerzen und Müdigkeit lindern kann. Die Evidenz ist bislang begrenzt, aber vielversprechend.
Sport und Leistung
In der Sporternährung wird Apfelsäure als Bestandteil von Citrullin-Malat verwendet. Dieses Präparat soll die Ausdauer fördern, die Regeneration beschleunigen und das Auftreten von Muskelkater reduzieren.
Mundgesundheit
Apfelsäure wird in einigen Mundspülungen und Zahnpflegeprodukten eingesetzt, da sie antibakteriell wirken und die Mundflora positiv beeinflussen kann. Aufgrund ihrer säurebildenden Eigenschaft sollte der Kontakt mit dem Zahnschmelz jedoch begrenzt werden.
Empfohlene Zufuhr und Dosierung
Für Apfelsäure gibt es keine offiziell festgelegte tägliche Empfehlungsmenge der WHO oder der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Über eine ausgewogene, obstreiche Ernährung nimmt ein Erwachsener in der Regel ausreichend Apfelsäure auf. Als Nahrungsergänzungsmittel werden häufig Dosen von 1.200 bis 2.800 mg pro Tag verwendet, oft in Kombination mit Magnesium.
Sicherheit, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
Apfelsäure gilt bei normaler Nahrungsaufnahme als unbedenklich. Bei der Einnahme hochdosierter Präparate können folgende Nebenwirkungen auftreten:
- Magenreizungen oder Verdauungsbeschwerden
- Durchfall bei sehr hohen Dosen
- Erosion des Zahnschmelzes bei direktem, häufigem Kontakt
Wechselwirkungen mit Medikamenten sind bislang nicht gut belegt. Personen mit Nierenproblemen sollten vor der Einnahme von Apfelsäure-Präparaten ärztlichen Rat einholen.
Quellen
- European Food Safety Authority (EFSA): Re-evaluation of malic acid (E 296) as a food additive. EFSA Journal, 2023.
- Bendahan D. et al. - Citrulline/malate promotes aerobic energy production in human exercising muscle. British Journal of Sports Medicine, 2002.
- Russell IJ. et al. - Treatment of fibromyalgia syndrome with Super Malic: a randomized, double blind, placebo controlled, crossover pilot study. Journal of Rheumatology, 1995.
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