Apley-Grinding-Test: Kniediagnostik erklärt
Der Apley-Grinding-Test ist ein klinischer Untersuchungstest zur Diagnose von Meniskusschäden im Kniegelenk. Er wird in der orthopädischen Diagnostik eingesetzt.
Wissenswertes über "Apley-Grinding-Test"
Der Apley-Grinding-Test ist ein klinischer Untersuchungstest zur Diagnose von Meniskusschäden im Kniegelenk. Er wird in der orthopädischen Diagnostik eingesetzt.
Was ist der Apley-Grinding-Test?
Der Apley-Grinding-Test ist ein klinisches Untersuchungsverfahren in der Orthopädie und Sportmedizin, das zur Diagnose von Meniskusläsionen (Schäden an den Knorpelscheiben im Kniegelenk) eingesetzt wird. Benannt wurde er nach dem britischen Chirurgen Alan Graham Apley, der diesen Test im 20. Jahrhundert entwickelte. Der Test gehört zu den Standardverfahren der klinischen Kniediagnostik und hilft dabei, zwischen Meniskusverletzungen und Verletzungen der Bänder zu unterscheiden.
Durchführung des Tests
Der Apley-Grinding-Test wird in einer standardisierten Körperposition durchgeführt:
- Der Patient liegt in Bauchlage auf der Untersuchungsliege.
- Das betroffene Knie wird auf 90 Grad gebeugt.
- Der Untersucher kniет auf den Oberschenkel des Patienten, um das Femur (Oberschenkelknochen) zu fixieren.
- Anschließend wird der Unterschenkel nach unten gedrückt (Kompression) und gleichzeitig in eine Innen- und Außenrotation gebracht.
- Dieser Schritt wird als Grinding (Mahlen) bezeichnet, da die Gelenkflächen gegeneinander gepresst und gedreht werden.
In einem zweiten Schritt wird der Unterschenkel nach oben gezogen (Distraktion) und erneut rotiert. Dieser Teil des Tests dient zur Beurteilung der Bandstrukturen (Kollateralbänder).
Auswertung und Befundinterpretation
Die Auswertung des Apley-Grinding-Tests erfolgt anhand der Schmerzlokalisation des Patienten:
- Schmerz bei Kompression und Rotation: Deutet auf eine Meniskusläsion hin. Der mediale (innenseitige) oder laterale (außenseitige) Schmerz gibt Hinweise auf den betroffenen Meniskus.
- Schmerz bei Distraktion: Weist eher auf eine Bandverletzung (z. B. der Kollateralbänder) hin.
- Kein Schmerz: Gilt als negativer Befund; eine Meniskusverletzung ist weniger wahrscheinlich.
Klinische Bedeutung und Einordnung
Der Apley-Grinding-Test ist ein wichtiger Bestandteil der klinischen Knieuntersuchung, wird jedoch häufig in Kombination mit anderen Tests eingesetzt, da seine diagnostische Genauigkeit allein begrenzt ist. Zu den ergänzenden Tests zählen unter anderem:
- McMurray-Test
- Thessaly-Test
- Steinmann-Zeichen
Studien zeigen, dass die Sensitivität (Fähigkeit, eine Erkrankung korrekt zu erkennen) und Spezifität (Fähigkeit, Gesunde korrekt auszuschließen) des Apley-Tests variabel sind. Daher sollte ein positiver Befund stets durch bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) ergänzt und bestätigt werden.
Wann wird der Test eingesetzt?
Der Apley-Grinding-Test wird typischerweise bei folgenden klinischen Situationen angewendet:
- Verdacht auf eine Meniskusverletzung nach Sportunfalloder Trauma
- Chronische Knieschmerzen mit unklarer Ursache
- Präoperative Beurteilung vor einer Knieoperation
- Nachuntersuchungen nach Knieeingriffen
Sicherheit und Kontraindikationen
Der Test ist in der Regel sicher und nicht-invasiv. Er sollte jedoch mit Vorsicht oder gar nicht durchgeführt werden bei:
- Akuten Frakturen im Knie- oder Unterschenkelbereich
- Schweren Bandrissen mit Instabilität
- Starken Schmerzen, die eine Lagerung in Bauchlage unmöglich machen
Quellen
- Apley, A. G. (1947). A system of orthopaedics and fractures. Butterworth & Co. London.
- Scholten, R. J. et al. (2001). The accuracy of physical diagnostic tests for assessing meniscal lesions of the knee: a meta-analysis. Journal of Family Practice, 50(11), 938-944. PubMed PMID: 11711009.
- Hegedus, E. J. et al. (2007). Physical examination tests of the knee: a systematic review with meta-analysis. British Journal of Sports Medicine, 41(7), 399-408. doi:10.1136/bjsm.2006.033878.
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