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Apokrin: Drüsen, Funktion & Erkrankungen

Apokrin bezeichnet eine besondere Art der Sekretion sowie einen Typ von Schweißdrüsen im menschlichen Körper, der vor allem in Achseln und Leistengegend vorkommt.

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Wissenswertes über "Apokrin"

Apokrin bezeichnet eine besondere Art der Sekretion sowie einen Typ von Schweißdrüsen im menschlichen Körper, der vor allem in Achseln und Leistengegend vorkommt.

Was bedeutet apokrin?

Apokrin ist ein medizinischer Begriff, der eine bestimmte Art der Sekretion (Ausschüttung von Stoffen) beschreibt. Dabei gibt die Drüsenzelle einen Teil ihres eigenen Zellplasmas zusammen mit dem Sekret ab. Der Begriff stammt aus dem Griechischen: apo (von weg) und krinein (absondern). In der Humanbiologie und Dermatologie wird der Begriff vor allem im Zusammenhang mit apokrinen Schweißdrüsen verwendet.

Apokriner Sekretionstyp

In der Biologie unterscheidet man drei grundlegende Sekretionstypen von Drüsenzellen:

  • Merokrin (ekkrin): Das Sekret wird durch Exozytose abgegeben, ohne dass Zellmaterial verloren geht. Dies ist der häufigste Typ.
  • Apokrin: Ein Teil des apikalen Zytoplasmas (der dem Drüsenlumen zugewandte Bereich der Zelle) schnürt sich ab und wird gemeinsam mit dem Sekret abgegeben.
  • Holokrin: Die gesamte Zelle zerfällt und wird zum Sekret, wie bei den Talgdrüsen.

Apokrine Schweißdrüsen

Apokrine Schweißdrüsen sind spezialisierte Hautdrüsen, die sich von den gewöhnlichen ekkrinen Schweißdrüsen unterscheiden. Sie sind größer, liegen tiefer in der Haut und münden meist in Haarfollikel statt direkt an der Hautoberfläche.

Verteilung im Körper

Apokrine Drüsen kommen vorwiegend an folgenden Körperstellen vor:

  • Achselhöhlen (Axillae)
  • Leistenregion und Genitalbereich
  • Analregion
  • Warzenhöfe der Brustdrüse (Areola mammae)
  • Äußerer Gehörgang (hier als Zeruminaldrüsen bezeichnet)

Funktion und Sekret

Apokrine Drüsen produzieren ein viskoses, milchig-trübes Sekret, das reich an Proteinen, Lipiden und Steroidverbindungen ist. Im Gegensatz zu ekkrinen Drüsen dienen apokrine Drüsen beim Menschen kaum der Thermoregulation. Ihr Sekret ist zunächst geruchlos, wird jedoch durch bakterielle Zersetzung auf der Hautoberfläche in geruchsaktive Verbindungen umgewandelt. So entsteht der charakteristische Körpergeruch (Bromhidrosis).

Hormonelle Aktivierung

Apokrine Drüsen werden erst in der Pubertät durch Sexualhormone (Androgene) aktiviert und funktionell. Bei Kindern sind sie noch inaktiv. Ihre Sekretion wird durch emotionalen Stress, Schmerz und sexuelle Erregung stimuliert und über das vegetative Nervensystem (adrenerge Stimulation) gesteuert.

Apokrine Drüsen und Erkrankungen

Störungen der apokrinen Drüsen können verschiedene Erkrankungen verursachen oder daran beteiligt sein:

  • Hidradenitis suppurativa (Acne inversa): Eine chronisch-entzündliche Erkrankung der apokrinen Drüsen und Haarfollikel, die mit schmerzhaften Knoten, Abszessen und Narbenbildung einhergeht.
  • Bromhidrosis: Unangenehmer Körpergeruch durch bakteriellen Abbau des apokrinen Sekrets.
  • Fox-Fordyce-Krankheit: Blockierung der apokrinen Ausführungsgänge mit intensivem Juckreiz, vor allem in den Achseln.
  • Apokrines Karzinom: Ein seltener bösartiger Tumor, der von apokrinen Drüsen ausgeht.

Apokrine Drüsen in der Diagnostik

In der Dermatologie und Pathologie ist die Unterscheidung zwischen apokrinen und ekkrinen Drüsenstrukturen klinisch relevant. Histologische Untersuchungen (Gewebeproben) zeigen charakteristische Merkmale apokriner Zellen, wie die sogenannte Schuhnagelzelle mit apikalem Zytoplasmaausstülpungen (Decapitation secretion). Diese Merkmale helfen bei der Diagnose von Hauttumoren und Erkrankungen der Adnexe (Anhängegebilde der Haut).

Quellen

  1. Fritsch, P. - Dermatologie und Venerologie. Springer Verlag, 3. Auflage (2018).
  2. Mescher, A.L. - Junqueira's Basic Histology: Text and Atlas. McGraw-Hill Education, 16. Auflage (2021).
  3. World Health Organization (WHO) - International Classification of Diseases (ICD-11). Verfügbar unter: https://icd.who.int

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