Appendix (Wurmfortsatz) – Funktion und Appendizitis
Der Appendix (Wurmfortsatz) ist ein kleines, fingerförmiges Anhängsel des Blinddarms. Eine Entzündung heißt Appendizitis und ist ein medizinischer Notfall.
Wissenswertes über "Appendix"
Der Appendix (Wurmfortsatz) ist ein kleines, fingerförmiges Anhängsel des Blinddarms. Eine Entzündung heißt Appendizitis und ist ein medizinischer Notfall.
Was ist der Appendix?
Der Appendix vermiformis, auch als Wurmfortsatz oder umgangssprachlich als „Blinddarm“ bezeichnet, ist ein kleines, schlauchförmiges Anhängsel am Übergang des Dünn- zum Dickdarm. Anatomisch korrekt ist der Appendix ein Fortsatz des Cäkums (Blinddarms) und befindet sich meist im rechten Unterbauch. Er ist durchschnittlich 5 bis 10 cm lang und hat einen Durchmesser von etwa 6 bis 8 mm.
Funktion des Appendix
Lange galt der Appendix als funktionsloses Rudiment der Evolution. Neuere Forschungen legen jedoch nahe, dass er eine Rolle im Immunsystem spielen könnte. Insbesondere wird diskutiert, ob er als Reservoir für nützliche Darmbakterien dient und nach Durchfallerkrankungen zur Wiederherstellung der Darmflora beiträgt. Im Gewebe des Appendix befinden sich zahlreiche Lymphfollikel, die auf eine immunologische Funktion hinweisen.
Appendizitis – Entzündung des Appendix
Die häufigste Erkrankung des Appendix ist die Appendizitis (Blinddarmentzündung). Sie entsteht meist durch eine Verstopfung des Appendix, zum Beispiel durch eingedickten Stuhl (Koprolithen), Fremdkörper oder geschwollenes Lymphgewebe infolge einer Infektion.
Symptome
- Schmerzen, die beginnen oft im Nabel und wandern in den rechten Unterbauch
- Übelkeit und Erbrechen
- Fieber (meist leicht erhöht)
- Appetitlosigkeit
- Druckschmerz am sogenannten McBurney-Punkt (zwischen Nabel und rechtem Hüftknochen)
Diagnose
- Körperliche Untersuchung mit gezielten Drucktests
- Blutuntersuchung: erhöhte Entzündungswerte (Leukozyten, CRP)
- Ultraschall des Bauches
- Computertomographie (CT) bei unklaren Befunden
Behandlung
Die Standardbehandlung der Appendizitis ist die operative Entfernung des Appendix, die sogenannte Appendektomie. Diese kann als minimal-invasiver Eingriff (Laparoskopie) oder als offene Operation durchgeführt werden. In ausgewählten, unkomplizierten Fällen kann auch eine antibiotische Behandlung in Betracht gezogen werden, jedoch bleibt die Operation die Methode der Wahl.
Komplikationen
Wird eine Appendizitis nicht rechtzeitig behandelt, kann der Appendix perforieren (platzen). Dies führt zu einer gefährlichen Bauchfellentzündung (Peritonitis), die einen lebensbedrohlichen Notfall darstellt und sofortiger chirurgischer Behandlung bedarf.
Häufigkeit
Die Appendizitis ist eine der häufigsten Ursachen für akute Bauchschmerzen und Notfalloperationen weltweit. Sie tritt am häufigsten zwischen dem 10. und 30. Lebensjahr auf, kann jedoch in jedem Alter auftreten.
Quellen
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 267. Auflage, De Gruyter, 2021.
- Andersson RE. - Meta-analysis of the clinical and laboratory diagnosis of appendicitis. - British Journal of Surgery, 2004.
- Smink D, Soybel D. - Appendix and appendectomy. - UpToDate, 2023.
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