Approximalraum – Bedeutung & Pflege
Der Approximalraum ist der Zwischenraum zwischen zwei benachbarten Zähnen. Er ist eine häufige Stelle für Karies und Zahnfleischentzündungen.
Wissenswertes über "Approximalraum"
Der Approximalraum ist der Zwischenraum zwischen zwei benachbarten Zähnen. Er ist eine häufige Stelle für Karies und Zahnfleischentzündungen.
Was ist der Approximalraum?
Der Approximalraum (auch Interdentalraum genannt) bezeichnet den Zwischenraum, der zwischen zwei benachbarten Zähnen liegt. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort approximalis ab, was so viel wie „benachbart“ bedeutet. Jeder Zahn hat in der Regel zwei Approximalflächen: eine zur vorderen Seite hin (mesial) und eine zur hinteren Seite hin (distal). Diese Kontaktflächen berühren sich im gesunden Gebiss leicht und bilden so den Approximalraum.
Anatomie und Bedeutung
Im gesunden Zustand füllt das Zahnfleischpapille genannte Zahnfleischgewebe den Approximalraum vollständig aus. Diese Gewebezunge zwischen den Zähnen schlützt den darunterliegenden Kieferknochen und verhindert das Eindringen von Speiseresten und Bakterien.
- Mesiale Fläche: Die dem Mittelpunkt des Zahnbogens zugewandte Seite des Zahnes.
- Distale Fläche: Die vom Mittelpunkt des Zahnbogens abgewandte Seite des Zahnes.
- Approximalkontakt: Der Bereich, an dem zwei benachbarte Zähne sich berühren.
Warum ist der Approximalraum zahnmedizinisch so wichtig?
Der Approximalraum ist eine der problematischsten Stellen im Mund, da er mit einer normalen Zahnbürste nur schwer erreichbar ist. Hier sammeln sich bevorzugt Speisereste und bakterieller Zahnbelag (Plaque). Das macht den Approximalraum zu einem Häufigkeitsort für:
- Approximalkaries: Karies, die an den Kontaktflächen zwischen den Zähnen entsteht.
- Gingivitis: Entzündung des Zahnfleisches, die häufig durch Plaque im Approximalraum ausgelöst wird.
- Parodontitis: Fortgeschrittene Entzündung des Zahnhalteapparates, die zum Rückgang von Zahnfleisch und Knochen führen kann.
Reinigung des Approximalraums
Da die Zahnbürste allein den Approximalraum nicht ausreichend reinigen kann, empfehlen Zahnärzte und die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) zusätzliche Hilfsmittel:
- Zahnseide: Das klassische Mittel zur Reinigung enger Approximalräume. Geeignet für enge Zahnzwischenräume ohne sichtbaren Abstand.
- Interdentalbürsten: Kleine Bürsten in verschiedenen Größen, die für etwas breitere Approximalräume geeignet sind. Sie entfernen Plaque nachweislich effektiver als Zahnseide.
- Wasserflossen (Oral-Irrigatoren): Wasserstrahl-Geräte, die Speisereste herauspülen können, jedoch Zahnseide und Interdentalbürsten nicht vollständig ersetzen.
- Zahnhoutpflegepins / Zahnstocherhilfen: Für gelegentlichen Gebrauch geeignet, jedoch kein vollwertiger Ersatz für Zahnseide oder Interdentalbürsten.
Veränderungen im Approximalraum
Im Laufe des Lebens kann sich der Approximalraum verändern. Zahnfleischrückgang (Rezession) durch Parodontitis, falsches Putzverhalten oder genetische Faktoren führt dazu, dass die Zahnfleischpapille zurückgeht. Dadurch entsteht ein sichtbarer, offener Approximalraum – oft als „schwarzes Dreieck“ bezeichnet. Dies hat nicht nur ästhetische Auswirkungen, sondern erhöht auch das Risiko für Karies und Entzündungen.
Diagnose von Approximalkaries
Karies im Approximalraum ist mit bloßem Auge häufig nicht erkennbar, da sie sich zwischen den Zähnen verbirgt. Zur Diagnose werden folgende Methoden eingesetzt:
- Bissflügelröntgen (Bitewing): Röntgenaufnahmen, die speziell für die Darstellung der Approximalräume konzipiert sind und als Goldstandard gelten.
- Transillumination (DIFOTI/FOTI): Lichtbasierte Methode, bei der Licht durch den Zahn geschickt wird, um Kariesläsionen sichtbar zu machen.
- Laser-Fluoreszenz: Geräte wie das DIAGNOdent können kariogene Veränderungen auch im Approximalbereich anzeigen.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK): Leitlinien zur Kariesprävention und Mundhygiene. www.dgzmk.de
- Hellwig, E., Klimek, J., Attin, T.: Einführung in die Zahnerhaltung. 7. Auflage. Deutscher Zahnärzte Verlag, 2018.
- Chapple, I.L.C. et al.: Primary prevention of periodontitis: managing gingivitis. Journal of Clinical Periodontology, 42(S16), S71–S76, 2015.
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